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HSV im Abstiegskampf: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Foto: Stuart Franklin/ Bongarts/Getty Images

Hamburger SV im Abstiegskampf Die Uhr tickt noch!

Der HSV kämpft gegen den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. Damit die Rettung gelingt, muss am letzten Spieltag der Relegationsrang gesichert werden. Die Hoffnungen ruhen auf Trainer Mirko Slomka, dem Comeback von Pierre-Michel Lasogga und einem Niederländer.

Sie verkörpert den Stolz des Hamburger SV. Die Uhr in der Nordwest-Ecke des Hamburger Stadions. Sie zeigt in Jahren, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden die Bundesliga-Zugehörigkeit des Clubs an. Seit der Bundesliga-Gründung 1963 spielt der HSV in der ersten Liga. Einen Abstieg hat der Verein noch nie erleben müssen. Am Samstag gegen 17.17 Uhr könnte die Uhr nun stehen bleiben, der Hamburger SV erstmals die Liga verlassen.

Mit diesem Gedanken will sich in Hamburg aber noch niemand auseinandersetzen. Darf der letzte Bundesliga-Dino überhaupt absteigen? "Sicher nein!", ist die Antwort von Trainer Mirko Slomka: "Wir haben einen unbändigen Willen." Mit diesem Willen soll am letzten Spieltag in Mainz (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ein Sieg geholt werden. Damit wäre zumindest die Relegation gesichert. Mehr ist für den HSV ohnehin nicht mehr möglich, da der VfB Stuttgart auf Platz 15 schon fünf Punkte Vorsprung hat.

Auch bei einem Unentschieden in Mainz kann der HSV den 16. Platz verteidigen, falls Nürnberg nicht auf Schalke gewinnt und Braunschweig bei 1899 Hoffenheim keinen Sensations-Sieg mit mindestens sieben Toren Vorsprung feiert. Selbst eine eigene Niederlage reicht dem HSV, wenn Nürnberg verliert und Braunschweig nicht gewinnt.

Die möglichen Konstellationen

Am letzten Spieltag entscheidet sich, wer den direkten Weg in die zweite Liga antreten muss. Steigt der HSV erstmals in der Club-Geschichte ab? Auch der Kampf um die Europapokalplätze ist spannend. Was noch alles möglich ist - der Überblick.

Mit diesen Rechnereien will sich Slomka aber kaum beschäftigen. Lediglich am Rande werde er sich über die Geschehnisse auf den anderen Plätzen informieren. Der Fokus liegt auf den 05ern. "Gegen den HSV haben sie sich immer schwergetan", weiß Slomka. Nur eines der letzten sieben Bundesliga-Spiele konnten die Mainzer vor eigenem Publikum gegen die Hamburger gewinnen.

Allein das lässt die Hoffnung der HSV-Fans auf die Relegation wachsen. Grund zu leichtem Optimismus bietet zudem das Spiel gegen die Bayern am vergangenen Wochenende. "Über das Ergebnis (1:4, Anm. d. Red.) können wir uns nicht freuen", sagte Slomka, gleichwohl es einige positive Elemente zu transferieren gelte: "Wir müssen uns vornehmen, die Leistung der ersten Halbzeit vom Sonnabend in Mainz über 90 Minuten zu zeigen."

Ein weiterer Pluspunkt für die Hamburger ist Slomkas Erfahrung. Dem 46-Jährigen gelang 2010 schon einmal in allerletzter Minute die Rettung. Da schaffte er am letzten Spieltag den Klassenerhalt mit Hannover 96 durch ein 3:0 in Bochum. Diesmal müsste zusätzlich auch noch die Hürde Relegation genommen werden, das schreckt Slomka aber nicht ab. "Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Die Relegation bietet lediglich die Chance, dieses Ziel zu erreichen", so der Coach.

"Zwölf Tore in 19 Spielen machen Hoffnung"

Im letzten öffentlichen Training vor dem Spiel in Mainz wurde nach dem Warmmachen fast nur mit dem Ball trainiert. Auffällig: Intensiv ließ Slomka das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff üben. Mit dieser taktischen Ausrichtung hatte er damals schon Hannover gerettet.

Eine wichtige Rolle in Slomkas System könnte Stürmer Pierre-Michel Lasogga zukommen, der nach seiner Verletzung erstmals wieder im Kader steht. "Zwölf Tore in 19 Spielen machen sicher Hoffnung", sagte Slomka, der aber auch Kapitän Rafael van der Vaart hervorhebt: "Er hat zuletzt gegen Mainz getroffen." Besonders beim 1:4 gegen die Bayern habe der Niederländer mit einer guten Leistung hervorgestochen: "Er ist vorangegangen."

Gelingt es den Hamburgern am 34. Spieltag, Platz 16 zu verteidigen, könnte es in der Relegation zum Duell mit Greuther Fürth kommen. In dieser Saison standen sich beide Teams bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegenüber. Der HSV gewann durch ein Tor von Lasogga.

Die Vorzeichen stehen also gar nicht schlecht, dass die Uhr in der Nordwest-Ecke des Hamburger Stadions auch nach diesem Samstag und darüber hinaus, auch nach dem 18. Mai, wenn das entscheidende zweite Relegationsspiel beendet ist, weiterläuft.

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