Fußball-Bundesliga HSV verliert Kellerduell gegen Braunschweig

Bayern München und Borussia Dortmund haben am 21. Spieltag hohe Siege gefeiert. Auch Hoffenheim gewann locker gegen den VfB Stuttgart. Während Werder in der Schlussphase einen Punkt gegen Gladbach rettete, verlor der HSV auch gegen Braunschweig.

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Eintracht Braunschweig - Hamburger SV 4:2 (0:1)

Der Hamburger SV hat auch beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig eine heftige Niederlage hinnehmen müssen und steckt damit tiefer denn je in der schlimmsten sportlichen Krise der Vereinsgeschichte. Beim Aufsteiger unterlag der HSV 2:4 (1:0) - es war die siebte Pflichtspiel-Pleite hintereinander für die Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk. Der wiedergenesene Pierre-Michel Lasogga brachte die Hamburger bei seinem Comeback zwar in Führung (23. Minute), doch Domi Kumbela (51./61./85.) drehte die Partie mit einem Dreierpack quasi im Alleingang. Ivo Ilicevic (76.) hatte für die Gäste den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2 erzielt, in der Nachspielzeit stellte Jan Hochscheidt den Endstand her (90.+3).

Der Tabellenletzte gegen den Vorletzten, die schlechteste Offensive (elf Saisontore der Eintracht) gegen die schwächste Defensive (47 Gegentreffer für den HSV) - das Spiel in Braunschweig war ein echtes Krisenduell. Die Hamburger erwischten den besseren Start: Nach einem langen Einwurf von Marcell Jansen brachte Lasogga den Ball per Bogenlampe mit dem Hinterkopf im Tor unter. Doch die Führung brachte keine Sicherheit.

Kurz nach der Pause leistete sich HSV-Schlussmann René Adler einen kapitalen Fehler: Eine flache Hereingabe konnte der Nationaltorwart nicht festhalten, Kumbela bedankte sich für die Einladung und staubte ab. Zehn Minuten später folgte eine ähnliche Situation, diesmal war der Braunschweiger Stürmer aber als Erster am Ball und drückte diesen über die Linie. Im Anschluss verpassten es die Braunschweiger aber, die Partie zu entscheiden, und so kamen die Gäste nach einer zu kurzen Abwehr durch einen Glücksschuss von Ilicevic mit dem Schienbein zum Ausgleich. Doch in der Schlussphase patzte HSV-Torwart Adler nach einer Flanke erneut und Kumbela staubte mit seinem dritten Treffer ab. Als die Hamburger noch einmal alles nach vorne warfen, stellte Hochscheidt nach toller Vorarbeit von Karim Bellarabi den Endstand her.

Die Hamburger bleiben damit ohne Punkte in der Rückrunde und stellen mit nunmehr 51 Gegentoren auch die schlechteste Abwehr der Liga. Braunschweig feierte den ersten Sieg 2014 und liegt mit nun 15 Punten nur noch einen Zähler hinter den Hamburgern.

FC Bayern München - SC Freiburg 4:0 (3:0)

Bayern-Coach Pep Guardiola hatte mal wieder umgebaut, unter anderem spielten Diego Contento und Claudio Pizarro von Beginn an. Der erste Treffer gelang aber Dante, der Oliver Baumann im Tor der Freiburger mit einem Kopfball keine Chance ließ (19.). Die Bayern kamen immer besser ins Spiel, Xherdan Shaqiri traf nach schöner Vorarbeit von Pizarro zum 2:0 (34.). Der Schweizer erhöhte noch vor der Pause mit seinem zweiten Tor auf 3:0 (41.). Zur Halbzeit blieb Freiburg die Erkenntnis: Gut mitgespielt, aber letztlich waren die Bayern mal wieder eine Nummer zu groß. In der zweiten Halbzeit nahmen die Münchner etwas Tempo raus, die Freiburger konnten dennoch nicht gefährlich werden. In der Schlussphase gelang Pizarro mit einem Schuss aus 14 Metern noch das 4:0 (88.).

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 4:0 (2:0)

Erst vor vier Tagen waren die beiden Mannschaften aufeinander getroffen. Im DFB-Pokal-Viertelfinale hatte der BVB durch ein spätes Tor von Pierre-Emerick Aubameyang gewonnen. Die Revanche misslang ebenfalls - und erneut hieß der Eintracht-Schreck Aubameyang, der beim 4:0-Sieg die beiden ersten Tore erzielte (10./21. Minute), Robert Lewandowski per Foulelfmeter (47.) und Winter-Zugang Milos Jojic (68.) trafen ebenfalls. Dortmund bleibt damit in der Tabelle auf Kurs Champions League, die Eintracht hängt weiter im Tabellenkeller.

Die Dortmunder, die seit Anfang November kein Bundesliga-Heimspiel mehr gewonnen hatten, dominierten die Partie von Beginn an: Nach einem Zuspiel von Henrich Mchitarjan erzielte Aubameyang die frühe Führung. Vorausgegangen war ein haarsträubender Fehler von Eintracht-Verteidiger Sebastian Jung.

Nur elf Minuten später erhöhte der Gabuner mit seinem 13. Saisontor: Nach einem Eckball kam Manuel Friedrich zum Kopfball, Frankfurts Torwart Kevin Trapp parierte zwar, war gegen den Abstauber von Aubameyang aber machtlos. Kurz nach der Pause wurde Lewandowski nach einer Flanke von Constant Djakpa geschubst, den fälligen Elfmeter verwandelte der Pole souverän. Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung traf auch BVB-Zugang Jojic per Abstauber bei seiner Bundesliga-Premiere.

Für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp war es der vierte Pflichtspielsieg hintereinander und nach dem 2:1 im Hinspiel sowie dem Erfolg im Pokal am Dienstag der dritte Saisonsieg gegen Frankfurt - und das, obwohl Leistungsträger wie Marco Reus, Ilkay Gündogan, Mats Hummels oder Jakub Blaszczykowski verletzt fehlten.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 1:1 (0:1)

Bei Werder gelang zuletzt so gut wie gar nichts - und genau da machten die Bremer auch gegen Gladbach weiter: Nach sechs Minuten spielte Innenverteidiger Assani Lukimya völlig unbedrängt einen katastrophalen Fehlpass auf Raffael - und der traf ohne Mühe zum 1:0. Trainer Robin Dutt wechselte Lukimya nach weitere Fehlern schon nach 27 Minuten aus. Die Borussia machte das Spiel, Werder-Stürmer Nils Petersen vergab die einzigen Chancen zum Ausgleich.

In der zweiten Hälfte wurde Bremen besser, machte aber zu wenig aus seinen Möglichkeiten - und gab Gladbach Raum zum Kontern. Doch die Mannschaft von Trainer Lucien Favre spielte ihre Angriffe nicht konzentriert genug, oder Werder-Keeper Raphael Wolf war zur Stelle. Ludovic Obraniak zirkelte kurz vor Abpfiff einen Freistoß aus 17 Metern zum Ausgleich in den Winkel (89.).

1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart 3:1 (1:0)

In Sinsheim dominierte der Gastgeber von Beginn die Partie gegen den VfB und ging bereits nach zwölf Minuten durch Sven Schipplock in Führung. Sejad Salihovic traf für gute Hoffenheimer noch den Pfosten (41.). Direkt nach der Pause erhöhte Kevin Volland mit seinem achten Saisontor auf 2:0 (48.). Das 3:0 erzielte dann wieder Schipplock: Der ehemalige Stuttgarter lupfte den Ball sehenswert über VfB-Keeper Sven Ulreich. Antonio Rüdiger gelang nach einem Eckball nur noch das 1:3 (78.), ehe Firmino per Elfmeter wieder den alten Abstand und den Endstand herstellte (90.).

tpr/luk



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