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02. September 2012, 17:22 Uhr

Sieg im Derby

Hannover bestraft desolate Wolfsburger

Harmlos im Angriff, hanebüchen in der Abwehr: Der VfL Wolfsburg bot im Nord-Derby gegen Hannover eine unterirdische Leistung. Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde und führten den Gegner 90 Minuten lang vor. Überragender Mann bei 96 war Szabolcs Huszti, der vier Treffer vorbereitete.

Hamburg - Bisher waren sie meist nach Wolfsburg gekommen, um den netten Gast zu geben. Ein bisschen kicken und am Ende brav die Punkte dalassen. Von zehn Bundesligaspielen beim VfL konnte Hannover bisher nur eines gewinnen. Doch am Sonntagnachmittag war vieles anders, vor allem das Endergebnis.

4:0 (2:0) siegte 96 am Ende, und das völlig verdient. Wolfsburg zeigte eine hanebüchene Vorstellung und konnte nach den 90 Minuten froh sein, dass es bei den Toren von Karim Haggui (10. Minute), Artur Sobiech (26./56.) und Leon Andreasen (52.) geblieben war. "Ich muss mich bei unseren Fans und Zuschauern entschuldigen, der Tag hätte anders laufen sollen", sagte VfL-Coach Felix Magath anschließend.

"Wir haben in unserem Spiel nach vorne sehr viel richtig gemacht. Wir haben auch hinten in der Defensive sehr gut gestanden und sehr wenig zugelassen", sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka. Wolfsburg hingegen war von Anfang an nur mit sich selbst beschäftigt.

Erst durfte Hannovers Verteidiger Steven Cherundolo, nicht gerade als Torjäger bekannt, abziehen. Sein Gewaltschuss aus der fünften Minute klatschte ans Außennetz. Vier Minuten später patzte Wolfsburgs Zugang Naldo und ermöglichte so Sobiech eine Chance, die VfL-Keeper Diego Benaglio gerade noch vereiteln konnte. Der Nachschuss von Lars Stindl ging knapp am Tor vorbei.

Für die Führung brauchte Hannover eine Ecke. Haggui sprang nach dem Standard von Szabolcs Huszti höher als Naldo und köpfte über Benaglio hinweg ins lange Eck: 1:0 (10.). Von Wolfsburgs mit Diego, Bas Dost oder Vieirinha ansehnlich besetzter Offensive war nichts zu sehen. Selbst Geschenke des Gegners wollte der VfL nicht annehmen.

Olic vertändelt möglichen Ausgleich

Als Ivica Olic plötzlich auf der linken Seite auf und davon war, zögerte er so lange mit dem Abschluss, bis Hannover klären konnte (23.). Statt des möglichen 1:1 setzte es kurz darauf den zweiten Gegentreffer. Nach einem schlimmen Fehlpass von Josué im Mittelfeld konterten die Gäste über Jan Schlaudraff und Huszti. In der Mitte musste Sobiech nur noch einschieben (26.). Nach 45 Minuten war das Beste aus Wolfsburger Sicht noch der Halbzeitstand. Angesichts der eigenen Leistung war man mit nur zwei Gegentoren gut bedient.

Dabei blieb es allerdings nicht lange. 52. Minute, Freistoß Hannover: Huszti hob den Ball in die Mitte. Dort köpfte Andreasen, völlig frei, mühelos zum 3:0 ein. Es war der erste Treffer des Dänen in der Bundesliga seit 2010. Und das Preisschießen ging nahezu ungehemmt weiter. Diesmal durfte Hannover über die linke Seite wirbeln. Wieder flankte Huszti, diesmal war Sobiech ungedeckt: 4:0 (56.).

Wolfsburg blieb nichts erspart. In der 65. Minute musste Verteidiger Robin Knoche nach wiederholtem Foulspiel mit der Gelb-Roten-Karte vom Platz. Und nur, weil Hannover nach einer anstrengenden Woche inklusive Europa-League-Playoffs fortan Kräfte sparte, setzte es für den VfL keine weiteren Gegentreffer.

Für einen ganz bitteren Nachmittag reichte es ja auch so allemal.

VfL Wolfsburg - Hannover 96 0:4 (0:2)
0:1 Haggui (10.)
0:2 A. Sobiech (26.)
0:3 Andreasen (52.)
0:4 A. Sobiech (56.)
VfL Wolfsburg:
Benaglio - Fagner, Naldo, Pogatetz, R. Rodriguez - Josué (46. Knoche), Ma. Schäfer - Vieirinha (55. Jönsson), Diego, Olic (55. Orozco) - Dost
Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch - Stindl (74. Nikci), Andreasen (77. Schmiedebach), da Silva Pinto, Huszti - Schlaudraff, A. Sobiech (70. Ya Konan)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 30.000
Gelbe Karten: Naldo, Pogatetz - Stindl
Gelb-Rot: Knoche (65./wiederholtes Foulspiel)

chp

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