Fußball-Bundesliga Hertha blamiert Meister Wolfsburg

Mit einer desolaten Vorstellung blamierte sich der VfL Wolfsburg im eigenen Stadion - und das ausgerechnet gegen den Tabellenletzten Hertha BSC. Die Berliner spielten von Beginn an nach vorn und konnten sich vor allem auf Theofanis Gekas verlassen. Dem Griechen gelangen drei Tore.

Jubelnde Hertha-Spieler: Den Meister demontiert
dpa

Jubelnde Hertha-Spieler: Den Meister demontiert


Hamburg - Dank einer Gala-Vorstellung von Theofanis Gekas hat sich Tabellenschlusslicht Hertha BSC im Abstiegskampf zurückgemeldet. Der frühere Torschützenkönig avancierte beim 5:1 (3:1)-Triumph gegen den desolaten Meister VfL Wolfsburg mit einem Dreierpack zum Matchwinner. Damit verkürzte die Hertha den Rückstand auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte. Für den zuletzt stark in die Kritik geratenen Friedhelm Funkel war es im 20. Spiel als Hertha-Trainer erst der dritte Sieg.

"Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Nach der Niederlage gegen Nürnberg waren die Köpfe einige Tage unten. Wir haben uns davon aber freigemacht und richtig gut trainiert", sagte Funkel und ergänzte: "Jetzt müssen wir zuhause versuchen nachzulegen."

Vor 29.353 Zuschauern sorgten zweimal Gekas (6. und 26.) und Adrian Ramos (8.) früh für eine 3:0-Führung der Berliner. Die Wolfsburger kamen zwischenzeitlich durch den kurz zuvor eingewechselten Grafite heran (36.), doch Gekas (63.) und erneut Ramos (84.) sorgten in der zweiten Halbzeit für die endgültige Entscheidung und den höchsten Berliner Sieg seit dem 4. Dezember 2004 (6:0 gegen Borussia Mönchengladbach).

Auf Hereingabe von Raffael erzielte Gekas das 1:0. Die VfL-Abwehr bedrängte den Griechen beim Abschluss kaum. Die Hertha ließ dem Meister keine Zeit, den frühen Schock zu verarbeiten und legte nach. Dieses Mal nutzte Ramos die Schwächen der Wolfsburger Innenverteidigung, die geschlossen unter einem weiten Abschlag des Hertha-Keepers Jaroslaw Drobny hindurchsprang, aus und erzielte nur 120 Sekunden nach dem Berliner Führungstreffer das 2:0.

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Die Gastgeber hatten dem Doppelschlag der Hertha zunächst kaum zwingende Chancen entgegenzusetzen. Nach den kräftezehrenden 120 Europapokal-Minuten am Donnerstag gegen Rubin Kasan hatte Trainer Lorenz-Günther Köstner seine Startelf auf zwei Positionen verändert. Für Ashkan Dejagah und Peter Pekarik begannen Obafemi Martins und Makoto Hasebe. Entscheidende Impulse konnte das Duo jedoch nicht setzen. Stattdessen drehten die Berliner weiter auf und kamen durch Gekas' zweiten Treffer zum 3:0. Auch hier wirkte der VfL in seinem Abwehrverhalten nicht gerade engagiert. Das durchaus mögliche vierte Herha-Tor verhinderte bei einem Schuss von Cicero dann der Außenpfosten des Wolfsburger Gehäuses (31.).

Nach den Fankrawallen des vergangenen Wochenendes feierten die mitgereisten Berliner Anhänger die starke Leistung ihres Teams dieses Mal friedlich. In der Folgezeit wurde Wolfsburg dann zumindest im Spiel nach vorn etwas druckvoller. Auch Köstner reagierte und brachte den nach Adduktorenproblemen wieder genesenen Grafite für Abwehrspieler Jan Simunek. Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung traf der Brasilianer auf Pass von Edin Dzeko zum 1:3.

Nach der Pause bemühten sich die Wolfsburger zunächst, das Spiel zu bestimmen. Aufgrund von Unkonzentriertheiten im Passspiel brachte der VfL die Gäste jedoch nur selten wirklich in Bedrängnis. Zumal sich die Hertha trotz ihrer prekären Tabellensituation nicht aus der Ruhe bringen ließ und gut dagegenhielt. So hätte Cicero mit einem Fernschuss weiter erhöhen können, verfehlte aber das Tor der Niedersachsen (55.). Gekas machte es acht Minuten später besser und komplettierte seinen Dreierpack.

VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin 1:5 (1:3)
0:1 Gekas (6.)
0:2 Ramos (8.)
0:3 Gekas (26.)
1:3 Grafite (36.)
1:4 Gekas (63.)
1:5 Ramos (84.)
Wolfsburg: Hitz - Riether, Madlung, Simunek (35. Grafite), Schäfer - Josue - Hasebe, Gentner (74. Ziani) - Misimovic - Dzeko, Martins (74. Dejagah)
Berlin: Drobny - Piszczek (90. Bengtsson), Friedrich, Hubnik, Kobiaschwili - Kacar (87. Dardai), Lustenberger, Cicero - Raffael - Gekas (85. Wichniarek), Ramos
Schiedsrichter: Peter Sippel
Zuschauer: 29.353
Gelbe Karten: Josue (5/4) - Drobny (3)

luk/sid

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Seite 1
noodl 12.03.2010
1.
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Bayern.
ulan 1 12.03.2010
2. Ganz einfach
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Geld regiert die Welt. Da kein deutscher Fußballverein Bayern München hierin die Hand reichen kann, ist das Ergebnis eindeutig. Bis auf ganz wenige "Ausrutscher" hat sich diese Wahrheit für Bayern Münschen bestens und beständig gewährt. Es ist nahezu uninteressant, die Bundesliga dahingehend zu verfolgen, Sieger wird, wer die besten Spieler einkaufen kann.
Haio Forler 12.03.2010
3. .
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Bayern.
Kanzla87 12.03.2010
4.
Auch unter Beachtung des Restprogramms sehe ich (leider) die Bayern im Vorteil. Die nächsten 5 Wochen werden entscheident sein, dann da spielen alle 3 Mannschaften fast ausnahmslos gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Leverkusens Restprogramm mit Hamburg, Dortmund, Schalke, Frankfurt, Bayern und Stuttgart in den nächsten 6 Wochen klingt beeindruckend und wir enorm schwer. Auch Schalke hat mehrheitliche starke Gegner... Fazit: Bayern machts...
krafts 12.03.2010
5.
Zitat von Kanzla87Auch unter Beachtung des Restprogramms sehe ich (leider) die Bayern im Vorteil. Die nächsten 5 Wochen werden entscheident sein, dann da spielen alle 3 Mannschaften fast ausnahmslos gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Leverkusens Restprogramm mit Hamburg, Dortmund, Schalke, Frankfurt, Bayern und Stuttgart in den nächsten 6 Wochen klingt beeindruckend und wir enorm schwer. Auch Schalke hat mehrheitliche starke Gegner... Fazit: Bayern machts...
Genau. Wenigstens kann sich dann keine Mannschaft herausreden, denn alle haben es noch selber in der Hand.
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