Fußball-Bundesliga HSV trotzt Schalke Remis ab

Schalke 04 hat die Chance verpasst, die Tabellenführung zu übernehmen und den FC Bayern von der Spitze zu verdrängen. Das Team von Felix Magath geriet beim HSV in Rückstand, drehte die Partie - und musste sich am Ende dennoch mit einem Punkt begnügen. Die Hamburger wurden für ihren Einsatz belohnt.

dpa

Hamburg - Der FC Schalke 04 hat die Tabellenführung der Bundesliga verpasst. Einen Tag nach der Bayern-Niederlage in Frankfurt mussten sich die Königsblauen am Sonntag beim Hamburger SV mit einem 2:2 (0:1) begnügen. Somit bleiben sie Zweiter hinter den Münchnern. Durch die Punkteteilung fiel der HSV aus den Europacup-Rängen. Dennoch bescheinigte Coach Bruno Labbadia seiner Elf eine "Riesenmoral". "Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff. Mit etwas Glück hätten wir das 3:2 machen können."

Der eingewechselte Jonathan Pitroipa (77.) rettete dem HSV noch einen Zähler, nachdem Kevin Kuranyi mit seinem 15. Saisontor (62.) und Ivan Rakitic (68./Foulelfmeter) die Partie für Schalke zwischenzeitlich gedreht hatten. Vor 57.000 Zuschauern in der Arena hatte Ruud van Nistelrooy (40.) die Gastgeber nach einem Fehler von Schalke-Keeper Manuel Neuer in Führung gebracht.

Das Team von Magath trat in Hamburg erst im zweiten Durchgang wirklich druckvoll auf. Durch die Einwechslung von Alexander Baumjohann erhielt das Spiel von S04 die nötigen Impulse, um die Abwehr des HSV zu überwinden. Drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League hielt das ersatzgeschwächte Team von Bruno Labbadia auch im 43. Pflichtspiel der Saison gut dagegen. Für seinen Einsatz wurde das Team am Ende mit dem Ausgleich durch Pitroipa belohnt, der Schalke den erstmaligen Sprung auf Platz eins seit dem 16. August verdarb.

Van Nistelrooy reaktionsschnell, Rincon klärt auf der Linie

Die erste Torchance in einer Partie, die erst im zweiten Durchgang den Ansprüchen an ein Spitzenspiel gerecht wurde, hatten die Hamburger durch van Nistelrooy. Mit seinem Drehschuss verfehlte der Niederländer das Gehäuse von Neuer jedoch knapp (14.). Auf der Gegenseite musste Frank Rost viel riskieren, um gegen Kuranyi (27.) einen drohenden Rückstand zu verhindern. Der ehemalige Nationalstürmer hatte freie Bahn zum Tor, nachdem Abwehrspieler David Rozehnal den Ball im Mittelfeld vertändelt hatte. Ansonsten war Kuranyi beim Tschechen und seinem Nebenmann Joris Mathijsen zunächst gut aufgehoben.

Als die Königsblauen gerade dabei waren, ein Übergewicht im Mittelfeld zu erkämpfen, brachte sie Neuers Fehler in Rückstand. Der National-Keeper ließ einen Freistoß von Piotr Trochowski nach vorne abprallen und gab van Nistelrooy damit die Chance zu seinem ersten Bundesliga-Tor vor heimischem Publikum. Dessen dritter Saisontreffer brachte die Schalker sichtlich aus dem Konzept, denn plötzlich setzte der HSV die Akzente.

Drei Minuten nach Wiederbeginn machte Neuer seinen Schnitzer wieder gut, als er einen Schuss von Trochowski aus spitzem Winkel entschärfte. Als Rozehnal eine Baumjohann-Flanke unfreiwillig verlängerte, ließ sich Kuranyi die Chance zum Ausgleich nicht entgehen. Sechs Minuten später war der in der Winterpause von Bayern München nach Schalke zurückgekehrte Baumjohann auch am 1:2 beteiligt. Nachdem ihn Mathijsen und van Nistelrooy im Strafraum nur regelwidrig stoppen konnten, verwandelte Rakitic den Elfmeter zum 1:2. Die mögliche Entscheidung verhinderte Tomas Rincon, der im Tor liegend per Kopf einen Treffer von Schalkes Edu verhinderte.

"Ich bin zufrieden, weil wir in einem sehr guten Bundesligaspiel in Hamburg einen Punkt geholt haben. Ein bischen ärgerlich war, dass wir in der ersten Halbzeit, wo wir das Spiel komplett kontrolliert haben, durch eine unnötige Aktion einen Freistoß bekommen, der dann zum 0:1 führt", sagte Schalke-Coach Magath. "Es war ein dramatisches Spiel bis zum Ende und ich kann mit dem Punkt leben. Wir haben ja nicht irgendwo gespielt, sondern beim HSV, die eine sehr gute Mannschaft haben."

Hamburg - Schalke 04 2:2 (1:0)
1:0 van Nistelrooy (40.)
1:1 Kuranyi (62.)
1:2 Rakitic (68., Foulelfmeter)
2:2 Pitroipa (77.)
Hamburg: Rost - Rincon, Rozehnal, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Ze Roberto - Torun (71. Pitroipa), Trochowski - van Nistelrooy (80. Berg), Petric
Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip (61. Edu) - Kluge (46. Baumjohann), Schmitz - Rakitic - Farfan, Kuranyi
Schiedsrichter: Wolfgang Stark
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Jansen (3) - Kluge (3), Höwedes (3)

luk/dpa/sid

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Seite 1
noodl 12.03.2010
1.
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Bayern.
ulan 1 12.03.2010
2. Ganz einfach
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Geld regiert die Welt. Da kein deutscher Fußballverein Bayern München hierin die Hand reichen kann, ist das Ergebnis eindeutig. Bis auf ganz wenige "Ausrutscher" hat sich diese Wahrheit für Bayern Münschen bestens und beständig gewährt. Es ist nahezu uninteressant, die Bundesliga dahingehend zu verfolgen, Sieger wird, wer die besten Spieler einkaufen kann.
Haio Forler 12.03.2010
3. .
Zitat von sysopNoch ist der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga völlig offen. Bayern, Bayer, Schalke - oder gar noch ein anderer Club: Wer liegt am Ende vorne?
Bayern.
Kanzla87 12.03.2010
4.
Auch unter Beachtung des Restprogramms sehe ich (leider) die Bayern im Vorteil. Die nächsten 5 Wochen werden entscheident sein, dann da spielen alle 3 Mannschaften fast ausnahmslos gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Leverkusens Restprogramm mit Hamburg, Dortmund, Schalke, Frankfurt, Bayern und Stuttgart in den nächsten 6 Wochen klingt beeindruckend und wir enorm schwer. Auch Schalke hat mehrheitliche starke Gegner... Fazit: Bayern machts...
krafts 12.03.2010
5.
Zitat von Kanzla87Auch unter Beachtung des Restprogramms sehe ich (leider) die Bayern im Vorteil. Die nächsten 5 Wochen werden entscheident sein, dann da spielen alle 3 Mannschaften fast ausnahmslos gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Leverkusens Restprogramm mit Hamburg, Dortmund, Schalke, Frankfurt, Bayern und Stuttgart in den nächsten 6 Wochen klingt beeindruckend und wir enorm schwer. Auch Schalke hat mehrheitliche starke Gegner... Fazit: Bayern machts...
Genau. Wenigstens kann sich dann keine Mannschaft herausreden, denn alle haben es noch selber in der Hand.
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