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Fußball-Bundesliga: Mainz schafft Wende, Bremen Befreiungsschlag

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Fußball-Bundesliga Mainz triumphiert beim HSV, Werder verlässt Abstiegsränge

Zwei Auswärtssiege am Sonntag: Mit einem Erfolg beim Hamburger SV überholte Mainz den FC Bayern und kletterte auf Platz vier. Werder Bremen gewann beim SC Freiburg und verschaffte sich etwas Luft im Abstiegskampf. Bei beiden Partien machten die Schiedsrichter keine gute Figur.

Hamburg - Zweimal lag Mainz 05 beim Hamburger SV zurück. Zweimal glich der FSV aus. Und zweimal legte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel nach dem zwischenzeitlichen 2:2 noch nach. Das Ergebnis der Mainzer Aufholjagd war ein 4:2 (0:1)-Sieg beim HSV, mit dem Mainz auf 43 Punkte kommt und in der Tabelle vorbei am FC Bayern auf Platz vier kletterte. Der HSV hingegen fiel auf Rang sieben zurück und hat nun schon fünf Punkte Rückstand auf Platz fünf. Im zweiten Sonntagsspiel siegte Werder Bremen 3:1 (1:0) beim SC Freiburg und verbesserte sich auf Platz 14.

In einer kuriosen Partie in Hamburg brachten Marcell Jansen (17. Minute) und Mladen Petric (59.) die Gastgeber zweimal in Führung, doch André Schürrle mit zwei Treffern (56./82.), ein Eigentor von Gojko Kacar (61.) und Florian Heller (88.) sorgten für den neunten Mainzer Sieg im 13. Auswärtsspiel.

Am Samstag hatte der Fußball-Weltverband Fifa bekanntgegeben, die Entscheidung zur Einführung von Torlinien-Technologien auf März 2012 zu verschieben. Wäre sie heute schon im Einsatz, hätte es zur Halbzeit wohl nicht 1:0 für den HSV gestanden. Denn Jansens Schuss war vor 49.462 Zuschauern in der Hamburger Arena von der Unterkante der Latte abgeprallt und deutlich vor der Torlinie aufgekommen. Schiedsrichter Babak Rafati entschied nach einem Signal seines Linienrichters Christoph Bornhorst jedoch auf Treffer. "Da sind wir krass benachteiligt worden. Wohl so ziemlich jeder im Stadion hat gesehen, dass der Ball nicht drin war", sagte 05-Manager Christian Heidel.

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Ansonsten gehörte Mainz die erste Halbzeit. Die Gäste begannen selbstbewusst und stellten mit ihren Kontern die HSV-Defensive vor Probleme. Schürrle hatte nach fünf Minuten die erste Chance. Hamburg machte im Spielaufbau zu viele Fehler, selbst das Tor brachte nicht mehr Sicherheit, im Gegenteil: Andreas Ivanschitz prüfte per Hacke HSV-Torwart Frank Rost (26.), Joris Mathijsen warf sich in Nico Bungerts Nachschuss. Der Niederländer hatte kurz darauf Glück, als sein hartes Einsteigen gegen Risse nur mit Gelb geahndet wurde. Rost rettete anschließend erneut gegen Ivanschitz und hielt die Hamburger Führung fest.

HSV-Trainer Armin Veh reagierte und brachte nach der Pause Piotr Trochowski und Änis Ben-Hatira. Mit frischem Personal bestimmte der HSV nun die Partie. Zwar setzte sich Schürrle gegen Dennis Aogo durch und köpfte zum 1:1-Ausgleidch ins Tor; doch davon unbeeindruckt brachte Petric mit seinem achten Saisontreffer Hamburg wieder in Führung. Allerdings hätte auch dieses Tor nicht zählen dürfen, weil Paolo Guerrero zuvor Mainz-Kapitän Nikolce Noveski gefoult hatte.

Im nun aufregenden Schlagabtausch fälschte Kacar keine 120 Sekunden später Risses Hereingabe ins eigene Netz ab. In der Folge wollten beide Teams den Siegtreffer und setzten alles auf Offensive. Schürrle und der eingewechselte Heller sorgten schließlich für den verdienten Mainzer Erfolg.

"Das war ein sehr wichtiger Sieg in Richtung Europa, ein Superstart in die Schlussphase der Saison", sagte Schürrle. Dagegen war HSV-Torschütze Petric bedient: "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit ziemlich dämlich angstellt. Nach dem 2:1 dürfen wir nicht so schnell das Gegentor bekommen. Danach zu Hause noch zweimal in einen Konter zu laufen, darf einfach nicht passieren."

Hamburger SV - FSV Mainz 05 2:4 (1:0)
1:0 Jansen (18.)
1:1 Schürrle (56.)
2:1 Petric (59.)
2:2 Kacar (61., Eigentor)
2:3 Schürrle (82.)
2:4 Florian Heller (88.)
Hamburg: Rost - Demel (83. van Nistelrooy), Kacar, Mathijsen, Aogo - Westermann, Ze Roberto - Pitroipa (46. Trochowski), Jansen (46. Ben-Hatira) - Guerrero, Petric
Mainz: Heinz Müller - Bungert, Svensson, Noveski, Fathi - Polanski, Kirchhoff, Soto (86. Christian Fuchs) - Ivanschitz (46. Holtby) - Risse (83. Florian Heller), Schürrle
Schiedsrichter: Rafati
Zuschauer: 49.462
Gelbe Karten: Mathijsen (4), Pitroipa - Svensson (4), Polanski (6)

Bremen siegt dank Pizarro und Marin beim SC Freiburg

Wenn es einen idealen Aufbaugegner für Werder Bremen gibt, dann ist es der SC Freiburg. Seit April 2004 hat der Club nicht mehr gegen Bremen gepunktet. Werder hatte seine beiden jüngsten Spiele in Freiburg sogar jeweils 6:0 gewonnen. Angesichts dieser Ergebnisse war Freiburg mit der 1:3 (0:1)-Heimniederlage am Sonntag noch gut bedient, zumal Bremen viele gute Torchancen vergab.

Sandro Wagner brachte Bremen in Führung (12. Minute), Papiss Demba Cissé glich per Elfmeter mit seinem 17. Saisontreffer aus. Claudio Pizarro brachte Werder nach einem schweren Abwehrfehler erneut in Front (76.), Marko Marin erzielte in der Nachspielzeit den Endstand. Bremen steht mit 28 Punkten auf Platz 14, Freiburg hat 37 Punkte und ist Achter.

"Nach dem wichtigen Punktgewinn gegen Leverkusen sind wir noch enger zusammengerückt. Wir hatten eine sehr gute Stimmung auf dem Platz und haben verdient gewonnen", sagte Werder-Kapitän Torsten Frings.

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Vor rund 23.000 Zuschauern erspielten sich die Gäste bereits in der siebten Minute die große Chance zur Führung. Nach guter Vorarbeit von Torjäger Pizarro vergab der erst 18 Jahre alte Spielmacher Florian Trinks freistehend. Werder dominierte auch im Anschluss die Partie und ging verdient in Führung. Wagner nutzte nach einer Ecke das Chaos in der Freiburger Defensive und staubte aus kurzer Distanz ab.

Die Gastgeber leisteten sich in der Abwehr zahlreiche Fehler, in der Offensive brachte das Team von Trainer Robin Dutt kaum etwas zustande. Bremen kontrollierte ohne große Mühe das Geschehen. Erst in der 20. Minute sorgte eine Kopfball von SC-Innenverteidiger Ömer Toprak für ein wenig Gefahr vor dem Bremer Tor. Sechs Minuten später verfehlte ein Weitschuss des Freiburgers Anton Putsila nur knapp sein Ziel. Nach einer halben Stunde wurde Freiburg stärker, Bremen zog sich zurück. Aus der Feldüberlegenheit zog die Heimelf aber keinen Nutzen. Vor allem im Abschluss agierten die Gastgeber meist überhastet.

Werder nach der Halbzeit nachlässig

Nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel wurden die Bremer für ihre Nachlässigkeiten bestraft. Nach einem Foul von Tim Borowski an Erik Jendrisek gab Schiedsrichter Knut Kircher Elfmeter. Cissé verwandelte sicher.

Im Anschluss entwickelte sich ein offenes Spiel. Oliver Barth staubte zum 2:1 für Freiburg ab. Referee Kircher gab das Tor aber fälschlicherweise nicht, weil er Ömer Toprak bei der Kopfballvorlage im Abseits wähnte (57.). Anschließend vergab der eingewechselte Bremer Marin die Chance zur Werder-Führung (62.), auf der Gegenseite ließen Cedrick Makiadi (64.) und Putsila (73.) Gelegenheiten aus. Pizarro nutzte einen krassen Fehler von Maximilian Nicu, dessen Rückpass einen Werder-Konter und das anschließende Tor einleitete.

Als Freiburg versuchte, wenigstens einen Punkt zu retten, erzielte Marin mit einem sehenswerten Solo den dritten Treffer für Werder, der den zweiten Bremer Auswärtssieg in dieser Saison besiegelte. Werder-Trainer Thomas Schaaf zog zufrieden Bilanz: "Wir haben immer wieder den Weg nach vorne gesucht und sind belohnt worden."

SC Freiburg - SV Werder Bremen 1:3 (0:1)
0:1 Wagner (12.)
1:1 Cissé (49., Elfmeter)
1:2 Pizarro (76. )
1:3 Marin (90.+2)
Freiburg: Baumann - Nicu, Toprak, Butscher, Bastians - Barth (80. Yano) - Jendrisek (83. Jäger), Abdessadki, Makiadi, Putsila - Cissé
Bremen: Wiese - Pasanen, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Frings - Bargfrede, Borowski (85. Balogun) - Trinks (59. Marin) - Pizarro, Wagner (59. Arnautovic)
Schiedsrichter: Kircher
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Putsila (5), Cissé (7) - Pasanen (3), Wagner, Borowski (3), Silvestre (3), Pizarro (4), Wiese (4)

ham/ulz/sid/dpa
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