Fußball-Bundesliga Mainz verdrängt Dortmund von der Spitze

Mainz wieder auf eins: Dank eines Auswärtssieges in Leverkusen steht Mainz 05 wieder ganz oben in der Tabelle. Borussia Dortmund spielte gegen Hoffenheim nur remis und musste den Spitzenplatz räumen. Stuttgart ist nach einem Sieg gegen Aufsteiger St. Pauli nicht mehr Letzter.

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Hamburg - Borussia Dortmunds kurzer Ausflug an die Tabellenspitze ist vorerst beendet: Nach einem Spieltag musste der BVB Platz eins wieder an den FSV Mainz 05 abgeben. Die Mainzer gewannen 1:0 (0:0) in Leverkusen, während Dortmund gegen 1899 Hoffenheim nur 1:1 (0:1) spielte. Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) stehen sich Mainz und Dortmund direkt gegenüber. Der VfB Stuttgart feierte beim 2:0 (1:0) gegen St. Pauli den zweiten Saisonsieg und verließ damit Platz 18. Am Tabellenende steht nun der 1. FC Köln, der sich am Sonntagnachmittag von Trainer Zvonimir Soldo trennte.

Matchwinner für Mainz war Andreas Ivanschitz. Ausgerechnet auf Vorarbeit des künftigen Bayer-Profis André Schürrle sorgte der Österreicher in der 70. Minute für den Siegtreffer in Leverkusen. Nach einem tollen Pass von Sami Allagui auf den Flügel legte der zwei Minuten zuvor eingewechselte Schürrle auf Ivanschitz quer, der ebenfalls kurz zuvor aufs Feld gekommen war. Ivanschitz brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben.

Leverkusens Torwart René Adler räumte ein, dass "die cleverere Mannschaft gewonnen hat." Das Mainzer Selbstvertrauen demonstrierte unterdessen Präsident Harald Strutz: "Unsere Mannschaft spielt einen tollen Fußball und steht zurecht da oben." Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel war unterdessen mit der ersten Halbzeit "nicht zufrieden", freute sich aber über die "Leistungssteigerung nach dem Wechsel. Am Ende haben wir mit Willen und Leidenschaft verteidigt."

Tuchels Elf war die Verunsicherung nach der ersten Saisonniederlage gegen den Hamburger SV in der Vorwoche (0:1) zunächst allerdings noch deutlich anzumerken. Mit den drei defensiv eingestellten Mittelfeldspielern Simon Rolfes, Arturo Vidal und Lars Bender konnte Bayer früh den Angriffsdrang der Gäste stören. Ohne Abwehrchef Sami Hyypiä, der mit einem Außenbandriss im Fuß mehrere Wochen ausfällt, bestimmte Bayer das Spiel. Ein Kopfball des Schweizer Stürmers Eren Derdiyok (21.) aus elf Metern strich nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbei.

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Nach einer Großchance von Adam Szalai (24.), der den Ball über das Tor von René Adler lupfte, legten die Gäste ihre Lethargie ab. Die nächste Chance hatte dennoch Leverkusen: Der Mainzer Keeper Christian Wetklo wehrte einen Derdiyok-Distanzschuss ab (35.). Nur eine Minute später parierte auf der anderen Seite Adler einen Kopfball von Szalai.

Nach der Pause machte sich Leverkusens hoher läuferischer Aufwand bemerkbar. Zwar blieb der Mainzer Jungstar Lewis Holtby beim überzeugenden Vidal weitgehend abgemeldet. Erneut war es aber Szalai, der das Bayer-Tor in Gefahr brachte. Den Flachschuss des Ungarn lenkte Adler in größter Not zur Ecke (55.). Wenig später versuchte Marco Caligiuri aus aussichtsreicher Position einen Querpass, statt selbst abzuschließen.

In der 68. Minute bewies Tuchel erneut sein Gespür für die Situation und wechselte Ivanschitz sowie Schürrle ein. Nur zwei Minuten später sorgten das Duo für unbändigen Jubel der Gäste-Fans. Sidney Sam traf für Bayer in der 80. Minute mit einer Direktabnahme nur noch die Latte.

Bayer 04 Leverkusen - FSV Mainz 05 0:1 (0:0)
0:1 Ivanschitz (70.)
Leverkusen: Adler - Schwaab, Manuel Friedrich, Reinartz, Kadlec (75. Jörgensen) - Vidal - Lars Bender, Rolfes (59. Balitsch) - Sam, Barnetta (59. Helmes) - Derdiyok
Mainz: Wetklo - Bungert, Svensson, Noveski, Christian Fuchs - Marco Caligiuri, Polanski, Soto - Holtby (68. Schürrle) - Allagui (87. Karhan), Szalai (68. Ivanschitz)
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Karhan, Wetklo (2)

insgesamt 622 Beiträge
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Seite 1
Schwabenpower 25.09.2010
1.
Zitat von sysopNicht nur Mainz spielt ganz vorne mit, auch andere vermeintlich 'kleine' Clubs stehen unerwartet oben in der Tabelle. Topclubs wie Schalke und Stuttgart dagegen sind im Tabellenkeller. Eine Momentaufnahme? Oder eine Verschiebung der Machtverhältnisse?
Die Bundesliga spielt nicht nur verrückt, sondern verrückt gut. Eine Verschiebung der Machtverhältnisse ist klar erkennbar. Aber wahrscheinlich verschieben sich die Machtverhältnisse auch wieder zurück. Bis Spieltag 9 oder 10 muss man aber mindestens noch abwarten.
hfftl 25.09.2010
2. Mysteriös
Nicht nur die Bundesliga spielt verrückt. Man schaue nach Italien, Frankreich, Österreich, in die Schweiz... Muss an irgendeiner ko(s)mischen Konstellation liegen.
derweise 25.09.2010
3. Das sind nicht mehr die alten Bayern!
Das Spiel heute gegen Mainz hat gezeigt: das sind nicht mehr die alten Bayern! Früher haben die Bayern die entscheidenden Duelle fast immer für sich entschieden.
Achim 25.09.2010
4. Auswärts
Die Bundesliga spielt vor allem derzeit auswärts besser als zuhause.
Rockker, 25.09.2010
5.
Am Ende wird die Tabelle so aussehen: 1.Mainz- Meister; CL 2.Hannover, CL 3.Freiburg, CLQ 4.Dortmund EL, immerhin... 12.Bayern, nichts... 16.Bremen, Relegation 17.Stuttgart, 2-Liga 18.Schalke, 2.Liga
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