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Sonntagsspiele: Dortmund glücklich, Mainz überglücklich

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Fußball-Bundesliga Mainz verdrängt Dortmund von der Spitze

Mainz wieder auf eins: Dank eines Auswärtssieges in Leverkusen steht Mainz 05 wieder ganz oben in der Tabelle. Borussia Dortmund spielte gegen Hoffenheim nur remis und musste den Spitzenplatz räumen. Stuttgart ist nach einem Sieg gegen Aufsteiger St. Pauli nicht mehr Letzter.

Hamburg - Borussia Dortmunds kurzer Ausflug an die Tabellenspitze ist vorerst beendet: Nach einem Spieltag musste der BVB Platz eins wieder an den FSV Mainz 05 abgeben. Die Mainzer gewannen 1:0 (0:0) in Leverkusen, während Dortmund gegen 1899 Hoffenheim nur 1:1 (0:1) spielte. Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) stehen sich Mainz und Dortmund direkt gegenüber. Der VfB Stuttgart feierte beim 2:0 (1:0) gegen St. Pauli den zweiten Saisonsieg und verließ damit Platz 18. Am Tabellenende steht nun der 1. FC Köln, der sich am Sonntagnachmittag von Trainer Zvonimir Soldo trennte.

Matchwinner für Mainz war Andreas Ivanschitz. Ausgerechnet auf Vorarbeit des künftigen Bayer-Profis André Schürrle sorgte der Österreicher in der 70. Minute für den Siegtreffer in Leverkusen. Nach einem tollen Pass von Sami Allagui auf den Flügel legte der zwei Minuten zuvor eingewechselte Schürrle auf Ivanschitz quer, der ebenfalls kurz zuvor aufs Feld gekommen war. Ivanschitz brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben.

Leverkusens Torwart René Adler räumte ein, dass "die cleverere Mannschaft gewonnen hat." Das Mainzer Selbstvertrauen demonstrierte unterdessen Präsident Harald Strutz: "Unsere Mannschaft spielt einen tollen Fußball und steht zurecht da oben." Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel war unterdessen mit der ersten Halbzeit "nicht zufrieden", freute sich aber über die "Leistungssteigerung nach dem Wechsel. Am Ende haben wir mit Willen und Leidenschaft verteidigt."

Tuchels Elf war die Verunsicherung nach der ersten Saisonniederlage gegen den Hamburger SV in der Vorwoche (0:1) zunächst allerdings noch deutlich anzumerken. Mit den drei defensiv eingestellten Mittelfeldspielern Simon Rolfes, Arturo Vidal und Lars Bender konnte Bayer früh den Angriffsdrang der Gäste stören. Ohne Abwehrchef Sami Hyypiä, der mit einem Außenbandriss im Fuß mehrere Wochen ausfällt, bestimmte Bayer das Spiel. Ein Kopfball des Schweizer Stürmers Eren Derdiyok (21.) aus elf Metern strich nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbei.

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Nach einer Großchance von Adam Szalai (24.), der den Ball über das Tor von René Adler lupfte, legten die Gäste ihre Lethargie ab. Die nächste Chance hatte dennoch Leverkusen: Der Mainzer Keeper Christian Wetklo wehrte einen Derdiyok-Distanzschuss ab (35.). Nur eine Minute später parierte auf der anderen Seite Adler einen Kopfball von Szalai.

Nach der Pause machte sich Leverkusens hoher läuferischer Aufwand bemerkbar. Zwar blieb der Mainzer Jungstar Lewis Holtby beim überzeugenden Vidal weitgehend abgemeldet. Erneut war es aber Szalai, der das Bayer-Tor in Gefahr brachte. Den Flachschuss des Ungarn lenkte Adler in größter Not zur Ecke (55.). Wenig später versuchte Marco Caligiuri aus aussichtsreicher Position einen Querpass, statt selbst abzuschließen.

In der 68. Minute bewies Tuchel erneut sein Gespür für die Situation und wechselte Ivanschitz sowie Schürrle ein. Nur zwei Minuten später sorgten das Duo für unbändigen Jubel der Gäste-Fans. Sidney Sam traf für Bayer in der 80. Minute mit einer Direktabnahme nur noch die Latte.

Bayer 04 Leverkusen - FSV Mainz 05 0:1 (0:0)
0:1 Ivanschitz (70.)
Leverkusen: Adler - Schwaab, Manuel Friedrich, Reinartz, Kadlec (75. Jörgensen) - Vidal - Lars Bender, Rolfes (59. Balitsch) - Sam, Barnetta (59. Helmes) - Derdiyok
Mainz: Wetklo - Bungert, Svensson, Noveski, Christian Fuchs - Marco Caligiuri, Polanski, Soto - Holtby (68. Schürrle) - Allagui (87. Karhan), Szalai (68. Ivanschitz)
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Karhan, Wetklo (2)

Dortmund feiert Punktgewinn in letzter Sekunde

Mit einem sehenswerten Freistoß hat Joker Antonio da Silva Borussia Dortmund vor der zweiten Saisonniederlage bewahrt. In der Nachspielzeit traf da Silva aus 18 Metern zum 1:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim. Damit rettete er der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp zumindest einen Punkt. Allerdings verpasste der BVB den achten Sieg in Serie.

"Die Erleichterung ist groß. Was wir in der zweiten Halbzeit geleistet haben, war unglaublich", sagte Klopp. Die Gäste waren durch das Tor von Demba Ba (10.) früh in Führung gegangen. Sejad Salihovic sah wegen Meckerns bei den Gästen Gelb-Rot (90.+4).

Drei Tage nach dem Europa-League-Auftritt am Donnerstag gegen Paris St. Germain (1:1) musste der BVB mit seinem laufintensiven Spiel lange Zeit den kraftraubenden englischen Wochen Tribut zollen. Zwar überzeugte Dortmund kämpferisch gegen einen gut organisierten Gegner, doch spielerisch und in der Chancenverwertung konnten die Gastgeber vor 80.720 Zuschauern nicht an die souveränen Vorstellungen der vergangenen Wochen anknüpfen.

Die Gäste, die kurzfristig auf die verletzten Josip Simunic (Achillessehnenprobleme) und Andreas Ibertsberger (Leistenbeschwerden) verzichten mussten, nutzten gleich ihre erste Chance zum Führungstreffer. Ba verwertete einen Pass von Luiz Gustavo aus kurzer Distanz. Der BVB reagierte mit schnellen, aggressiven Angriffen.

So erzwang die Heimelf einen Handelfmeter, den Isaac Vorsah in der 15. Minute verursachte. Nachdem Nuri Sahin gegen 1899-Torhüter Tom Starke sicher verwandelt hatte, ließ Schiedsrichter Wolfgang Stark den Strafstoß wiederholen, weil BVB-Stürmer Lucas Barrios angeblich zu früh in den Strafraum gelaufen war. Im zweiten Versuch entschied Starke das Duell gegen Sahin für sich. Nach dem Spiel ärgerte sich Klopp über die Wiederholung. "Das ist ja wahnsinnig - lächerlich", meinte Klopp, "das ist an Ungerechtigkeit kaum mehr zu überbieten."

Dortmund machte weiter Druck, während Hoffenheim mit schnellen Kontern stets gefährlich blieb. Auch in der zweiten Halbzeit stemmten sich die Borussen gegen die Niederlage. Mit viel Glück überstanden die Gäste einige brenzlige Sitiationen. Das Hoffenheimer Offensivspiel fand nur noch sporadisch statt. Großchancen hatte nur der BVB. Barrios etwa verfehlte das Gästetor mit einem Flachschuss nur um Zentimeter (60.). Das Ergebnis gehe "mehr als in Ordnung - ich bin superstolz", sagte Klopp.

Dagegen war Klopps Kollege Ralf Rangnick nach dem Spiel angefressen: "Ich habe keine Lust, das ganze Spiel Revue passieren zu lassen. Denn es reduziert sich für uns auf die 92. Minute." Vor dem Freistoß, der zum Ausgleich führte, habe es ein Foul an Chinedu Obasi gegeben, Obasi habe selbst nicht gefoult. Die Entscheidung auf Freistoß für den BVB habe Dortmund den Ausgleich und einen Punkt beschert. "Für uns fühlt sich das an wie eine Niederlage."

Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim 1:1 (0:1)
0:1 Ba (9.)
1:1 da Silva (90.+3)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender (46. Götze), Sahin - Blaszczykowski (74. da Silva), Kagawa, Großkreutz (59. Lewandowski) - Barrios
Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah, Compper, Gustavo - Rudy - Vukcevic, Weis (90.+1 Obasi), Salihovic - Ba, Mlapa (46. Sigurdsson)
Schiedsrichter: Stark
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Salihovic wegen Meckerns (90.+4)
Gelbe Karten: Subotic (2) - Beck, Gustavo (2), Vukcevic (2)

Stuttgart nach Sieg gegen St. Pauli nicht mehr Letzter

Der VfB Stuttgart ist auf dem Weg aus dem Tabellenkeller. Durch das glückliche 2:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli verließ der VfB die Abstiegsplätze. Den zweiten Saisonsieg sicherten die Tore von Georg Niedermeier (19.) und Zdravko Kuzmanovic (79.).

Nach einem Eckball von Timo Gebhart köpfte Abwehrspieler Niedermeier den VfB ein wenig überraschend in Führung. Die Schwaben hatten bis dahin große Probleme beim Spielaufbau, St. Pauli störte früh und spielte zielstrebiger nach vorne. Gerald Asamoah besaß in der 10. Minute auch die Chance zur Gäste-Führung.

Nach dem Führungstreffer nahm das Spiel Fahrt auf. Zunächst traf Kuzmanovic aus 25 Metern nur auf das Tornetz (22.), danach rückte VfB-Torwart Sven Ulreich in den Blickpunkt. Erst lenkte er einen Schuss von Matthias Lehmann um den Pfosten (23.), dann hatte er Glück, das Carlos Zambrano mit einem Schuss aus 25 Metern nur die Latte traf (31.). St. Paulis Torhüter Thomas Kessler bewahrte seine Mannschaft gegen Serdar Tascis Kopfball (45.) vor einem weiteren Gegentreffer.

Nach der Pause verhielt sich der VfB erstaunlich passiv. Ulreich parierte bei einem Kopfball von Marius Ebbers (49.), hatte aber in der 54. Minute erneut Glück, dass Abwehrspieler Serdar Tasci einen Lupfer von Max Kruse von der Torlinie schlug.

Erst als St. Pauli nach einer guten Stunde immer vehementer auf den Ausgleich drängte, ergaben sich auch für den VfB Konterchancen. In der 79. Minute schloss der VfB einen Konter erfolgreich ab, als sich Ciprian Marica auf der rechten Seite durchsetzte und den mitgelaufenen Kuzmanovic bediente. Der serbische Nationalspieler traf mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze.

VfB Stuttgart - FC St. Pauli 2:0 (1:0)
1:0 Niedermeier (19.)
2:0 Kuzmanovic (79.)
Stuttgart: Ulreich - Celozzi, Niedermeier, Tasci, Boka (81. Molinaro) - Kuzmanovic, Träsch - Gebhart, Gentner (38. Harnik) - Cacau, Pogrebnyak (71. Marica)
St. Pauli: Kessler - Lechner, Zambrano, Thorandt, Oczipka - Boll (63. Bruns), Lehmann - Kruse (58. Naki), Asamoah (83. Takyi), Bartels - Ebbers
Schiedsrichter: Welz
Zuschauer: 40.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Celozzi (2), Träsch, Kuzmanovic (2) - Ebbers, Lehmann (2)

ulz/sid/dpa
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