Fußball-Bundesliga Neue Hoffnung am Betzenberg


Kaiserslautern - Beim krisengeschüttelten 1. FC Kaiserslautern keimt nach dem Abschluss der Bundesliga-Hinrunde wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. Die Pfälzer bezwangen im letzten Spiel vor der Winterpause Hertha BSC Berlin glücklich mit 2:1 (1:0) und verkürzten den Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz auf sechs Punkte. Die Berliner verpassten drei Tage nach dem Erreichen des Uefa-Cup-Achtelfinals den Anschluss an die Spitzengruppe.

Vratislav Lokvenc (28.) erzielte das 1:0 für die Gastgeber, Pal Dardai (64.) glich für die Berliner aus. Matchwinner für den FCK war Abwehrspieler Harry Koch, der in der 87. Minute cool einen Foulelfmeter verwandelte. Hertha-Schlussmann Gabor Kiraly hatte zuvor den Brasilianer Lincoln zu Fall gebracht.

"Wir haben Moral bewiesen", sagte Sieg-Torschütze Koch erleichtert. FCK-Trainer Erik Gerets war "natürlich überglücklich". Hertha-Coach Huub Stevens kommentierte angesäuert: "Wir waren besser, und es ist ärgerlich so zu verlieren." Auch Marko Rehmer schimpfte über den umstrittenen Elfmeterpfiff: "Das war ein Geschenk des Schiedsrichters. Der Lauterer hatte doch gar keine Chance mehr, an den Ball zu kommen." Moderater äußerte sich Stefan Beinlich, der für Andreas Neuendorf ins Team zurückgekehr war. "Wir müssen die Fehler schon bei uns suchen."

Vor 34.142 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion waren tatsächlich die Gastgeber zunächst die spielbestimmende Mannschaft. Das Team von Trainer Erik Gerets, der kurzfristig auf Ex-Nationalspieler Mario Basler (Sprunggelenkverletzung) verzichten musste, dominierte vor allem im Mittelfeld das Geschehen. Allerdings konnte sich der FCK keine klaren Tormöglichkeiten erarbeiten. Ein Freistoß des Ex-Kölners Christian Timm (6.) strich knapp über das Berliner Tor.

Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Herthaner die Partie besser in den Griff. Die Berliner beschränkten sich aber darauf, das Aufbauspiel der "Roten Teufel" zu stören und kamen selbst kaum gefährlich vor das Tor von FCK-Keeper Georg Koch. Auf Grund der defensiven Ausrichtung der Gäste veflachte das Niveau der Begegnung. Die beste Gelegenheit in dieser Phase vergab der Lauterer Stürmer Lokvenc (24.). Der Tscheche scheiterte aus kurzer Distanz an Kiraly, der trotz einer im Uefa-Cup erlittenen Beckenprellung das Gehäuse der Berliner hütete.

Nur vier Minuten später machte es Lokvenc besser und erzielte per Kopf die Lauterer Führung. Der Tscheche profitierte bei seinem dritten Saisontor von der kurzen Abwesenheit seines Gegenspielers Marko Rehmer. Der Nationalverteidiger wurde nach einem Zusammenprall mit FCK-Kapitän Harry Koch wegen einer Platzwunde am Kopf an der Seitenlinie behandelt. Die Gäste hätten allerdings noch vor der Pause ausgleichen können, doch Michael Hartmann scheiterte am glänzend parierenden Lauterer Torwart Georg Koch (41.).

Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Gastgeber um den Ausbau der Führung. Vor allem der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Nationalstürmer Miroslav Klose, der nach seiner überstandenen Knie- und Schienbeinprellung erstmals seit zwei Wochen wieder zum Einsatz kam, sorgte für neuen Schwung in der Offensive. Dennoch waren es die Berliner, die mit ihrer ersten nennenswerten Torchance in der zweiten Hälfte den Ausgleich durch Dardai erzielten.

1. FC Kaiserslautern - Hertha BSC Berlin 2:1 (1:0)
1:0 Lokvenc (28.)
1:1 Dardai (64.)
2:1 Harry Koch (87., Foulelfmeter)
Kaiserslautern: Georg Koch - Harry Koch, Klos, Ramzy, Riedl - Sforza, Anfang (71. Bjelica) - Timm (46. Klose), Lincoln, Dominguez (81. Adzic) - Lokvenc
Berlin: Kiraly - Friedrich, Rehmer, van Burik, Nene (77. Schmidt) - Hartmann, Dardai, Beinlich, Goor (58. Pinto) - Marcelinho - Luizao (83. Preetz)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 34.142
Gelbe Karten: Dominguez - Hartmann (3)



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