Fußball-Bundesliga Nur Dortmund verliert Bayern nicht aus den Augen

Meister Borussia Dortmund hat den Punkteverlust des FC Bayern in Bielefeld genutzt und den Rückstand auf den Tabellenführer verkleinert. Die Westfalen siegten gegen Leverkusen, der bisherige Zweite aus Bremen verlor das Nord-Derby beim HSV.


Erzielte den zweiten Treffer für den BVB: Der Tscheche Jan Koller
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Erzielte den zweiten Treffer für den BVB: Der Tscheche Jan Koller

Hamburg - Der BVB hat durch den 2:0 (2:0)-Sieg gegen Bayer Leverkusen seinen Platz in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga gefestigt. Die Dortmunder haben jetzt 36 Zähler auf dem Konto und konnten den Rückstand auf den Tabellenführer aus München auf sieben Punkte verringern. Werder Bremen dagegen verlor durch die 0:1 (0:0)-Niederlage beim Hamburger SV im zweiten Sonntagsspiel weiteren Boden auf den Spitzenreiter.

Vizemeister Bayer Leverkusen befindet sich mittlerweile im Abstiegstrubel. Lediglich ein Punkt trennt die Rheinländer nach der Niederlage in Dortmund von den Abstiegsrängen. "Man hat gesehen, dass die Nerven teilweise blank liegen. Aber wir werden jetzt nicht auf den Spielern herumhacken, mit denen wir in der letzten Saison gut über die Saison gekommen sind. Wir müssen die Ruhe behalten und nach vorne schauen", sagte Bayer-Manager Reiner Calmund nach der zweiten Pleite in Folge ohne einen Torerfolg.

Rote Karte für Bastürk nach sechs Minuten


Die Vorentscheidung vor 67.600 Zuschauern im Westfalenstadion war bereits nach sechs Minuten gefallen. Zunächst hatte der Brasilianer Ewerthon die Schwarz-Gelben mit seinem zehnten Saisontreffer (3.) in Führung geschossen. Drei Minuten später sah der Leverkusener Yildiray Bastürk nach einem brutalen Foul am Dortmunder Torschützen von Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich (Berlin) die Rote Karte.

Die Schlüsselszene des Spiels: Yildiray Bastürk (r.) sieht für das Foul am Dortmunder Ewerthon die Rote Karte
DPA

Die Schlüsselszene des Spiels: Yildiray Bastürk (r.) sieht für das Foul am Dortmunder Ewerthon die Rote Karte

"Nach dem 0:1 und dem Platzverweis war das Spiel verloren. Bei dem Tor haben Juan und Placente geschlafen, den konnte Jörg Butt nicht halten. Die Rote Karte konnte man geben, da kam Bastürk zu spät. Wir hatten heute alle dabei, die halbwegs gesund waren. Die Mannschaft ist jetzt noch mehr gefordert, für den Verein Verantwortung zu übernehmen", sagte Toppmöller. Das 2:0 besorgte Jan Koller mit seinem neunten Tor der laufenden Spielzeit.

"Ich bin insgesamt zufrieden, wir haben in einer Drucksituation Stärke bewiesen. Ich wusste nicht, wie stabil wir nach der Auftaktniederlage sind. Über die zweite Halbzeit müssen wir allerdings noch reden, da hätten wir eigentlich das dritte Tor erzielen müssen. Stattdessen sind wir gegen zehn Mann fast in Konter gelaufen", sagte Borussen-Coach Matthias Sammer nach der Partie.

HSV auf Uefa-Cup-Kurs


Im zweiten Sonntagsspiel musste der SV Werder Bremen im Nord-Derby beim HSV eine 0:1 (0:0)-Niederlage einstecken. Der Hamburger SV unterstrich damit seine Ambitionen im Kampf um einen Uefa-Cup-Platz. Die Bremer rutschten hinter Borussia Dortmund auf den dritten Platz ab. Sergej Barbarez nutzte in einem emotionsgeladenen und von Kampf bestimmten Spiel in der 56. Minute eine Unachtsamkeit von Werder-Kapitän Frank Verlaat zur Führung. "Das war sicher die Schlüsselsituation. Allerdings hat Barbarez auch das nötige Glück gehabt", sagte Verlaat.

Vor 46.742 Zuschauern lieferten sich die Nordrivalen trotz teilweise dichter Schneefälle ein packendes Derby. Die Augen der Hamburger waren dabei vor allem auf Neuzugang Naohiro Takahara gerichtet, der sein Heimdebüt feierte. Der japanische Nationalspieler hatte in der Sturmspitze mehrere gute Szenen und wirkte stets gefährlich, sein erstes Bundesliga-Tor blieb ihm jedoch verwehrt. "Wir haben hinten sicher gestanden und die Räume gut eng gemacht. Mit der nötigen Geduld haben wir vorne auf unsere Chance gelauert. Das war ein schönes Tor von Barbarez", sagte Hamburgs Trainer Kurt Jara.

Sein Trainerkollege Thomas Schaaf (Werder Bremen) war weniger zufrieden: "Wir haben heute leider versäumt, unsere Möglichkeiten zu nutzen. Der HSV hat dies ein wenig besser gemacht. Es war insgesamt ein sehr unruhiges Spiel von beiden Teams."



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