Fußball-Bundesliga Höchstens 15.000 Zuschauer – oder sogar Geisterspiele

Die Beschlüsse der Corona-Runde von Bund und Ländern bringen erhebliche Einschränkungen für den Profisport mit sich: Bundesweit wird die Stadionkapazität gedeckelt. Manche Länder gehen noch weiter.
Leipzig musste die Partie gegen Bayer Leverkusen zuletzt bereits ohne Zuschauer austragen

Leipzig musste die Partie gegen Bayer Leverkusen zuletzt bereits ohne Zuschauer austragen

Foto: Roger Petzsche / imago images/Picture Point LE

Der deutsche Profisport ist zwar von bundesweiten Geisterspielen verschont geblieben, muss sich aber auf starke Zuschauerrestriktionen gefasst machen. Vorerst dürfen die Stadien der Fußball-Bundesliga nur noch bis zu 50 Prozent ausgelastet werden – allerdings gedeckelt bei maximal 15.000 Fans. Für Hallensportarten gilt dieselbe Prozentregelung bei höchstens 5000 Zuschauern.

Die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Donnerstag zur Coronalage sind allerdings wie erwartet nicht deutschlandweit einheitlich gültig. Denn neben diesen Mindeststandards sind den Bundesländern zusätzlich schärfere Maßnahmen wie Partien vor leeren Rängen vorbehalten – was unter anderem Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen voraussichtlich umsetzen werden.

»Wir halten Geisterspiele für sinnvoll und werden das auch morgen im bayerischen Kabinett umsetzen. Ich finde es schade und auch schlecht, dass wir uns nicht einigen konnten, dass einige Bundesländer Zuschauer erlauben wollen«, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: »Bei den Geisterspielen wollen wir das ab diesem Wochenende machen, sonst macht das ja keinen Sinn. Für dieses Jahr also Geisterspiele, im nächsten Jahr muss man dann sehen, wie die Infektionslage ist.«

Einhellig verständigten sich die Spitzenpolitiker bei ihren Beschlüssen darauf, dass

  • medizinische Masken getragen werden müssen.

  • Außerdem gilt, dass nur Geimpfte und Genesene (2G) in die Arenen dürfen.

  • Ergänzend kann für die Zuschauer ein aktueller Test (2G Plus) vorgeschrieben werden.

Weitergehende Maßnahmen sind möglich – auch wenn die Formulierung vage ist. »In Ländern mit einem hohen Infektionsgeschehen müssen Veranstaltungen nach Möglichkeit abgesagt und Sportveranstaltungen ohne Zuschauer durchgeführt werden«, heißt es in dem Beschlusspapier.

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Verständnis von Funktionärsseite

Vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag zwischen Borussia Dortmund und Bayern München (18.30 Uhr, TV: Sky, Liveticker: SPIEGEL.de) äußerte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sein Verständnis für Maßnahmen. »Alle im Fußball Verantwortlichen sind der Meinung, dass wir in dieser Phase der Pandemie eine signifikante Reduzierung der Zuschauerzahlen benötigen«, sagte Watzke am Donnerstag: »Aus Infektionsschutzgründen und als Zeichen in die Gesellschaft hinein.«

Die Klubs hatten sich schon im Vorfeld auf Einschränkungen eingestellt. So hatte Dortmund den Verkauf der Eintrittskarten für das Spitzenspiel storniert. Den gleichen Schritt war Borussia Mönchengladbach gegangen. Arminia Bielefeld, TSG Hoffenheim und Fortuna Düsseldorf stoppten den Kartenverkauf, der VfB Stuttgart machte sich auf Geisterspiele gefasst.

Neben dem Fußball sind auch andere Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey betroffen. Der Beschluss vom Donnerstag dürfte bei den Verantwortlichen zum Teil für Erleichterung sorgen, denn die Spitzen der Ligen hatten zum Teil mit Geisterspielen gerechnet.

cev/sid

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