Fußball-Bundesliga Petric hält HSV im Titelrennen, Raffael lässt Hertha hoffen

Hertha BSC Berlin hat seine Niederlagen-Serie beendet und sich mit einem Sieg gegen Werder Bremen im Titelrennen zurückgemeldet. Der Hamburger SV feierte dank eines Doppelpacks von Mladen Petric einen knappen Erfolg über Angstgegner Hannover.


Hamburg - Der HSV scheint weiter Spaß an seiner Dreifachbelastung mit Bundesliga, DFB-Pokal und Uefa-Cup zu haben. Die Hamburger gewannen gegen Hannover 96 2:1 (1:0) und dürfen weiterhin von der Meisterschaft träumen. Auch Hertha BSC bleibt nach dem 2:1 (0:1)-Sieg über Werder Bremen im Titelrennen. Dank des späten Treffers von Raffael zogen die Berliner in der Tabelle wieder am VfB Stuttgart vorbei. Der HSV verbesserte sich wieder auf den dritten Tabellenplatz und feierten damit auch eine gelungene Generalprobe für das Halbfinalspiel im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Werder Bremen (20.30 Uhr/Liveticker SPIEGEL ONLINE). Die Bremer müssen dann möglicherweise auf Aaron Hunt verzichten, der sich in Berlin eine Bänderverletzung zuzog.

"Bei so vielen Spielen ist es mit den Kräften schwer. Aber wir haben das ganz gut gemacht", sagte HSV-Matchwinner Petric. Trainer Martin Jol wollte an das erste von vier Duellen mit dem Erzrivalen in den kommenden Wochen aber noch keinen Gedanken verschwenden: "Wichtig ist, dass wir in der Liga voll bei der Sache sind. Die Pokale sind Träumerei und Zugabe."

Vor 56.554 Zuschauern legte Petric bereits nach 63 Sekunden mit seinem Führungstreffer den Grundstein zum hochverdienten Erfolg. "Wenn es schon nach einer Minute einschlägt, braucht man gar nicht hierher zu fahren", meinte ein enttäuschter 96-Schlussmann Robert Enke. Sieben Minuten nach Wiederbeginn war es erneut der HSV-Torjäger, der den Nationaltorhüter aus kurzer Distanz überwinden konnte. Der eine Viertelstunde zuvor eingewechselte Mikael Forssell erzielte in der 70. Minute per Handelfmeter noch den 1:2-Anschlusstreffer.

Gegen die stark ersatzgeschwächten und überaus harmlosen Gäste, die fünf Jahre lang in Hamburg nicht mehr verloren hatten, geriet der dreifache Punktgewinn für die Platzherren auch nach dem Anschlusstreffer nie in Gefahr. Hannover als schwächste Auswärtsmannschaft der Liga wartet weiterhin seit mehr als einem Jahr auf einen Sieg auf fremdem Platz.

In Berlin hatte Bremens Nationalspieler Per Mertesacker (43.) die Gäste, die ohne Spielmacher Diego und Mesut Özil antraten, in Führung gebracht. Doch Josip Simunic (71.) glich mit seinem ersten Treffer für die Hertha seit zweieinhalb Jahren aus, ehe dem Brasilianer Raffael nach einem Fehler von Naldo in der 87. Minute der Siegtreffer gelang.

Mit 52 Punkten liegt die Hertha immer noch fünf Punkte hinter Spitzenreiter VfL Wolfsburg, hat jedoch nur zwei Zähler Rückstand auf einen Champions-League-Platz. Werder bleibt im Mittelfeld und wartet seit dem 20. September 2008 (5:2 bei Bayern München) auf den zweiten Auswärtssieg der Saison. "Wir waren zu dumm, ganz einfach. Wir schenken Hertha zwei Tore und vergeben unsere besten Chancen", sagte Werders Mittelfeldmann Torsten Frings.

"Das war unglaublich wichtig für die Tabelle, um oben dranzubleiben. Jetzt ist auch in Hoffenheim was für uns drin", sagte der verletzte Hertha-Kapitän Arne Friedrich, der auf der Tribüne mitfieberte. "Das ist eine Sache des Charakters. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit mehr bewegt und sind mehr gelaufen", lobte Trainer Lucien Favre sein Team.

mac/sid/dpa



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