Fußball-Bundesliga Pizarro rettet Bayerns Titelträume

Die Bayern lassen sich im Kampf um die deutsche Meisterschaft nicht abschütteln. Im Spitzenspiel des 15. Spieltags gegen Werder Bremen holten die Münchner einen verdienten Punkt. Auch Spitzenreiter Stuttgart konnte sich nicht entscheidend absetzen.


 Zweikampf zwischen Werders Ümit Davala und Claudio Pizarro
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Zweikampf zwischen Werders Ümit Davala und Claudio Pizarro

Hamburg - Der VfB Stuttgart kam gegen den HSV nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus, konnte aber trotz des dritten Heim-Unentschiedens in dieser Saison die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verteidigen. Nach 15 Spieltagen liegt das Team von VfB-Coach Felix Magath mit 35 Punkten an der Spitze vor dem SV Werder Bremen (33), dem im Top-Spiel dieser Runde gegen den FC Bayern München beim 1:1 (0:0) ebenfalls kein Heimsieg glückte. Auch der Tabellendritte Bayer Leverkusen nutzte am Sonntag die Chance nicht, zu den Bremern und Stuttgartern aufzuschließen. Im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln musste sich die Bayer-Elf mit einem 0:0 begnügen. Im zweiten Sonntagsspiel schlug der FC Schalke Borussia Mönchengladbach zu Hause mit 2:1 (1:1).

In der Spitzenpartie des 15. Spieltags im Bremer Weserstadion präsentierte sich der unter Druck stehende Rekordmeister FC Bayern recht offensiv - und hatte auch mehr vom Spiel. Dennoch gingen die Bremer kurz nach der Pause durch einen bis dahin kaum in Erscheinung getretene Ailton in Führung (59.). Per Foulelfmeter (Lizarazu an Klasnic) traf der Brasilianer bereits zum 14. Mal in dieser Saison. Aus klarer Abseitsposition gelang Claudio Pizarro (79.) dann aber noch der nicht unverdiente Ausgleich für den FCB.

Zufriedener Hitzfeld


"Wir haben nicht so souverän wie zuletzt gespielt", analysierte Werder-Coach Thomas Schaaf nach dem Schlusspfiff, "die letzte Sicherheit hat gefehlt, deshalb muss man am Ende mit einem Punkt zufrieden sein. Ein Spitzenspiel war das heute nur bedingt." Dagegen äußerte sich Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld erleichtert nach dem Punktgewinn: "Wir hatten den besseren Start, dann waren die Bremer stärker, und deswegen ist das 1:1 ein gerechtes Ergebnis. Unter dem Strich waren wir die agilere Mannschaft, und der Punktgewinn ist deshalb auf jeden Fall verdient. Gegenüber den letzten Spielen konnten wir uns eindeutig steigern."

Der VfB Stuttgart tat sich gegen den defensiv kompakt stehenden HSV sehr schwer. Vier Tage nach der 2:4-Pokalniederlage in Mönchengladbach waren die Schwaben gegen die norddeutschen Gäste zwar feldüberlegen, vermochten aber nur wenige gute Einschussmöglichkeiten herauszuspielen. So mussten die Gastgeber der hohen Belastung seit Saisonbeginn am Ende Tribut zollen und sich mit der Nullnummer zufrieden geben.

"Die Mannschaft wollte viel, war aber etwas verkrampft", sagte Magath anschließend, "man muss auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein, ich bin nicht weiter traurig." Dagegen freute sich HSV-Coach Klaus Toppmöller darüber, dass sein Team den am Mittwoch gezeigten, miserablen Auftritt im DFB-Pokal bei den Bayern (0:3) überwinden konnte: "Heute hat die Mannschaft gezeigt, dass sie nicht nur verteidigen, sondern auch nach vorne spielen kann."

Hertha punktet in Dortmund


Alexander Madlung (hier im Zweikampf mit Niclas Jensen) rettete Herthas Punktgewinn
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Alexander Madlung (hier im Zweikampf mit Niclas Jensen) rettete Herthas Punktgewinn

Im Spiel eins unter der Regie von Interimscoach Andreas Thom präsentierte sich Hertha BSC beim 1:1 (0:0) gegen Borussia Dortmund im Westfalenstadion zumindest in der Defensive verbessert - und hielt lange ein torloses Remis. Der eingewechselte Leandro (69.) traf dann per Bogenlampe für den BVB, der trotz des Fehlens von einem Dutzend Stammkräften auf Siegkurs schien. Bis Alexander Madlung doch noch wie aus heiterem Himmel das wichtige Tor zum Endstand glückte (79.).

"Nach dem Rückstand haben wir es geschafft gegenzuhalten", äußerte sich Thom zufrieden über sein Team, "danach ist uns sogar das 1:1 gelungen, und mit ein bisschen Glück hätte es sogar noch mehr als ein Punkt werden können. Angesichts der Situation, in der wir uns befinden, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden."

Der VfL Wolfsburg geriet beim 4:1 (1:1) gegen den 1. FC Kaiserslautern nach einer Unachtsamkeit in der Hintermannschaft zwar durch Alexander Knavs (14.) in Rückstand. Doch Fernando Baiano wurde zum Matchwinner. Erst konnte der Stürmer egalisieren (23.). Nach der Pause nutzte er zwei tolle Zuspiele zu einem Doppelschlag (53./55.) für die "Wölfe", die wieder Anschluss an die Uefa-Cup-Ränge fanden. Stefan Schnoor (90./Foulelfmeter) tat noch etwas für das Torkonto.

Hattrick von Roda Antar


Dreifacher Torschütze für Freiburg: Roda Antar feierte ein glänzendes Debüt im Breisgau
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Dreifacher Torschütze für Freiburg: Roda Antar feierte ein glänzendes Debüt im Breisgau

Der SC Freiburg stellte beim 4:2 (3:2) über den VfL Bochum trotz des Fehlens mehrerer Leistungsträger seine Heimstärke einmal mehr unter Beweis. Roda Antar (3./11.) und Wilfried Sanou (22.) trafen bereits in der Anfangsphase für den SCF. Vahid Hashemian (13.) mit seinem neunten und Peter Madsen (24.) mit seinem siebten Saisontreffer brachten den VfL zwar wieder heran. Antar (80.) machte dann mit seinem dritten Einschuss endgültig alles klar. "Er ist ein Bringer für uns, ein sehr begabter Spieler", lobte SC-Trainer Volker Finke den 23-Jährigen, "besonderen Glückwunsch an ihn."

Max schießt die Löwen ab


Der TSV 1860 München schaffte beim 1:4 (1:2) gegen den FC Hansa Rostock durch Markus Weissenbergers sehenswerten Freistoß zwar das frühe 1:0 (3.), ging aber anschließend gegen entfesselt aufspielende Hanseaten im heimischen Olympiastadion unter. Denn Rene Rydlewicz (8.) und der Ex-"Löwe" Martin Max (17./Foulelfmeter) drehten den Spieß schon vor der Pause um. Der Däne Thomas Schultz (67.) und Max (80.) mit seinem zwölften Saisontor machten dann den vierten Rostocker Sieg hintereinander perfekt.

"Das war wieder eine gute Mannschaftsleistung. Wir haben auch früher gut gespielt, aber jetzt haben wir einen, der die Dinger rein macht", sagte Rydlewicz über Max. Auch der vom Kollegen gelobte Stürmer freute sich über den zweiten Auswärtssieg der Saison. "Es ist immer schön, Tore zu machen, aber hier ist es natürlich etwas ganz besonderes", sagte Max nach dem 19. Doppelpack seiner Karriere. Bitter enttäuscht zeigte sich hingegen 1860-Trainer Falko Götz: "Vielleicht haben einige schon gedacht, dass wir weiter sind. Jetzt sind wir so richtig hart gelandet."

Eintracht Frankfurt blieb durch das 2:2 (1:1) gegen Hannover 96 auf einem Abstiegsplatz hängen. Alexander Schur (17.) sorgte für das wichtige erste Tor, doch der Jubel war noch nicht verebbt, da hatte Daniel Stendel (18.) im direkten Gegenzug das 1:1 markiert. Nach dem Wechsel nutzten Ervin Skela (64.) und Thomas Christiansen (87.) jeweils Foulelfmeter zum leistungsgerechten Remis.



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