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Freitagsspiel: St. Pauli unterliegt Schalkes Luxus-Sturm

Foto: Christof Koepsel/ Bongarts/Getty Images

Fußball-Bundesliga Raúl und Huntelaar lassen Schalke jubeln

Es geht aufwärts beim FC Schalke: Dem Team von Felix Magath gelang gegen den FC St. Pauli der erste Heimsieg der Saison. Matchwinner waren die Stürmer Raúl und Klaas-Jan Huntelaar. Schalke profitierte auch von der Abschlusschwäche der Gäste.

Hamburg - Das Schalker Publikum feierte, als habe die Heimelf soeben die Meisterschaft gewonnen. Dabei hatte Schiedsrichter Jochen Drees das Spiel gegen den FC St. Pauli noch nicht einmal angepfiffen. Und dennoch sorgte ein Spieler für Begeisterung: Gerald Asamoah, von 1999 bis 2010 für Schalke aktiv und seit dieser Saison bei St. Pauli, wurde vor der Auftaktpartie des elften Spieltags für seine Jahre in Gelsenkirchen geehrt.

Es sollte Asamoahs einziger großer Auftritt an diesem Abend bleiben. Er musste wegen einer Gelb-Rot-Sperre zuschauen - und sah, wie sein ehemaliger Club beim 3:0 (1:0) gegen seinen derzeitigen Verein den ersten Heimsieg der Saison holte. Der neue Schalker Publikumsliebling Raúl erzielte zwei Treffer (14./81.), Sturmpartner Klaas-Jan Huntelaar steuere den dritten Treffer bei (53.). Damit verließ Schalke zumindest bis Samstag die Abstiegsplätze. Den zuvor einzigen Saisonsieg hatte Schalke am fünften Spieltag in Freiburggefeiert.

"Das war gut für unser Punktekonto, gut für das Selbstvertrauen und gut für die Schalker Seele. Das war ein gelungener Abend", sagte Schalkes Abwehrspieler Christoph Metzelder. Trainer Felix Magath war besonders mit Raúl zufrieden: "Ich bin froh, dass er in der Bundesliga getroffen hat. Ich freue mich für ihn und denke, das war so eine Art Erlösung." Magath hatte sich von dem Spanier zuletzt "mehr Aktionen im Strafraum" gewünscht.

Für das angeknackste Selbstvertrauen des vermeintlichen Meisterschaftskandidaten hätte das Spiel kaum besser laufen können. Bereits der erste konsequent vorgetragene Angriff brachte die Führung. Jefferson Farfan passte zum aufgerückten Außenverteidiger Atsuto Uchida, der legte den Ball flach in den Strafraum. Huntelaar verpasste, doch Raúl schob ein (14. Minute). Es war ein erster Schritt zu mehr Offensivstärke: In zehn Ligaspielen hatten die Schalker erst zehn Treffer erzielt. Und auch unter der Woche in der Champions League bei Hapoel Tel Aviv hatte es nur ein torloses Remisgegeben.

Schalke nach dem Tor sicherer

Das Tor gab Schalke Sicherheit - und zumindest für Raúl wirkte sein zweiter Saisontreffer befreiend. Neun Minuten später hätte der 33-Jährige beinahe das 2:0 erzielt. Nach einer Flanke von Lukas Schmitz verfehlte er nur knapp das Tor (23.).

St. Pauli wirkte allerdings nicht schockiert. Deniz Naki köpfte aus spitzem Winkel nur knapp am langen Pfosten vorbei (24.). Wenig später war ein Freistoß von Matthias Lehmann ein wenig zu hoch (26.). Einen Distanzschuss von José Manuel Jurado wehrte Gäste-Torwart Thomas Kessler ab (37.).

Naki vergab auch die mit Abstand beste Chance der Gäste: Von Max Kruse freigespielt, konnte der Stürmer den Ball wenige Meter vor dem Schalker Tor annehmen - und traf beim Schussversuch den Ball dennoch nicht richtig (40.). Dennis Daube verfehlte kurz darauf das Schalker Tor mit einem Freistoß nur knapp (43.).

"Wenn du in der Phase keine Tore machst - da hatten wir drei, vier hundertprozentige Chancen- dann kannst du hier nichts gewinnen", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski nach dem Spiel. Wer solche Chancen nicht nutze, habe es auch nicht verdient, Punkte mitzunehmen.

Huntelaar trifft zur Vorentscheidung

Die Pause kam für Schalke genau richtig - wurde doch der Gäste-Sturmlauf unterbrochen. Es dauerte nach Wiederanpfiff wie schon in Halbzeit eins nur wenige Minuten, ehe ein Tor für Entspannung sorgte. Nach einer Ecke von Farfan setzte sich Huntelaar gegen Markus Thorandt durch und köpfte unhaltbar zum 2:0 ein (53.). "Wir haben es wieder verpasst, in einer guten Phase für uns ein Tor zu machen. Dann haben wir wieder durch eine Standardsituation ein Gegentor bekommen. Nach dem 2:0 war das Spiel vorbei", sagte Kessler.

Er hatte Recht - nach Huntelaars Treffer war aller Schwung der Gäste dahin. St. Paulis Kombinationen stockten schon im Ansatz, gefährliche Angriffe gelangen dem Aufsteiger kaum noch. Schalke kontrollierte nun das Spiel, war aber ebenfalls nicht mehr gefährlich. Ein Schuss des zur Halbzeit für Jurado eingewechselten Edu ging vorbei (79.).

Mitten in der trägen Schlussphase nutzte Schalkes Lukas Schmitz eine Nachlässigkeit in St. Paulis Abwehr zum Torschuss. Kessler ließ den Ball vor Raúls Füße abprallen, der im Fünfmeterraum ins leere Tor abstaubte (81.). Wenige Minuten später verhinderte Kessler mit einer tollen Parade gegen Huntelaar eine höhere Niederlage. Für die Gäste war es dennoch die dritte Pleite in Serie.

FC Schalke 04 - FC St. Pauli 3:0 (1:0)
1:0 Raúl (14.)
2:0 Huntelaar (53.)
3:0 Raúl (81.)
Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Jones (81. Matip) - Farfan, Moritz (71. Kluge) - Jurado (46. Edu) - Huntelaar, Raúl
St. Pauli: Kessler - Volz, Zambrano, Thorandt, Oczipka - Boll (42. Daube), Lehmann - Bartels, Kruse (72. Bruns) - Ebbers, Naki (72. Hennings)
Schiedsrichter: Drees
Zuschauer: 61.673
Gelbe Karten: Jones (4) - Volz, Zambrano

Mit Material von sid und dpa
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