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Bundesliga: Robben verzückt Bayern, Schieber schockiert Stuttgart

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Fußball-Bundesliga Robbens Bayern brillant, Stuttgart desolat

Schlechter Tag für Baden-Württemberg: 1899 Hoffenheim verlor beim FC Bayern mit einem überragenden Arjen Robben. Stuttgart bezog eine peinliche Heimpleite gegen Nürnberg, Freiburg verlor beim FC Schalke. Gladbach ist nach der Niederlage beim FC St. Pauli kaum noch vor dem Abstieg zu retten.

Hamburg - Es scheint in dieser Saison zwei verschiedene FC Bayern zu geben. Da ist zum einen der selbstbewusste Verein mit der besten Heimbilanz der Liga: Der 4:0 (2:0)-Sieg gegen Hoffenheim war der siebte Sieg in der zehnten Partie auf eigenem Platz. Zum anderen gibt es aber auch die Auswärts-Bayern, mit einer Bilanz von drei Siegen, vier Remis und vier Niederlagen in fremden Stadien bestenfalls Bundesliga-Mittelmaß.

Dieser krasse Unterschied zwischen Heimstärke und Auswärtsschwäche ist der Grund, weshalb die Münchner laut Trainer Louis van Gaal die Meisterschaft abgeschrieben haben. Zum Vergleich: Tabellenführer Borussia Dortmund belegt in der Heimbilanz Platz drei, in der Auswärtstabelle Rang eins.

So belegt der FC Bayern nur Rang drei hinter Dortmund und Bayer Leverkusen, das 3:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt gewann. Im Kellerduell war der FC St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach 3:1 (1:1) erfolgreich. Der VfB Stuttgart kam gegen den 1. FC Nürnberg 1:4 (1:2) unter die Räder. Wolfsburg verlor im ersten Spiel mit Trainer Pierre Littbarski 0:1 (0:1) gegen den Hamburger SV, Schalke und Freiburg trennten sich 1:0 (0:0).

In München rehabilitierten sich die Bayern für die 2:3-Pleite in Köln am vergangenen Spieltag. "Ich bin sehr zufrieden. Das war eines unserer besten Spiele in dieser Saison. Wir waren über 90 Minuten konzentriert", sagte van Gaal. Dabei profitierte der FC Bayern einmal mehr von der derzeit überragenden Form von Mario Gomez. Bereits nach 90 Sekunden erzielte der Nationalstürmer seinen 17. Saisontreffer, insgesamt der 26. in 30 Pflichtspielen. Nach toller Vorarbeit von Arjen Robben traf der Torjäger aus kurzer Distanz.

Nach der Führung machte München weiter Druck. Das lag auch daran, dass van Gaal seine derzeit wohl stärkste Formation aufbieten konnte, weil Robben und Franck Ribéry zum ersten Mal in dieser Saison gemeinsam auf dem Platz standen. "Mit Robben und Ribery haben wir mehr Kreativität nach vorne. Sie sind unglaublich wichtig für den FC Bayern", sagte van Gaal.

Nach 15 Minuten taten es Ribéry und Thomas Müller Robben und Gomez gleich. Ribéry scheiterte zunächst am Hoffenheimer Torwart Tom Starke, setzte aber nach und passte auf Müller. Der ließ Starke mit einem platzierten Schuss keine Chance.

Robben und Ribéry nicht zu stoppen

1899-Trainer Marco Pezzaiuoli reagierte und brachte bereits nach 19 Minuten für Sebastian Rudy den defensiveren Tobias Weis. Die Münchner blieben dennoch überlegen. Die Gäste hatten abgesehen von einem abgeblockten Schuss durch Sejad Salihovic (35.) keine Chance. Dagegen sorgten die Bayern mit ihrem schnellen Spiel immer wieder für Gefahr.

Nach der Halbzeit versuchte Hoffenheim, das Spiel etwas ausgeglichener zu gestalten. Doch die Bayern schienen sich an den verspielten 2:0-Halbzeitvorsprung in Köln zu erinnern und machten weiter Druck. In der 63. Minute war das Spiel entschieden. Nach einem Hoffenheimer Ballverlust zog Robben vom rechten Flügel in den Strafraum und traf mit einem Schuss ins kurze Eck.

Als wollte die Flügelzange Ribéry & Robben ihren Wert extra unter Beweis stellen, gab sie den Bayern-Fans nach 81 Minuten erneut Grund zu jubeln. Der Franzose passte auf Robben. Dieser schlenzte den Ball zum 4:0 in den Winkel. Hoffenheim wartet damit weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg gegen Bayern. "Der Sieg der Bayern war absolut verdient. Wir waren noch gut bedient und in allen Belangen unterlegen. Wir waren grottenschlecht", sagte Pezzauioli.

FC Bayern München - 1899 Hoffenheim 4:0 (2:0)
1:0 Gomez (2.)
2:0 Müller (15.)
3:0 Robben (63.)
4:0 Robben (81.)
München: Kraft - Lahm, Anatolij Timoschtschuk, Badstuber, Luiz Gustavo - Schweinsteiger, Pranjic - Robben (84. Hamit Altintop), Müller, Ribery - Gomez
Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah (46. Simunic), Compper, Ibertsberger - Alaba - Rudy (20. Weis), Salihovic - Vukcevic (77. Sigurdsson), Ibisevic, Babel
Schiedsrichter: Gagelmann
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Weis (4), Simunic (2), Beck (3), Salihovic (7)

Nürnberg demontiert Stuttgart, St. Pauli jubelt gegen Gladbach

Ausgerechnet der ausgeliehene Julian Schieber hat den VfB Stuttgart dem Abstieg ein Stück näher gebracht. Der Stürmer des 1. FC Nürnberg führte die Gäste bei den abstiegsgefährdeten Schwaben zu einem 4:1 (1:2)-Erfolg. Schieber avancierte vor 38.000 Zuschauern zum Mann des Tages. Der Stürmer erzielte sein sechstes Saisontor (28.) und bereitete das 3:1 durch Timothy Chandler mustergültig vor (51.). Timmy Simons (11.) hatte die Gäste zuvor in Führung gebracht, Patrick Funk gelang kurz vor dem Halbzeitpfiff der Anschlusstreffer zum 1:2 (45.+2), der aber nicht mehr zur erfolgreichen Aufholjagd reichte. Mehmet Ekici setzte in der 63. Minute den Schlusspunkt.

Nur ein Team ist derzeit schlechter als der VfB: Borussia Mönchengladbach. Das Team von Trainer Michael Frontzeck ist vor dem Abstieg in die Zweite Liga kaum noch zu retten. Beim Aufsteiger FC St. Pauli unterlag Gladbach 1:3 (1:1) und ist weiter mit nur 16 Punkten Tabellenletzter. St. Pauli spielte nach einem Platzverweis wegen Tätlichkeit gegen den Gladbacher Igor de Camargo ab der 21. Minute in Überzahl. Vor 24.487 Zuschauern waren die Gäste durch de Camargo (8.) in Führung gegangen. Max Kruse gelang in der 37. Minute für die Hamburger der Ausgleich, ehe Gerald Asamoah in der (53.) und Matthias Lehmann (59.) mit einem Doppelpack den siebten Saisonsieg des Aufsteigers perfekt machten.

Ohne Michael Ballack hat Bayer Leverkusen Platz zwei gefestigt. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes gewann bei Eintracht Frankfurt souverän 3:0 (2:0). Bei Frankfurt nimmt der Absturz nach dem fünften Spiel im Jahr 2011 ohne Torerfolg und der dritten Heimpleite in Folge immer bedrohlichere Züge an. Simon Rolfes (9.), Renato Augusto (32.) und Hanno Balitsch (85.) nach doppeltem Doppelpass trafen für die überlegenen Gäste, bei denen Ballack die gesamte Spielzeit auf der Bank saß.

Ausgerechnet Jefferson Farfán hat beim FC Schalke 04 Felix Magath aus der Schusslinie genommen. Der Peruaner, den der Trainer und Manager vor zwei Wochen noch an den VfL Wolfsburg verkaufen wollte, schoss Schalke zum 1:0 (0:0) gegen den SC Freiburg. Farfán traf in der 49. Minute nach Vorarbeit von Raúl. Es war das erste Schalker Heimtor 2011. Die Freiburger, die auf ganzer Linie enttäuschten, gingen nach sieben Spielen ohne Niederlage erstmals wieder als Verlierer vom Feld.

Der VfL Wolfsburg taumelt auch unter Interimstrainer Pierre Littbarski in Richtung Abstiegsplätze. Gegen den Hamburger SV mit dem ehemaligen Wolfsburg-Coach Armin Veh verlor der VfL am Samstag 0:1 (0:1) bei Littbarskis Cheftrainer-Einstand. Vor 30.000 Zuschauern schoss Mladen Petric per Foulelfmeter (33.) das entscheidende Tor.

ulz/sid/dpa
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