Fußball-Bundesliga Schalke gewinnt souverän gegen Cottbus

Drittes Spiel, dritter Sieg: Der FC Schalke bekommt nach dem Erfolg über Cottbus wieder Anschluss an die Uefa-Cup-Plätze, seine Trainer festigen ihren Ruf als Erfolgstrio. Die erschreckend schwachen Gäste waren chancenlos und bleiben auf einem Abstiegsplatz.

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Hamburg - Der Spaß ist zurück auf Schalke: Beim 4:0 (2:0)-Sieg gegen Energie Cottbus jubelten Spieler, Trainer und Fans in seltener Eintracht. Durch den Erfolg rückte Schalke (46 Punkte) auf den sechsten Tabellenplatz und bis auf zwei Punkte an den fünftplazierten VfB Stuttgart heran, der am Samstag in Köln spielt (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Zudem festigten Schalkes Trainer Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck ihren Ruf als Erfolgstrio.

Dagegen bleibt Cottbus weiter auf Abstiegsplatz 17. Energie zeigte eine blamable Leistung. Mit katastrophalem Zweikampfverhalten und mangelndem Einsatz waren die Gäste chancenlos und offenbarten große spielerische Defizite.

Die Schalker wollten ihre Erfolgsserie nach Siegen gegen Bielefeld und den KSC fortsetzen. Entsprechend offensiv begannen sie das Spiel - und wurden schon nach vier Minuten belohnt. Christian Pander setzte sich nach einer kurz ausgeführten Ecke auf der rechten Seite durch und traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Gästetorwart Gerhard Tremmel war ohne Abwehrchance, zumal der Ball noch von Energie-Abwehrspieler Mariusz Kukielka leicht abgefälscht wurde.

Auch nach der Führung vor 60.000 Zuschauern bestimmten die Gastgeber die Partie. Allerdings machten die Gäste es ihnen auch leicht. Dass Fußball ein körperbetontes Spiel ist, hatten die Cottbuser wohl vergessen. Schalke spielte wie im Training: annehmen, stoppen, gucken, passen oder ein paar Meter mit dem Ball laufen. Ernsthaftes Cottbuser Zweikampfverhalten gab es nicht.

Bestes Beispiel: Beim 2:0 (23.) durch Halil Altintop ließen mehrere Cottbuser Kevin Kuranyi gewähren, so dass er nahezu ungehindert zu Altintop passen konnte. Der schoss problemlos gegen den wieder machtlosen Tremmel ein. Auch bei Farfans Kopfball (27.) kamen die Energie-Spieler zu spät. In der 36. Minute verfehlte Pander mit einem Freistoß aus 30 Metern das Cottbuser Tor nur knapp. Cottbus schoss in der ersten Halbzeit nicht ein Mal auf das Schalker Tor.

Mit dem Zwei-Tore-Rückstand war Energie zur Halbzeit gut bedient. "So kann man nicht auftreten", sagte Energie-Manager Steffen Heidrich in der Pause. "Wir sind zu ängstlich."

Nach dem Wiederanpfiff schien es kurz, als habe Energie seine Zögerlichkeit abgelegt. Cagdas scheiterte in der 48. Minute mit einem Freistoß an Schalkes Torwart Manuel Neuer. Es blieb die einzige gute Chance für die Gäste. Danach verlegte sich Cottbus wieder auf das Rezept aus der ersten Halbzeit: Zweikämpfe vermeiden, kein Engagement zeigen und bloß nicht nach vorn spielen. Zweitweise sah die Partie aus, als sei Cottbus in Führung.

Und Schalke ließ nicht nach. Nach 60 Minuten spielte Kuranyi am Cottbuser Strafraum ungestört zu Altintop, der ebenso ungestört auf Jermaine Jones weitergab. Dieser erhöhte aus kurzer Distanz auf 3:0.

Danach gab sich Cottbus auf, Schalke kam zu weiteren guten Chancen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der oft kritisierte Kuranyi traf (88.). "Wir haben sehr gut Fußball gespielt und die Partie jederzeit kontrolliert", sagte Büskens. Dem stimmte sein Gegenüber Bojan Prasnikar zu: "Wir waren im Mittelfeld zu wenig aggressiv, hier war Schalke viel besser."

Der klare Sieg war auch Werbung für das Schalker Trainertrio. Doch das Lob von Vorstand und Mannschaft und die Zuneigung der Fans sind mit Vorsicht zu genießen. So schnell, wie Büskens, Mulder und Reck dank ihrer Siege gegen Bielefeld, den KSC und nun Cottbus zu Schalker Helden wurden, könnte die Zuneigung wieder verschwinden. Erst nach den Spielen gegen Gegner wie Bayern, Leverkusen oder Stuttgart werden die Verantwortlichen entscheiden können, ob das Trio mehr ist als eine Interimslösung.

Sollte Schalke mit seinem Trainerkollektiv weiter so spielen wie gegen Energie, ist eine schon beinahe völlig verkorkste Saison vielleicht noch zu retten. Und - ganz nebenbei - dürfte ein versöhnlicher Saisonabschluss auch bei der Suche nach einem neuen Manager helfen.

Schalke 04 - Energie Cottbus 4:0 (2:0)
Schalke:
Neuer - Rafinha, Westermann, Krstajic (78. Höwedes), Pander (71. Engelaar) - Jones, Kobiaschwili - Altintop - Farfan (81. Asamoah), Kuranyi, Sanchez. - Trainer: Büskens
Cottbus: Tremmel - Radeljic, Cagdas, Cvitanovic, Ziebig (41. Pavicevic) - Kukielka (76. Rajnoch), Vasiljevic - Skela, Iliev - Jula (84. Jelic), Rangelow. - Trainer: Prasnikar
Schiedsrichter: Michael Weiner
Tore: 1:0 Pander (4.), 2:0 Altintop (23.), 3:0 Jones (60.), 4:0 Kuranyi (88.)
Zuschauer: 60.000
Gelbe Karte: - / Vasiljevic (3)

Mit Material von sid und dpa



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