Fußball-Bundesliga Schalke in der Champions League

Der FC Schalke spielt nächste Saison zusammen mit Meister FC Bayern in der Champions League. Bremen war am letzten Spieltag der große Sieger und kann die europäische Königsklasse noch über die Qualifikation erreichen. Stuttgart und Hertha BSC müssen sich mit dem Uefa-Cup trösten.


Schalker Jubel: Der zweifache Torschütze Bordon feiert
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Schalker Jubel: Der zweifache Torschütze Bordon feiert

Hamburg - Schalke 04 gewann am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison 2004/2005 mit 3:2 (1:1) bei Absteiger Freiburg und behauptete den zweiten Platz, der die direkte Teilnahme an der Champions League bedeutet. Ebbe Sand (6.) sowie Marcelo Bordon (55. und 89.) trafen für Schalke, das in den vergangenen sechs Partien viermal verloren hatte. Alexander Iaschwili (11.) und Roda Antar (78.) erzielten die Freiburger Tore.

Der Sportclub, der die höchste deutsche Spielklasse zum dritten Mal verlassen muss, ist mit nur 18 Punkten der schlechteste Absteiger seit Einführung der Drei-Punkte-Regelung (1995). "Wir haben nicht hilflos auf dem Platz gestanden", tröstete sich Freiburgs Trainer Volker Finke. "Ich bin überglücklich, dass wir den Einzug in die Champions League aus eigener Kraft geschafft haben. Ich hatte schon befürchtet, dass es so schwer werden wird", sagte Schalkes Coach Ralf Rangnick.

Mit vier Punkten Rückstand auf den FC Schalke, der nach 2001 zum zweiten Mal die Champions League erreichte, wurde Werder Bremen Dritter. Der entthronte Meister setzte sich beim 1. FC Kaiserslautern mit 2:1 (2:1) durch und startet in der Qualifikation für die Champions League. Tim Borowski (12.) und Nelson Valdez (42.) erzielten die Tore für Werder, Lauterns Halil Altintop (45.+1) traf vor 40.315 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion zum 1:2. "Die Saison ist mit einer großen Enttäuschung zu Ende gegangen", klagte FCK-Coach Hans-Werner Moser, der Michael Henke Platz machen muss. Zufrieden war Bremens Trainer Thomas Schaaf: "Wir freuen uns über diesen Abschluss. Wir haben am Ende doch eine gute Saison gespielt und beachtliche Ergebnisse erreicht."

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Fußball-Bundesliga: Träume, Treue, Trauer

Vom dritten auf den fünften Platz stürzte der VfB Stuttgart. Die Mannschaft von Trainer Matthias Sammer verlor gegen den FC Bayern mit 1:3 (0:2). Michael Ballack (27.), Hasan Salihamidzic (30.) und Roy Makaay (72.) waren die Münchner Torschützen. Den einzigen Treffer für den VfB, der erstmals seit dem 29. Januar wieder ein Heimspiel verlor und schon vergangene Saison auf der Zielgeraden gestrauchelt war, erzielte vor 49.471 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion der Ungar Imre Szabics (88.).

Das 0:2 war der Nackenschlag. Danach hat nicht der Glauben, aber der Willen gefehlt. Das dritte Tor war eine kleine Demütigung. Nach diesem Saisonverlauf ist der Uefa-Cup zu wenig", kritisierte Sammer. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat sich in der Endphase der Saison nicht gehen lassen und als würdiger Meister gezeigt. Ich fühle auch mit dem VfB, der die Champions League leider nicht erreicht hat", sagte Bayern-Coach Felix Magath, der vergangene Saison noch den VfB trainiert hatte.

VfB-Coach Sammer (r.): "Uefa-Cup ist zu wenig"
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VfB-Coach Sammer (r.): "Uefa-Cup ist zu wenig"

"Auch Hertha BSC spielt im Uefa-Cup. Die Berliner hätten bei einem Sieg gegen Hannover Platz drei erreicht, kamen vor 74.500 Besuchern im ausverkauften Olympiastadion aber nur zu einem 0:0. Zuletzt hatten die Berliner 1999 in der Champions League gespielt. Hannover hat als Bundesligateam mit den wenigsten Gelben Karten noch eine theoretische Chance über die Fairplaywertung der Uefa das internationale Geschäft zu erreichen. "Wir haben Fehler gemacht. Das wissen wir. Es hätte die Krönung einer tollen Saison werden können. Es tut mir leid, dass wir es nicht geschafft haben", gestand Hertha-Trainer Falko Götz.

Den dritten Platz im Uefa-Cup sicherte sich Bayer Leverkusen durch einen 5:1 (1:1)-Sieg gegen Mönchengladbach. Diese Saison reicht Platz sechs für das internationale Geschäft, da Schalke und der FC Bayern am kommenden Samstag das Pokalfinale bestreiten. Die enttäuschend agierende Borussia hatte den Klassenerhalt bereits am vergangenen Spieltag perfekt gemacht. Drei Tore erzielte Leverkusens bulgarischer Stürmer Dimitar Berbatov (41., 58. und 61.). Zudem trafen Andrej Woronin (59.) und der eingewechselte Franca (69.).

Bayer-Goalgetter Berbatov: Drei Tore zum Saisonfinale, insgesamt waren es 20
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Bayer-Goalgetter Berbatov: Drei Tore zum Saisonfinale, insgesamt waren es 20

Gladbach, das diese Saison als einziger Club kein Auswärtsspiel in der Bundesliga gewinnen konnte und zuletzt am 5. März 1994 bei Bayer Leverkusen siegte, war vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena nach 80 Sekunden durch den ehemaligen Leverkusener Oliver Neuville in Führung gegangen. Für Gladbachs neuen Cheftrainer Horst Köppel waren es die ersten Gegentreffer unter seiner Führung, zuvor hatte die Borussia fünfmal unter seiner Regie zu null gespielt. "Ich hätte erwartet, dass sich unsere Spieler mehr gewehrt hätten", sagte Köppel.

Einen Platz im UI-Cup erreichten Borussia Dortmund, der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg. Der BVB bezwang Absteiger Hansa Rostock vor 80.400 Zuschauern im Westfalenstadion mit 2:1 (0:1). Die Gäste gingen durch Marco Vorbeck (15.) überraschend in Führung, bevor der 17 Jahre alte Marc-Andre Kruska (52.) mit seinem ersten Bundesliga-Treffer und Jan Koller (67.) mit seinem 15. Saisontor den Sieg perfekt machten.

Auch Wolfsburg blieb beim Saisonfinale siegreich, in Bielefeld gewann der VfL vor 22.112 Zuschauern mit 2:1 (1:1). Der Bulgare Martin Petrow (41., Foulelfmeter) und Nationalspieler Thomas Brdaric (56.) sicherten dem VfL den Sieg, nachdem Bielefeld durch Fatmir Vata (34.) in Führung gegangen war. Die Wolfsburger Fans ergriffen mit Plakaten und Gesängen deutlich Partei für Coach Erik Gerets, der den Club trotz eines bis 2006 laufenden Vertrages vermutlich verlassen muss. Für Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich war das 200. Bundesligaspiel auch das letzte, der Berliner hat mit 47 Jahren die Altersgrenze erreicht.

Ex-Coach Neururer (l.): "Der Abschied aus Bochum fällt mir gerade jetzt sehr schwer"
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Ex-Coach Neururer (l.): "Der Abschied aus Bochum fällt mir gerade jetzt sehr schwer"

Der HSV kassierte gegen Absteiger Bochum eine überraschende Heimniederlage, die Gäste gewannen mit 1:0 (1:0) und erstmals seit mehr als 15 Jahren wieder in Hamburg. Den Klassenerhalt hatte der VfL aber schon in den Begegnungen zuvor verspielt. Vor 54.178 Zuschauern in der AOL-Arena vergab der HSV die theoretische Chance auf einen Uefa-Cup-Platz kläglich. Das einzige Tor des Spiels erzielte VfL-Stürmer Mamadou Diabang (3.). In der 85. Minute sah der Bochumer nach einer Tätlichkeit die Rote Karte.

"Wir hatten uns vorgenommen, im letzten Saisonspiel ein Feuerwerk abzubrennen. Leider ist uns das von Anfang an nicht richtig gelungen. Man hat einfach gesehen, dass bei meiner Mannschaft im mentalen Bereich die Luft raus war", sagte Trainer Thomas Doll. "Glücklich bin ich natürlich nicht, denn der Abschied aus Bochum fällt mir gerade jetzt sehr schwer", gab VfL-Trainer Peter Neururer zu, "ich denke, dass wir uns erhobenen Hauptes aus der Bundesliga verabschiedet haben. Das Gleiche gilt auch für mich." Neururer muss den Revierclub, der zum fünften Mal absteigt, verlassen, die Mannschaft hatte sich für dessen Verbleib ausgesprochen.

Das Duell der Aufsteiger entschied Mainz 05 mit 2:1 (1:1) beim 1. FC Nürnberg für sich. "Club"-Goalgetter Marek Mintal war in der 18. Spielminute per Foulelfmeter erfolgreich und wurde mit 24 Treffern Torschützenkönig. Platz zwei belegte Bayern-Stürmer Roy Makaay, der 22-mal erfolgreich war. Die Tore für Mainz, das die Saison als bester Neuling beendete, erzielten Niclas Weiland (15.) und Michael Thurk (87.). "Wir wollten unbedingt noch einmal auswärts gewinnen und Tabellen-Elfter werden. Die Jungs haben sich den Urlaub verdient", sagte der Mainzer Trainer Jürgen Klopp.



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