Fußball-Bundesliga Schock für Stevens in letzter Sekunde

Neuer Trainer, altes Leid: Der HSV führte mit Huub Stevens in Berlin, ging aber dennoch als Verlierer vom Platz. Mönchengladbach gewann dagegen in Bielefeld. Drei Punkte holten auch Wolfsburg und Hannover. Torlos endeten die Spiele in Cottbus und Frankfurt.


Hamburg - Der Einstand von Huub Stevens als Trainer des Hamburger SV ist missglückt. An seiner alten Wirkungsstätte in Berlin verlor der Niederländer mit seinem Team bei Hertha BSC 1:2 und bleibt Tabellenletzter. Alexander Laas hatte die Hamburger in der 33. Minute in Führung gebracht, nachdem zuvor Torwart Frank Rost in der 9. Minute einen Foulelfmeter von Marko Pantelic pariert hatte.

Doch wie schon so oft unter Stevens' Vorgänger Thomas Doll konnten die Hamburger den Vorsprung nicht über die Zeit retten. Nationalspieler Arne Friedrich erzielte nach 78 Minuten den Ausgleich. In der zweiten Minute der Nachspielzeit fasste sich Herthas Neuzugang Mineiro ein Herz, zog aus 20 Metern ab und traf zum 2:1 für Berlin.

"Das ist bitter für die Spieler, aber wir müssen Selbstvertrauen aus der ersten Halbzeit schöpfen", sagte Stevens nach der Partie. "Hätten wir den Elfmeter versenkt, wäre das Spiel anders gelaufen", sagte Berlins Trainer Falko Götz. "Das war leichtfertig. Dass der Einstand von Mineiro so verläuft, das kann niemand ahnen. Herzlich willkommen in Berlin."

Borussia Mönchengladbach hat dagegen mit dem neuen Trainer Jos Luhukay die Negativserie von zwölf Spielen ohne Sieg beendet. Drei Tage nach dem Rücktritt von Jupp Heynckeskam die Borussia im ersten Spiel unter der Regie des Niederländers zu einem 2:0 (1:0)-Erfolg bei Arminia Bielefeld. Vor 23.114 Zuschauern machten Spielmacher Federico Insua (28.) und Nationalspieler Marcell Jansen (89.) den Gladbacher Sieg perfekt.

Besonders Luhukays Entscheidung, Eugen Polanski und Peer Kluge im defensiven Mittelfeld zentral vor der Abwehr spielen zu lassen, zahlte sich voll aus. So war die Gladbacher Führung in der 28. Minute verdient. "Ich kann meiner Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen. Sie hatte dieses Erfolgserlebnis bitter nötig", sagte Luhukay.

Dieter Hecking hat bei seiner Rückkehr auf den Tivoli einen nie gefährdeten Sieg gefeiert und seinen Ex-Club Alemannia Aachen in noch größere Abstiegsgefahr gestürzt. Der Trainer kam mit Hannover 96 zu einem 4:1 (3:1) bei der Alemannia, die er nach dem Hinspiel im September Richtung Hannover verlassen hatte. "Eine hervorragende Auswärtsleistung, auf die sich aufbauen lässt", sah Hecking.

Während die Niedersachsen durch den zweiten Sieg innerhalb von vier Tagen nach dem 5:0 gegen Hertha BSC Berlin weiter im Tabellenmittelfeld vorrückten, holte der Aufsteiger nur drei Punkte aus den vergangenen acht Heimspielen. Tschawdar Jankow (5.), Jan Rosenthal (23.), Szaboles Huszti (31., Foulelfmeter) und der eingewechselte Jiri Stajner (90.+1) sicherten den 96ern den fünften Auswärtssieg der Saison. Laurentiu Reghecampf hatte für die Gastgeber, ebenfalls per Foulelfmeter, zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt (26.).

Nationalspieler Mike Hanke hatte großen Anteil am ersten Sieg des VfL Wolfsburg seit drei Monaten. Der 23-jährige Stürmer erzielte beim 3:2 (2:1) gegen Bayer Leverkusen seine Saisontore sieben und acht (16./37.). Durch ein Eigentor von Peter Van der Heyden (70.) zum 2:2 geriet der Erfolg der Gastgeber zwischenzeitlich noch in Gefahr.

Zwei Minuten später machte aber Diego Klimowicz den fünften Saisonsieg der Gastgeber perfekt. Für die Gäste hatte Stefan Kießling zuvor zum 1:1 (29.) getroffen. In der 74. Minute erhielt Leverkusens Paul Freier zudem noch wegen groben Foulspiels die Rote Karte. "Letztlich war der Sieg für Wolfsburg verdient, weil die Mannschaft mehr für die Offensive getan hat", sagte Leverkusens Trainer Michael Skibbe.

Der FSV Mainz 05 hat seine gute Form auch in Frankfurt unterstrichen und einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gesammelt. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp erkämpfte sich ein 0:0 und ist damit in der Rückrunde ungeschlagen. Die Eintracht verpasste hingegen den erhofften Befreiungsschlag und muss 2007 weiter auf den ersten Pflichtspielsieg warten. "Ich bin mit dem Spiel und dem Ergebnis zufrieden", sagte Jürgen Klopp, Trainer des FSV.

Energie Cottbus hat den Sprung ins gesicherte Mittelfeld verpasst und rangiert auf Platz zwölf drei Punkte vor den Abstiegsrängen. Der Aufsteiger aus der Lausitz musste sich gegen den VfL Bochum mit einem 0:0 begnügen. Die nur 11.650 Zuschauer im Stadion der Freundschaft sahen eine zunächst durchaus unterhaltsame Partie, nach dem Seitenwechsel verflachte die Begegnung zusehends. "Das Spiel war nicht gerade ein Leckerbissen für Fußball-Ästheten", sagte Bochums Trainer Marcel Koller.

bri/sid



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