PR-Touren ins Ausland, Training, Urlaub So planen die Bundesligaklubs für die WM-Pause

Die WM wartet, die Bundesliga ruht – für zehn Wochen. Die Vereine nutzen die lange Pause ganz unterschiedlich: für Werbereisen in die USA, nach Japan oder Vietnam – oder sie gewähren den Spielern »individuell gestaltete trainingsfreie Zeit«.
Der Japaner Hasebe fährt mit der Eintracht auf PR-Tour in die japanische Heimat

Der Japaner Hasebe fährt mit der Eintracht auf PR-Tour in die japanische Heimat

Foto: LAURIE DIEFFEMBACQ / imago images/Belga

Die Fußball-Welt konzentriert sich auf die WM in Katar, mancher Bundesligist steuert zunächst erst einmal andere Ziele an. Die mehr als zweimonatige Pause bietet Zeit, für die Liga zu werben. Etliche Spieler müssen auf freie Tage nach den vorerst letzten Bundesligapartien am vergangenen Wochenende noch warten. Das Programm der Bundesligaklubs sieht dabei ganz unterschiedlich aus.

Manche Erstligisten starten erst einmal in ein PR-Auslandsprogramm, andere haben noch Training oder Testspiele. Einige Profis, die nicht bei der WM sind, reisen dennoch zu ihren Nationalteams. Und ein Teil der Klubs schickt seine Spieler – sofern sie nicht gebunden sind – sofort bis in den Dezember hinein in den Urlaub. Wie der SC Freiburg, der am 5. Dezember wieder trainiert.

»Es wird immer mehr an der Schraube gedreht, bis sie halt bricht«, hatte sich Freiburgs Trainer Christian Streich angesichts der vielen Spiele alarmiert gezeigt.

Urlaub, Training, wieder Urlaub, zurück ins Training

Dass nun zehn Wochen bis zum Neustart vom 20. bis 22. Januar ohne Pflichtspiele angesagt sind, sieht er positiv: »Ich finde es super, im November habe ich noch nie freigehabt. Ich habe kein Problem, dass keine Spiele sind. Intensiver als die letzten Monate geht es nimmer«, sagte Streich. Wie man das Training steuert? »Indem man viel Arbeit reinsteckt.«

Vor einem Jahr war die erste Saisonhälfte am 19. Dezember vorbei, bereits knapp drei Wochen später ging es weiter. Diesmal ist die Pause viel länger als sonst, die zweite Liga fängt sogar noch eine Woche später als die Bundesliga an.

Die Planungen seien nicht so leicht, sagte Bayerns Julian Nagelsmann. Der Rekordmeister gab seinen wenigen Spielern, die nicht bei der WM dabei sind, zunächst eine Woche frei. Dann hat Nagelsmann eine kleine Gruppe beisammen, ehe vom 10. Dezember bis Anfang Januar erneut Pause ist. RB Leipzig trainiert bis zum 10. Dezember weiter, um das Niveau zu halten und »ein paar Dinge abzuarbeiten«, sagte Coach Marco Rose.

PR-Reisen in die USA oder auch nach Vietnam

Mehrere Klubs reisen zunächst ins Ausland. Für Eintracht Frankfurt stand am Montag die Abreise nach Japan an, wo unter anderem Eintracht-Verteidiger Makoto Hasebe geboren worden ist, genauso wie Spielmacher Daichi Kamada, der allerdings mit Japan bei der WM antritt.

Der VfB Stuttgart stieg mit Fans in den Flieger in den US-Bundesstaat Texas, wo auch der 1. FC Köln in den nächsten Tagen ankommt. Leverkusen ist bereits im US-Bundesstaat Missouri. Dortmund repräsentiert die Bundesliga vom 21. November bis 1. Dezember in Singapur und Vietnam.

»Die einzigartige Saisonunterbrechung im November und Dezember bedeutet für alle Klub eine ungewohnte Herausforderung. Es war uns wichtig, diese Wochen auch für die Spieler bestmöglich zu gestalten, die nicht an der WM teilnehmen«, sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl.

Anfang Januar geht die intensive Vorbereitung los, mehr als die Hälfte der Klubs plant ein Trainingslager. Die zahlreichen WM-Teilnehmer des FC Bayern werden nur wenige Wochen nach dem Turnier vom 6. bis 12. Januar gleich wieder nach Katar reisen. Mainz hat sogar zwei Trainingscamps vor, eines im Dezember auf Mallorca, eines im Januar an der Costa del Sol.

Mönchengladbach verzichtet dagegen bewusst darauf. Der Dezember werde eine »sehr, sehr individuell gestaltete trainingsfreie Zeit« mit Trainingsplänen, kündigte Trainer Daniel Farke an. Im Januar wolle er »keine zwei Tage mit Reisestress verschenken«.

Christian Streich will die WM sehen, aber »heult« nicht, wenn gerade kein Fernseher bereitsteht

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Foto: Tom Weller / dpa

Die Pause werde »richtig gut« tun, sagte Leipzigs Mittelfeldspieler Xaver Schlager und zog den Vergleich zu den Erfahrungen aus seiner Heimat Österreich. Dort habe er eine Winterpause von »vier, fünf Wochen« gehabt. »Man hatte nicht das Gefühl, dass im März die Luft raus ist. Man startet mit neuer Energie rein«, sagte Schlager, dessen Nationalteam nicht für die WM qualifiziert ist.

Energie will auch SC-Trainer Streich im Urlaub sammeln – und die WM verfolgen: Wenn er allerdings gerade keinen Fernseher habe, dann fange er auch nicht an »zu heulen«.

jan/dpa
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