Fußball-Bundesliga Spitzenreiter Mainz düpiert auch die Bayern

Die sensationelle Serie des FSV Mainz 05 in der Bundesliga geht weiter: Beim FC Bayern siegte der Tabellenführer das sechste Mal im sechsten Spiel. Verfolger Borussia Dortmund gewann bei St. Pauli. Raúl bewahrte den FC Schalke vor einer Blamage gegen Mönchengladbach. 

dpa

Hamburg - Zunächst war der Mainzer Saisonstart eine Überraschung, mittlerweile ist die Siegesserie des FSV eine Sensation. Am sechsten Bundesligaspieltag feierte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel den sechsten Erfolg. Nach Stuttgart, Wolfsburg, Kaiserslautern, Bremen und Köln erwischte es nun auch den Rekordmeister. 2:1 (1:1) siegte Mainz in München und ist mit 18 Punkten unangefochten Tabellenführer.

"Wir hatten sehr viel Schwierigkeiten mit dem Spielstil von Mainz und viele Ballverluste", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal nach dem Spiel. " Mainz traue ich viel zu, sie können auch Meister werden. Das hat Kaiserslautern auch einmal geschafft, warum nicht auch Mainz", so van Gaal weiter.

Große Freude herrschte hingegen bei Mainz-Coach Thomas Tuchel: "Das ist sehr außergewöhnlich, dass wir nach fünf Siegen in Folge diese Serie auch bei Bayern München fortgesetzt haben. Da fehlen mir spontan etwas die Worte. Ich bin aber sehr glücklich, fühlen uns aber jetzt nicht größer als wir sind. Man hat jedoch unser gewachsenes Selbstvertrauen gespürt. Das ist eine weitere Verstärkung auf unserem Weg."

Ärgster Verfolger von Mainz bleibt Borussia Dortmund. Der BVB siegte beim FC St. Pauli 3:1 (1:1). Ebenfalls erfolgreich waren Leverkusen, das 4:1 (2:0) beim neuen Tabellenletzten VfB Stuttgart gewann, und Eintracht Frankfurt mit einem 2:0 (1:0) über den 1. FC Nürnberg. Eine Blamage verhinderte der FC Schalke 04 kurz vor Schluss und erreichte gegen Borussia Mönchengladbach noch ein 2:2-Remis nach einem 0:2-Rückstand. In einem spannenden Nord-Derby gewann Bremen 3:2 (2:0) gegen Hamburg.

Beim Duell Tabellenführer gegen Rekordmeister begann der FC Bayern auch ohne den verletzten Franck Ribéry stürmisch. Vor 69.000 Zuschauern in der eigenen Arena brachten Ivica Olic, Bastian Schweinsteiger und Daniel van Buyten das Mainzer Gehäuse bereits in den ersten fünf Minuten in Gefahr. Die beste Chance der Münchner in der Anfangsphase hatte jedoch Miroslav Klose, der in der 14. Minute völlig freistehend über das Tor schoss.

Besser machten es im Gegenzug die Gäste, die bereits durch Ádám Szalai (5.) und Lewis Holtby (11.) gute Möglichkeiten herausgespielt hatten, aber beide Male noch am gut reagierenden Hans-Jörg Butt gescheitert waren. Chancenlos war der Bayern-Keeper jedoch in Minute 15, als Holtby für Sami Allagui vorlegte und der Deutsch-Tunesier per Hacke traf.

Auf den Rückstand reagierten die Bayern mit Hilflosigkeit. Das Positionsspiel der Münchner war geprägt von Fehlpässen, Tempo und Ideen fehlten. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe Kroos nach Zuspiel von Thomas Müller aus der Drehung verzog. Kurz darauf hatte Klose Pech mit einem Kopfball an den Innenpfosten (44.). Bezeichnend, dass die Gastgeber den Ausgleich nicht selbst erzielten, sondern Mainzer Hilfe in Anspruch nehmen mussten. FSV-Verteidiger Bo Svensson köpfte einen langen Ball von Mark van Bommel aus 25 Metern ins eigene Tor. Torwart Christian Wetklo war in der Vorwärtsbewegung gewesen, lief dem Ball zwar noch hinterher, konnte den Gegentreffer aber nicht mehr verhindern.

Das Tor weckte Hoffnungen bei den Bayern-Fans, aber ihr Team tat sich offensiv weiter schwer, Druck über die Flügel zu entwickeln. Dennoch war München spielbestimmend, Mainz zog sich im Laufe der zweiten Hälfte immer mehr in die eigene Hälfte zurück - und schlug schließlich eiskalt zu. Mainz-Stürmer Adam Szalai schoss mit Wucht aus der Drehung und traf in der 77. Minute zum 2:1. In der Schlussphase war es dann der starke FSV-Torwart Wetklo, der mit einer Parade gegen van Buyten (88.) den Mainzer Sieg sicherte.



insgesamt 622 Beiträge
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Schwabenpower 25.09.2010
1.
Zitat von sysopNicht nur Mainz spielt ganz vorne mit, auch andere vermeintlich 'kleine' Clubs stehen unerwartet oben in der Tabelle. Topclubs wie Schalke und Stuttgart dagegen sind im Tabellenkeller. Eine Momentaufnahme? Oder eine Verschiebung der Machtverhältnisse?
Die Bundesliga spielt nicht nur verrückt, sondern verrückt gut. Eine Verschiebung der Machtverhältnisse ist klar erkennbar. Aber wahrscheinlich verschieben sich die Machtverhältnisse auch wieder zurück. Bis Spieltag 9 oder 10 muss man aber mindestens noch abwarten.
hfftl 25.09.2010
2. Mysteriös
Nicht nur die Bundesliga spielt verrückt. Man schaue nach Italien, Frankreich, Österreich, in die Schweiz... Muss an irgendeiner ko(s)mischen Konstellation liegen.
derweise 25.09.2010
3. Das sind nicht mehr die alten Bayern!
Das Spiel heute gegen Mainz hat gezeigt: das sind nicht mehr die alten Bayern! Früher haben die Bayern die entscheidenden Duelle fast immer für sich entschieden.
Achim 25.09.2010
4. Auswärts
Die Bundesliga spielt vor allem derzeit auswärts besser als zuhause.
Rockker, 25.09.2010
5.
Am Ende wird die Tabelle so aussehen: 1.Mainz- Meister; CL 2.Hannover, CL 3.Freiburg, CLQ 4.Dortmund EL, immerhin... 12.Bayern, nichts... 16.Bremen, Relegation 17.Stuttgart, 2-Liga 18.Schalke, 2.Liga
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