Fußball-Bundesliga Stuttgart schießt sich aus der Krise

Der Druck war immens, aber der VfB Stuttgart hat ihm standgehalten. Das Trapattoni-Team gewann, wenn auch knapp, gegen den 1. FC Kaiserslautern. Auch Hertha BSC siegte - und wird dank des Erfolges beim 1. FC Köln plötzlich zum Verfolger von Bayern München.


Torschütze Tomasson (2.v.l): Sprung auf Platz 9
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Torschütze Tomasson (2.v.l): Sprung auf Platz 9

Hamburg - Hertha gewann in Köln dank eines Tores von Alexander Madlung mit 1:0 (0:0). Der Berliner Verteidiger traf in der 52. Minute nach einem Eckball. Das Team von Trainer Falko Götz ist damit bereits seit vier Spielen ungeschlagen und wird als Tabellenvierter mit 14 Punkten plötzlich ebenfalls zum Verfolger von Tabellenführer FC Bayern München (18). Berlin feierte bei den Kölnern zudem das Ende einer Serie: Es war der erste Sieg bei den Geißböcken seit 31 Jahren.

Der Sieg der Gäste war hoch verdient. Köln blieb erschreckend harmlos, Stürmer Lukas Podolski schoss in der ersten Hälfte lediglich einmal aufs Tor von Christian Fiedler. Hertha hingegen hatte durch Marko Pantelic und Yildiray Bastürk (beide 35.) sowie Spielmacher Marcelinho (43.) gute Chancen, in Führung zu gehen. Madlung erlöste die Berliner dann in der 52. Minute und sorgte für das gerechte Ergebnis.

Sein Trainer war denn auch mit den drei Punkten zufrieden, "aber nicht mit dem Ergebnis", sagte Falko Götz, "wir hatten viele Chancen und hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen." Kölns Trainer Uwe Rapolder sprach dagegen davon, "dass wir nicht das nötige Glück hatten, das ein Aufsteiger braucht". In der Tabelle stehe sein Club zwar "immer noch gut da. Aber es kommt viel Arbeit auf uns zu."

Der VfB Stuttgart gewann zuhause gegen den 1. FC Kaiserslautern ebenfalls mit 1:0 (1:0) und verbesserte sich in der Tabelle auf Platz 10. Den einzigen Treffer des Tages erzielte Torjäger Jon Dahl Tomasson (10.) mit einem Lupfer nach Kopfballvorlage des Neuzugangs Danijel Ljuboja. Es war der erste Heimsieg für den VfB in dieser Saison.

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Die 35.000 Zuschauer im Gottlieb-Daimler-Stadion sahen trotz des frühen Treffers in der Anfangsphase ein schwaches Spiel. Weder die Elf von Trapattoni, der erneut munter durchgewechselt und auf die deutschen Nationalspieler Andreas Hinkel und Thomas Hitzlsperger sowie den Dänen Jesper Grönkjaer verzichtet hatte, noch der FCK zeigten ansehnliche Aktionen. Die einzige nennenswerte Chance der Gäste vergab Verteidiger Marcelo Pletsch (37.).

Nürnberg erwägt Protest

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nicht, doch der VfB agierte nach der Einwechslung Grönkjaers zielstrebiger. Der Serbe Ljuboja vergab allerdings die beste Möglichkeit kläglich. Trainer Trapattoni war zumindest mit den ersten 45 Minuten zufrieden. "In der 1. Halbzeit haben wir gut gespielt", sagte der Italiener. Dann habe mal es jedoch verpasst, das zweite Tor nachzulegen. "Deshalb musste wir zweiten Halbzeit noch einmal um den Sieg bangen", so Trapattoni.

Gästecoach Michael Henke, der erstmals den türkischen Doppelsturm mit Berkant Göktan und Halil Altintop aufgeboten hatte, führte die Niederlage seines Teams auf das frühe Gegentor zurück. "Das hat unsere Konzeption über den Haufen geworfen und war überflüssig. Insgesamt waren wir zu torungefährlich", sagte Henke.

Unterdessen wurde bekannt, dass der 1. FC Nürnberg erwägt, Protest gegen die 0:1-Niederlage beim MSV Duisburg einzulegen. Das bestätigte der Manager des Clubs, Martin Bader. Man wolle sich jedoch vorher mit dem Sportrechtsanwalt Christoph Schickhardt beraten. Anlass der Überlegungen ist eine Entscheidung von Schiedsrichter Peter Gagelmann, der einem Treffer des Nürnbergers Markus Daun in der achten Minute die Anerkennung verweigert hatte.



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