Fußball-Bundesliga Stuttgart stürmt nach oben

Am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga setzte der VfB Stuttgart gegen Hertha BSC seinen Aufwärtstrend fort. Tabellenführer Bayern München enttäuschte auf der Bielefelder Alm, während Energie Cottbus die "rote Laterne" abgeben konnte.


Spiel ohne Sieger: Bielefelds Du-Ri Cha schirmt den Ball gegen Münchens Sammy Kuffour ab
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Spiel ohne Sieger: Bielefelds Du-Ri Cha schirmt den Ball gegen Münchens Sammy Kuffour ab

Hamburg - Tabellenführer Bayern München musste sich mit einem 0:0 bei Aufsteiger Arminia Bielefeld zufrieden geben. "Wir sind auf einen topmotivierten Gegner getroffen, der uns alles abverlangt hat", resümierte Gästetrainer Ottmar Hitzfeld, "wir haben zu wenige Ideen entwickelt und konnten uns viel zu wenig Torchancen herausspielen." Immerhin ist Bayern-Keeper Oliver Kahn mittlerweile schon seit 713 Minuten ohne Gegentor.

Auch der FC Schalke 04 kam gegen den 1. FC Kaiserslautern nur zu einem 2:2 und verpasste so den zwischenzeitlichen Sprung auf Platz zwei. Victor Agali (5. und 69.) hatte die Gastgeber zweimal in Führung gebracht, aber Tomasz Klos (31.) und Harry Koch (90.) retteten dem FCK einen verdienten Punkt. "Das ist schon fast tragisch", trauerte Schalke-Coach Frank Neubarth der verpassten Chance nach, "die Mannschaft hat zwei, drei Möglichkeiten zum 3:1 vergeben und dann nicht die Ruhe gehabt, das 2:1 über die Bühne zu bringen." Lauterns Trainer Erik Gerets schöpft im sportlichen Abstiegskampf neue Hoffnung: "Schalke war auf jeden Fall die bessere Mannschaft. Aber das, was die Fans sehen wollen, nämlich Kampf bis zur letzten Sekunde, haben sie heute gesehen. In unseren Köpfen ist dieses Unentschieden wie ein Sieg."

Der zweite Rückrundensieg zum 3:1 gegen Hertha BSC lässt den VfB Stuttgart sogar von einem Champions-League-Platz träumen. Ioannis Amanatidis nutzte in der 28. Minute eine der wenigen Chancen zur Führung für die Schwaben, die Aleksander Hleb (69.) ausbaute. Erst zehn Minuten vor Schluss gelang Herthas Marcelinho der Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit stellte Viorel Ganea den alten Abstand wieder her. "Berlin war am Anfang besser. Am Ende haben wir glücklich gewonnen", fasste VfB-Coach Felix Magath das Spiel zusammen.

Ioannis Amanatidis trifft zum 1:0 für Stuttgart gegen Berlin
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Ioannis Amanatidis trifft zum 1:0 für Stuttgart gegen Berlin

Nach dem zweiten Sieg in Folge ist Energie Cottbus die erfolgreichste Bundesliga-Mannschaft 2003 und hofft wieder auf den Klassenverbleib. Die Lausitzer bezwangen den VfL Bochum durch Tore von Laurentiu Aurelian Reghecampf (2.) und Andrzej Juskowiak (82.) mit 2:1 und gaben die "rote Laterne" an den 1. FC Kaiserslautern ab. "Es war gut, dass wir mit einem frühen Tor gestartet sind", sagte Energie-Trainer Eduard Geyer. Auch Gästecoach Peter Neururer maß Reghecampfs Treffer eine große Bedeutung zu: "Das frühe Gegentor hat alle taktischen Überlegungen über den Haufen geworfen. Die Niederlage müssen wir als verdient bezeichnen." Erst in der Nachspielzeit war Bochum durch Thordur Gudjonsson zum Anschlusstor gekommen.

Eine Woche nach dem 4:1-Auswärtssieg in Rostock mussten die Münchner "Löwen" gegen Aufsteiger Hannover 96 eine unerwartete Heimniederlage kassieren. Nebojsa Krupnikovic (26.) erzielte das Tor zum 1:0 gegen die "Sechziger", die ideenlos gegen das Tor der Niedersachsen anrannten. Auch der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Chinese Jiayi Shao konnte dem TSV 1860 nicht mehr zum Erfolg verhelfen. "Alle, die geglaubt haben, dass wir schon oben mitspielen können, haben sich getäuscht", lautete die bittere Bilanz von 1860-Trainer Peter Pacult.

Der 1. FC Nürnberg verpasste mit dem 0:1 gegen den Tabellennachbarn Hansa Rostock die Chance, sich ins Mittelfeld der Tabelle abzusetzen. "Jetzt wird es wieder bis zum Schluss eine Zittersaison", befürchtet "Club"-Coach Klaus Augenthaler. Rade Prica (42.) erzielte das entscheidende Tor für die mit sechs Schweden in der Startelf angetretenen Mecklenburger. "Das war ein wichtiger Sieg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten", atmete Rostocks Trainer Armin Veh kräftig durch.

Die für Samstag vorgesehene Partie Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg war wegen des Wintereinbruchs am Freitag abgesagt worden. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.



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