Fußball-Bundesliga Werner trifft bei Leipzig-Rückkehr, Werder punktet in letzter Minute gegen Stuttgart

Timo Werner nutzte einen Torwartfehler, doch eine Rote Karte und ein Eigentor bringen RB Leipzig um den Sieg gegen Köln. Im Bremer Weserstadion gerät die Schlussminute der Nachspielzeit dramatisch.
Benjamin Henrichs (l.) und David Raum herzen Torschütze Timo Werner

Benjamin Henrichs (l.) und David Raum herzen Torschütze Timo Werner

Foto: Stuart Franklin / Getty Images

Timo Werner darf bei seiner Rückkehr in die Fußball-Bundesliga über ein Tor jubeln, nicht aber über einen Sieg seiner Leipziger: RB kam in Unterzahl nicht über ein 2:2 (1:1) gegen den 1. FC Köln hinaus. Auch Eintracht Frankfurt, das bei einer leicht verbesserten Hertha in Berlin nur 1:1 (0:1) spielte, blieb hinter den Erwartungen zurück. Werder Bremen spielte in einem dramatischen Spiel gegen den VfB Stuttgart 2:2 (1:1), der VfL Bochum verspielte bei der TSG Hoffenheim sogar ein Zwei-Tore-Polster und verlor 2:3 (2:2). Der FC Augsburg besiegte Bayer Leverkusen überraschend 2:1 (1:1).

Hertha BSC kann doch noch gut Fußball spielen, Eintracht Frankfurt dafür im dritten Pflichtspiel in Folge nicht gewinnen: Nach der 1:6-Pleite gegen den FC Bayern und dem 0:2 im Uefa Supercup gegen Real Madrid reichte es für die SGE im dritten Spiel innerhalb von acht Tagen immerhin zu einem Punkt in Berlin.

Nach einer schwachen Leistung zum Auftakt beim Stadtrivalen Union spielte Hertha gegen die Eintracht auf Augenhöhe mit und ging früh in Führung: Daichi Kamada verlor den Ball im Mittelfeld, Dodi Lukébakio bekam das Zuspiel auf den rechten Flügel und schlug eine hohe Flanke in den Strafraum, wo Suat Serdar sich per Kopf gegen Ansgar Knauff durchsetzte (3. Minute).

In Hälfte zwei machte Kamada seinen Fehler wieder gut und schloss einen Umschaltangriff der Eintracht zum Ausgleich ab (48.). Beide Teams hatten noch Chancen auf den Sieg, aufseiten der Hertha war Lukébakio auffällig (61., 62.), für Frankfurt vergab Kamada aus aussichtsreicher Position, nachdem der Japaner im Strafraum ein etwas unpräzises Zuspiel vom Flügel zu verwerten versuchte (63.). In der Schlussphase wurde ein Elfmeterpfiff zugunsten der Frankfurter nach Videobeweis zurückgenommen.

Wenige Tage nach seiner Rückkehr nach Leipzig stand der vom FC Chelsea verpflichtete Nationalstürmer Timo Werner direkt in der RB-Startelf. Und bejubelte nach neun Minuten zunächst die vermeintliche Führung durch Teamkollege Dani Olmo – so lange, bis der technisch feine Schlenzer des Spaniers wegen eines vorangegangenen Handspiels mithilfe des Videobeweises aberkannt wurde.

So kam Köln besser in die Partie und hatte mehrere Chancen, in Führung zu gehen. Bis Werner diesmal selbst traf: Einen eigentlich harmlosen Fernschuss des Rückkehrers ließ Kölns Torhüter Marvin Schwäbe durch die Hände rutschen (36.). Lange blieb RB allerdings nicht in Front, Florian Dietz’ erstes Bundesligator sorgte postwendend für den Ausgleich (40.).

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte folgte der nächste Rückschlag für Leipzig: Dominik Szoboszlai sah nach einem Armeinsatz gegen den Hals von Florian Kainz eine Rote Karte und brachte RB so in Unterzahl. Nach einem Treffer von Werners Sturmpartner, »Fußballer des Jahres« Christopher Nkunku, lag Leipzig zwar kurzzeitig wieder vorn (56.). Ein Eigentor von Innenverteidiger Joško Gvardiol nach Kölner Ecke aber bescherte den Gästen einen verdienten Punkt (72.).

Der SV Werder Bremen hat den starken Eindruck nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga gegen Stuttgart nur phasenweise bestätigen können. Niclas Füllkrug jubelte früh: Per Kopf brachte der Mittelstürmer seine Bremer mit seinem zweiten Saisontor in Führung (4.). Ein Gewaltschuss von der Strafraumgrenze hätte beinahe Füllkrugs nächsten Treffer bedeutet, die Torlatte verhinderte den Einschlag (9.).

Stuttgarts Kapitän Wataru Endo, vor dem 0:1 noch mit einem Ballverlust auffällig, traf für den nun stärker werdenden VfB aus 20 Metern per Fernschuss (38.). In der zweiten Hälfte war Stuttgart das dominante Team im Weserstadion, ein Tor von Silas Katompa Mvumpa (77.) drehte die Partie zunächst zugunsten der Gäste. Weil aber der eingewechselte Oliver Burke mit der letzten Chance des Spiels den Ball noch an VfB-Keeper Florian Müller vorbeilegte (90.+5), teilten die Klubs sich die Punkte.

Der VfL Bochum ist für einen mutigen Auftakt bei der TSG Hoffenheim nicht belohnt worden. Das Team von Trainer Thomas Reis verlor nach frühen Toren in Sinsheim noch. Simon Zoller (10. und 13. Minute) hatte die Gäste in der Anfangsphase doppelt aus kurzer Distanz in Führung gebracht, Christoph Baumgartner (14./Rechtsschuss) und Ozan Kabak (23.) per Kopf glichen für die TSG noch vor der Pause aus. Danach erzielte Munas Dabbur (88.) den späten Hoffenheimer Siegtreffer.

Bei Hoffenheim spielte Neuzugang Angeliño (von RB Leipzig) von Beginn an. Die TSG beherrschte in der ersten Hälfte auch die Spielanteile, konnte nach den Toren aber kaum noch Gefahr nach vorn entwickeln. Hinten blieb die Mannschaft von André Breitenreiter für Konter anfällig, auch wenn Bochum nach den Gegentreffern für Offensivakzente der Mut abhandengekommen schien. In der zweiten Halbzeit war die Partie weitgehend ausgeglichen. Die Entscheidung vergab Hoffenheim in der 59.: Manuel Riemann hielt einen halbhoch geschossenen Elfmeter von Andrej Kramarić. Dabbur korrigierte den Aussetzer seines Kollegen in der Schlussphase.

Trotz spielerischer Überlegenheit hat Bayer Leverkusen gegen den FC Augsburg Punkte liegen lassen und noch spät verloren. Das Team von Trainer Gerardo Seoane geriet durch ein frühes Gegentor von Fredrik Jensen (15. Minute) in Rückstand, ehe Charles Aránguiz (43.) kurz vor der Pause ausglich. In der Schlussphase des Spiels traf André Hahn (82.) zur erneuten Gästeführung.

Die Augsburger überließen Leverkusen vor 23.000 Zuschauern weitgehend das Spiel, nutzen aber einen Aufbaufehler des Gegners mit einem steilen Pass in den Lauf Jensens zur Führung. Danach überzeugten sie mit disziplinierter Defensivarbeit, ehe Aránguiz aus der zweiten Reihe Erfolg hatte. In der zweiten Hälfte erhöhte Bayer nochmals den Druck, ein Treffer von Aránguiz (69.) wurde aber wegen vorherigen Fouls nicht anerkannt. Hahn erzielte schließlich aus 18 Metern an den Innenpfosten die glückliche Entscheidung zugunsten der Gäste.

cev/ara
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