8. Spieltag der Fußball-Bundesliga Union Berlin kassiert in Frankfurt erste Saisonpleite, Köln dreht Spiel gegen BVB

Gegen Frankfurt riss für Union eine Serie von saisonübergreifend 14 unbesiegten Partien. Auf Platz eins blieben die Berliner aber, weil der BVB sich in der zweiten Hälfte von Köln überrumpeln ließ.
BVB-Stürmer Anthony Modeste (r.) blieb ungefährlich gegen seinen Ex-Klub

BVB-Stürmer Anthony Modeste (r.) blieb ungefährlich gegen seinen Ex-Klub

Foto:

INA FASSBENDER / AFP

Die Fußball-Bundesliga hat in der Saison 2022/2023 kein unbesiegtes Team mehr, aber immer noch denselben Tabellenführer. Union Berlin unterlag zwar 0:2 bei Eintracht Frankfurt, weil Borussia Dortmund aber 2:3 (1:0) gegen den 1. FC Köln verlor, blieben die Berliner auf Platz eins.

Punktgleich mit Union steht jetzt der SC Freiburg, der 2:1 (2:0) gegen Mainz 05 gewann, auf dem dritten Platz. RB Leipzig ließ dem VfL Bochum beim 4:0 (2:0) keine Chance, der VfL Wolfsburg gewann durch ein spätes Tor 3:2 (2:2) gegen den VfB Stuttgart.

Die erste Chance des Spiels hatte zwar Köln mit Dejan Ljubičić, dessen Schuss zweimal hintereinander abgeblockt wurde (3. Minute). In Führung ging aber Dortmund nach einer Balleroberung Thomas Meuniers an der rechten Außenlinie. Über Donyell Malen und Jude Bellingham, der erstmals die Kapitänsbinde des BVB trug, ging es zu Julian Brandt, der den Ball nach einem guten ersten Kontakt aus kurzer Distanz in die rechte Ecke spitzelte (31.).

Weitere Chancen für den BVB hatten Karim Adeyemi mit einem satten Volleyschuss aus 20 Metern (33.) und Donyell Malen nach einem Konter (41.), beide Male parierte Köln-Keeper Marvin Schwäbe gut.

Nach Wiederanpfiff ließen sich die Dortmunder überrumpeln. Erst kam Florian Kainz nach einer Flanke von Linton Maina zum Ausgleich (53.), ehe Steffen Tigges bei einer Kainz-Ecke per Kopf das Spiel drehte (56.). Plötzlich lag Köln in Führung. Und diese wuchs noch weiter durch Ljubičić, der mit einem sehenswerten Schlenzer in die rechte Ecke auf 3:1 für den FC erhöhte (71.). Der 17 Jahre alte Tom Rothe machte die Partie mit einem Joker-Tor zwar wieder spannend (78.), der Ausgleich gelang Dortmund aber nicht mehr.

Der Tabellenführer zeigte einen überraschend schwachen Auftritt bei der Eintracht. Besonders Frankfurts Randal Kolo Muani bekamen die Berliner nicht eingefangen. In der 12. Minute wurde der Angreifer nicht ausreichend attackiert, konnte bis zur Grundlinie vordringen und zurück zu Mario Götze legen, der freistehend zur Führung traf.

Nach einer ähnlichen Vorarbeit von Kolo Muani war es Luca Pellegrini, der aus dem Rückraum schießen konnte, den Ball aber weit über das Tor beförderte (22.). Unions Ausgleich durch Janik Haberer verhinderte SGE-Torwart Kevin Trapp mit einer starken Parade (28.), ehe auf der anderen Seite Unions Torwart gegen Jesper Lindstrøm rettete (30.).

Frankfurt blieb gefährlicher, Pellegrini scheiterte aus halblinker Position an der Latte (36.). Das 2:0 fiel nach einer Unsicherheit von Union-Verteidiger Paul Jaeckel, dem Lindstrøm auf dem linken Flügel den Ball abluchste. Der Däne nahm Tempo auf, ließ mit einem Haken ins Zentrum zwei Gegenspieler stehen und schob dann locker in die kurze Ecke ein (42.). Im zweiten Durchgang waren die Berliner überlegen und kamen zu mehreren Chancen, blieben aber torlos.

Nach zuletzt zwei torlosen Spielen und der Länderspielpause schienen es die Freiburger eilig zu haben: Bereits nach drei Minuten verwertete Michael Gregoritsch eine Flanke frei im Strafraum stehend rechts oben ins Eck zum 1:0. Der Torschütze hatte allein in den ersten 30 Minuten vier Chancen. Bei seiner ersten Möglichkeit aus elf Metern bekam Mainz-Torwart Robin Zentner noch den Fuß dazwischen (29.). Bei einer späteren scharfen Hereingabe auf den ersten Pfosten traf Gregoritsch dann die Latte, Daniel-Kofi Kyereh köpfte den Abpraller aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (37.).

Freiburg verfolgte einen interessanten Plan, überließ überforderten Mainzer den Ball und war dann effizient, während die Gäste nicht ein Abschluss in der ersten Hälfte gelang. Besser funktionierte es für Mainz dann zu Beginn der zweiten Hälfte, als Aaron Martin Caricol eine scharfe Hereingabe aus kurzer Distanz zum 1:2-Anschluss einschob (52.). Mainz wollte danach Härte zeigen. Anton Stach und Aaron foulten kurz nacheinander den sich im Aufbauspiel befindlichen Ritsu Doan (60., 63.). Am Ende fehlte Mainz vor dem aber Tor das Durchsetzungsvermögen, es gab zu wenige Torchancen in der späten Drangphase.

Nach dem 0:3 bei Borussia Mönchengladbach vor der Länderspielpause stellte RB-Trainer Marco Rose gleich auf vier Positionen um. Unter anderem spielte der im Nationalteam zuletzt unglücklich agierende Timo Werner von Beginn an und traf prompt für gut kombinierende Leipziger: Ein Klärungsversuch Bochums war über Marcel Halstenberg bei Werner gelandet, der den Ball aus kurzer Distanz in den rechten Torwinkel schoss (15.). Bochum machte etwas auf, Leipzig nutzte den Raum für Konter und als Jannes Horn im Sechzehnmeterraum gegen Nkunku zu spät kam, verwandelte der Gefoulte den Elfmeter selbst zum 2:0 (23.).

Nach einer einseitigen ersten Halbzeit, in der Bochum nicht ins Spiel fand, war das Bundesliga-Schlusslicht mit dem 2:0 noch gut bedient, wie sich wenig später zeigte: Nach Schuss von Silva an den Pfosten schob Werner den Abpraller aus kurzer Distanz zum 3:0 ein (53.). Nkunku bekam mit einem weiteren Elfmeter die Chance, ebenfalls einen Doppelpack zu erzielen, setzte den Ball aber an den Pfosten (64.). Kurz vor Spielende klappte es dann doch noch für Nkunku mit einem zweiten Treffer (85.).

In einer frühen Drangphase der Wölfe traf Stuttgarts Serhou Guirassyzum nach scharfer Hereingabe von Hiroki Ito zum 1:0 (22.). Der Treffer kam zu diesem Zeitpunkt überraschend. Im direkten Gegenzug glich Omar Marmoush mit einem Schuss aus 16 Metern ins linke untere Eck aus (23.). Vor der Pause probierte es Maximilian Arnold aus 16 Metern und hatte Glück. Florian Müller stand richtig, ging aber unnötigerweise mit den Fäusten zum Ball, womit die Abwehr nicht gelang. Über Müllers Fäuste hinweg flog der Ball zum 2:1 ins Tor (38.).

Das Hin und Her der ersten Hälfte wurde perfekt, als nach kurzer Ecke und Flanke Konstantinos Mavropanos zum Ausgleich einköpfte (45. +1). Im zweiten Durchgang wurde es mit drei Gelben Karten innerhalb von sechs Minuten ruppiger. Nach gutem Konter traf VfB-Mittelfeldspieler Silas Katompa Mvumpa aus 14 Metern die Latte (57.). Der starke Arnold zog gegen Atakan Karazor durch und traf nur das Schienbein des VfB-Mittelfeldspielers – Gelbe Karte (71.). Karazor konnte nach kurzer Behandlung weiterspielen.

Wolfsburg spielte im Aufbau erstaunlich viele Fehlpässe und brachte sich in Bedrängnis, war in der Nachspielzeit aber kaltschnäuziger: Nach Doppelpass mit Marmoush verlängerte Mattias Svanberg per Kopf zum in seinem Rücken lauernden Yannick Gerhardt, der nur noch zum 3:2 einschieben musste (90.+1). Der zweite Sieg unter Wolfsburg-Trainer Niko Kovač sorgt für Tabellenplatz 13 und vorerst etwas Abstand auf die Abstiegsränge.

mrk/vgl
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.