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25. April 2014, 14:36 Uhr

Entlassener Coach

Verbeek rechnet mit Nürnberg ab

Gertjan Verbeek ist wütend auf seinen Ex-Arbeitgeber, den 1. FC Nürnberg. Wenige Tage nach seiner Entlassung geht der Coach mit dem Club hart ins Gericht. Auch für Trainerkollegen Christian Streich findet er klare Worte.

Hamburg - Gertjan Verbeek verarbeitet seinen Rauswurf bei Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg öffentlich. "Es war eine Panik-Reaktion", sagte der Niederländer jetzt "Sport Bild online". Die Entlassung habe ihn überrascht. Noch vorige Woche habe FCN-Sportdirektor Martin Bader seinen Agenten angerufen und diesem gesagt, dass der "Club" auch im Falle eines Abstiegs an Verbeek festhalten wolle.

Nach dem 1:4 gegen Bayer Leverkusen am Sonntag sei dann plötzlich alles anders gewesen. "Das hat mich sehr gewundert", sagte Verbeek. Am Montagmorgen habe er noch mit Bader über das Spiel gesprochen. Am Dienstag habe er dann um 22 Uhr den Anruf erhalten, er sei entlassen.

"Ich hatte noch nie in meiner Karriere so viel Unglück wie in Nürnberg - mit Verletzungen, Pfostenschüssen, Schiedsrichtern", rechtfertigte Verbeek die schlechten Ergebnisse des Teams unter seiner Leitung. Gleichzeitig bescheinigte er der Mannschaft, gute Spiele gemacht zu haben: "Wir haben nicht verloren, weil wir zu offensiv gespielt haben." Von 23 Spielen unter dem Niederländer gewannen die Nürnberger nur fünf, verloren zwölf und spielten sechsmal unentschieden.

Harte Worte in Richtung Freiburg-Trainer Streich

Den Vorwurf, den Spielern trotz der Heimniederlage gegen Bayer zwei freie Tage gewährt zu haben, wies Verbeek zurück. Am vergangenen Montag hätten fast alle Spieler trainiert, er selbst sei den ganzen Morgen in Nürnberg gewesen.

Auch auf den Streit mit Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, reagierte Verbeek in seiner Abrechnung noch einmal: "Ich habe schon nach dem Spiel gegen Freiburg gesagt: Ich finde es sehr respektlos, wie Herr Streich sich benimmt. Seine Aussagen nach meiner Entlassung bestätigen das. Das sagt sehr viel über den Menschen Christian Streich aus." Streich war am Donnerstag während einer Pressekonferenz gefragt worden, was er wegen des Rausschmisses von Verbeek empfinde. Der Freiburger Coach hatte geantwortet: "Ich versuche, gegen die menschlichen Gefühle wie Schadenfreude anzuarbeiten."

psk/dpa/sid

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