Fußball-Bundesliga Vierter Schiedsrichter ab der Rückrunde

Ab der Rückrunde der laufenden Saison kommt in der Fußball-Bundesliga der vierte Schiedsrichter zum Einsatz. Darauf verständigte sich der "Krisengipfel" unter Leitung von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.


Der "Runde Tisch" war eckig: Beschlossen wurde die Einführung des vierten Schiedsrichters
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Der "Runde Tisch" war eckig: Beschlossen wurde die Einführung des vierten Schiedsrichters

Gelsenkirchen - Mit Hilfe des vierten Mannes an der Seitenlinie soll den zuletzt immer größer werdenden Problemen zwischen den Unparteiischen auf der einen Seite sowie Spielern, Trainern und Club-Offiziellen auf der anderen beigekommen werden. Nach zuletzt sechs Roten und fünf Gelb-Roten Karten an den vergangenen beiden Bundesligaspieltagen war der Streit zwischen den Referees und den Angestellten der Erstligaclubs eskaliert.

Das Pilotprojekt gilt nur für die erste Bundesliga. Durch die Neuerung kommen auf die DFL, die für den Spielbetrieb in den beiden deutschen Profiligen zuständig ist, rund 500.000 Euro Mehrkosten plus Reisespesen zu. Laut Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund soll jeder Erstligist zunächst 17.000 Euro zur Finanzierung beisteuern.

Vorerst kein neuer Strafenkatalog für Vereine

Am "Runden Tisch" nicht behandelt wurde ein modifizierter Strafenkatalog nach Vorbild der Uefa. "Wir werden prüfen, ob die gegenwärtigen Regelungen ausreichen", sagte Mayer-Vorfelder zu möglichen Verschärfungen. "Emotionen haben nichts mit Geld zu tun. Ein Spieler, der erregt ist, kann man nicht mit 5000 Euro ruhig stellen", gab sich Hertha-Manager Dieter Hoeneß skeptisch.

Das von Mayer-Vorfelder geforderte Ende der "Hetzjagd auf die Schiedsrichter" soll mit anderen Maßnahmen erreicht werden. Provokationen sollen vermieden, auch strittige Entscheidungen der Unparteiischen wieder respektiert werden. "Das ist keine einseitige Angelegenheit, auch die Schiedsrichter müssen sich selbstkritisch sehen", forderte Hoeneß.

Vierter Schiedsrichter international längst üblich

Für die Einführung des zusätzlichen Assistenten, der sich um alle organisatorischen Dinge wie Einwechslungen kümmern und an der Seitenlinie für Ruhe sorgen soll, hatten sich insbesondere DFB-Teamchef Rudi Völler, Bayern-Präsident Franz Beckenbauer und der Münchner Manager Uli Hoeneß stark gemacht. Wie bei Spielen unter der Regie von Fifa und Uefa üblich, darf auch in der Bundesliga der vierte Mann nicht direkt ins Spielgeschehen eingreifen. Rund 20 Aufgaben sind in einem Katalog für den zusätzlichen Referee festgeschrieben.

Am "Runden Tisch" waren neben Mayer-Vorfelder und Schiedsrichter-Obmann Volker Roth die Manager Rudi Assauer (Schalke 04), Hoeneß, Calmund und der Gladbacher Trainer Hans Meyer beteiligt. Die Referees waren durch Markus Merk und Herbert Fandel vertreten. Die DFL hatte ihren Präsidenten Werner Hackmann sowie die Geschäftsführer Heribert Bruchhagen und Wilfried Straub entsandt. Vom DFB waren zudem Generalsekretär Horst R. Schmidt und der für das Schiedsrichterwesen zuständige Direktor Willi Hink dabei.



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