Werder gegen Bayern Lobeshymnen und ein Abschied

Kann Werder die Bayern stoppen? Im Nord-Süd-Duell wollen die Münchner ihre Serie mit dem sechsten Liga-Sieg ausbauen. Werder-Trainer Thomas Schaaf ist voll des Lobes für den Gegner. Ein besonderer Nachmittag wird es für Claudio Pizarro - unabhängig von seinem Einsatz.

Bayern-Stürmer Pizarro: In Bremen erwartet ihn offizielle Verabschiedung
Getty Images

Bayern-Stürmer Pizarro: In Bremen erwartet ihn offizielle Verabschiedung


Hamburg - Vor wenigen Jahren noch war es eines der brisantesten Duelle der Bundesliga, doch im Vorfeld der Partie des 6. Spieltags zwischen Werder Bremen und Bayern München könnte nun fast der Eindruck entstehen, es handele sich um ein Freundschaftsspiel (Anpfiff 15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Werder-Trainer Thomas Schaaf lobte die ungeschlagenen Münchner in höchsten Tönen: "Die Bayern setzen ihre Qualitäten hervorragend um. Sie wirken entschlossener und sie treten als Mannschaft auf." Deshalb werde es schwer, den Lauf des Tabellenführers zu stoppen. "Es hängt davon ab, wie sehr wir das Spiel des FC Bayern zulassen", so Schaaf.

Ob Bayern-Leihgabe Nils Petersen gegen seinen früheren Club von Beginn an mitspielen darf, ließ Schaaf offen. Beim 2:1-Auswärtssieg in Freiburg stand zuletzt der Nigerianer Joseph Akpala als Mittelstürmer in der Startelf. Obwohl der Zugang einen Treffer erzielte, wird in Bremen mit der Rückkehr von Petersen in die Anfangsformation gerechnet. "Es ist immer etwas Besonderes, gegen seinen Ex-Verein zu spielen", sagte Petersen.

Gespannt darf man auf die Reaktion der 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion bei der offiziellen Verabschiedung des Ex-Bremers Claudio Pizarro sein. Bei einer ähnlichen Aktion war Miroslav Klose vor einigen Jahren von vielen Werder-Fans ausgepfiffen worden. "Ich freue mich immer, Claudio zu sehen. Ich freue mich auch, wenn er spielen würde, und ich freue mich auch, wenn er kein Tor erzielt und nicht so gut gegen uns spielen würde", sagte zumindest Schaaf.

Pizarro will bei Torerfolg gegen Werder nicht jubeln

Sollte Pizarro spielen und treffen, will er sich jeglichen Torjubel verkneifen. "Das habe ich als Bayernspieler im Weserstadion schon immer so gehalten", sagte der Peruaner, der seine Bundesligakarriere bei den Norddeutschen begann und dann später nach München, zurück nach Bremen und wieder nach München wechselte.

Ob Pizarro oder der derzeit erfolgreichste Bundesliga-Torschütze Mario Mandzukic im Bayern-Angriff spielet, ist Schaaf egal: "Es ist immer schwer, sie zu stoppen."

Bayern-Coach Heynckes schloss einen Pizarro-Einsatz von Beginn an nicht aus. "Es bietet sich schon an, unter Umständen einen Wechsel durchzuführen. Aber da muss ich mir noch Gedanken machen", sagte der Bayern-Trainer. Er strebt den sechsten Sieg im sechsten Liga-Spiel an, warnte aber vor Überheblichkeit: "Wir gehen unseren Weg, ohne uns von dem äußeren 'Ballyhoo' beeinflussen zu lassen. Bundesligaspiele sind keine Selbstläufer, vor allem nicht in Bremen."

Neben Toni Kroos ist auch Thomas Müller ein Kandidat für eine Rückkehr in die Bayern-Startelf, sofern der Nationalspieler nach einer Erkältung, wegen der er am Dienstag beim 3:0-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg gefehlt hatte, wieder ganz fit ist. Ausfallen wird Arjen Robben, Javier Martínez ist zumindest fraglich. Sie mussten gegen Wolfsburg wegen muskulärer Blessuren ausgewechselt werden.

Werder Bremen - Bayern München (15.30 Uhr)
(voraussichtliche Aufstellungen)
Werder: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Fritz - Junuzovic - Arnautovic, de Bruyne, Hunt, Elia - Petersen
Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Luiz Gustavo, Schweinsteiger - T. Müller, Kroos, Ribery - Pizarro
Schiedsrichter: Weiner

luk/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.