Fußball-Bundesliga Wolfsburg schießt Lautern in die Zweite Liga

Der 1. FC Kaiserslautern muss in die Zweite Bundesliga. Die Pfälzer konnten nach zwischenzeitlicher Führung in Wolfsburg nicht gewinnen. Die Niedersachsen wurden durch einen Joker gerettet. Werder Bremen gewann beim HSV und sicherte sich die Champions-League-Teilnahme.


Hamburg - Wolfsburg holte gegen den 1. FC Kaiserslautern ein 2:2 (0:1) und sicherte sich den Klassenerhalt am letzten Bundesliga-Spieltag. Die Tore für das Augenthaler-Team erzielten der erst in der Halbzeit eingewechselte Cedric Makiadi (66.) und Diego Fernando Klimowicz (69.). Torjäger Halil Altintop hatte Kaiserslautern in der ersten Hälfte (20.) in Führung geschossen, Marcel Ziemer sorgte zwei Minuten vor dem Ende für das 2:2, das am Ende aber nicht reichte. Für die Pfälzer ist es nach zehn Jahren der zweite Abstieg.

"Dieses Spiel hat mich einiges an Nerven gekostet", sagte der sichtlich erschöpfte Augenthaler nach dem Spiel. Den Abstieg habe er auch nach dem Rückstand nicht befürchtet, "wir mussten ja nur ein Tor aufholen und haben es am Ende auch geschafft". FCK-Coach Wolfgang Wolf, selbst früher bei den Niedersachsen beschäftigt, bedankte sich bei seinem Team, das "mit seiner Unbekümmertheit" das Endspiel gegen Wolfsburg erst ermöglicht habe. Der Abstieg tue zwar weh, "aber es trifft uns ja nicht ganz überraschend", so Wolf.

Tore zum Abschied

Werder Bremen hat sich dank eines 2:1 (1:0)-Erfolgs beim Hamburger SV am Ende doch noch die direkte Champions-League-Teilnahme gesichert. Ivan Klasnic (27.) und Torschützenkönig Miroslaw Klose (72.) mit seinem 25. Saisontreffer trafen bei Bremens Erfolg, Sergej Barbarez hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. Der Bremer Tim Borowski (83.) schoss einen Foulelfmeter an den Pfosten.

HSV-Trainer Thomas Doll fiel es danach schwer, Worte zu finden. "Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß. Es tut sehr weh, dass wir nicht belohnt worden sind", erklärte Doll. Die Mannschaft habe viel Engagement gezeigt und sich viele Chancen herausgespielt, "aber wir haben wieder nicht im richtigen Moment zugeschlagen. Ein Unentschieden wäre heute verdient gewesen". Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf räumte ein, dass der Sieg glücklich gewesen sei. "Aber es war beeindruckend wie unsere Mannschaft nach dem 1:1 wieder zurückgekommen ist und das Spiel nochmal gedreht hat. Diese Moral hat meine Mannschaft über die ganze Saison ausgezeichnet", sagte Schaaf.

Bayern München spielte nur 3:3 gegen Dortmund, Michael Ballack (50.) traf bei seinem Abschied aus München. Es war der 14. Saisontreffer des DFB-Kapitäns, der wohl zum englischen Meister FC Chelsea wechseln wird. Die beiden anderen Tore für die Münchner erzielten Roy Makaay (6.) und Bastian Schweinsteiger (48.). Das Team wurde auf den Rängen gefeiert, nur für Ballack gab es Pfiffe, die Trainer Felix Magath "unschön" fand. Der Weggang des Mittelfeldspielers sei aber auch eine Chance für den Verein, "in die Mannschaft wird neues Leben kommen", so Magath.

Podolski schießt Bielefeld ab

Lebendig in Reihen der Gäste war vor allem der lange verletzte Tscheche Jan Koller. Der Stürmer traf doppelt (2. und 76.), Phillip Degen sorgte mit seinem ersten Saisontor für das 2:3 (64.). Trainer Bert Marwijk fand Lob für die Leistung seines Teams, das in München mit einer B-Elf antreten musste. "Das war top, unser Mittelfeld könnte noch A-Jugend spielen."

Der schon als Absteiger feststehende 1. FC Köln verabschiedete sich mit einem 4:2 (1:0) gegen Arminia Bielefeld aus der Bundesliga, Nationalstürmer Lukas Podolski erzielte zwei Treffer (43. und 84.). Podolski ("Das geht nicht spurlos an mir vorbei, ich bedanke mich bei allen, die mir den Weg gezeigt haben") steht vor einem Wechsel zum FC Bayern München und kam in dieser Saison auf insgesamt zwölf Tore. Mathias Scherz (56.) und Patrick Helmes (86.) trafen ebenfalls für die Rheinländer. Kölns Coach Hanspeter Latour freute sich, dass die Fans "endlich mal zufrieden nach Hause gehen" konnte. Bei Bielefeld trugen sich David Kobylik (46.) und Radomir Dalovic (70.) in die Torschützenliste ein.

Auf Schalke gab ein Däne einen erfolgreichen Ausstand. Ebbe Sand, der die Gelsenkirchner nach sieben Jahren in Richtung Heimat verlässt, erzielte beim 3:2 (0:1)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart das Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Zudem trafen Marcelo Bordon (81.) und Tomasz Waldoch (83.) für Schalke, das die Saison als Tabellen-Vierter beendet. Auch für den Polen Waldoch war es das letzte Spiel auf Schalke, was Trainer Mirko Slomka später an ein "Theaterstück" erinnerte. "Besser geht es nicht, das ausgrechnet Ebbe Sand und Tomasz Waldoch bei ihrem Abschied die Tore schießen", so Slomka. Stuttgart war durch Thomas Hitzlsperger (33.) in Führung gegangen, der Brasilianer Cacau war in der 71. Minute erfolgreich.

Leverkusen im Uefa-Cup

Ebenfalls mit einer Niederlage beendete Eintracht Frankfurt diese Spielzeit, zu Hause gab es gegen Mönchengladbach ein enttäuschendes 0:2 (0:0). Bei Gladbach, das in der gesamten Saison nur in Bielefeld hatte gewinnen können, erhöhte Oliver Neuville seine WM-Chancen mit seinem zehnten Treffer (56.), Nando Rafael stellte in der Nachspielzeit (90.+2) den Endstand her. Gladbachs Manager Peter Pander wollte nach dem Spiel nicht bestätigen, dass der Abschied von Trainer Horst Köppel bereits feststehe.

Nürnberg besiegte Hertha BSC 2:1, zwei Platzverweise (für Herthas Josip Simunic und Nürnbergs Jan Polak) bildeten neben den Treffern von Robert Vittek (30.) und Ivan Saenko (86.) für Nürnberg sowie dem Berliner Pal Dardai (41.) die weiteren Höhepunkte. Für den Slowaken Vittek war es Saisontor Nummer 16 - alle erzielte der Angreifer in der Rückrunde. "Der Sieg war hintenraus in Ordnung", kommentierte FCN-Coach Hans Meyer. Sein Gegenüber Falko Götz freute sich trotzdem über Platz sechs, "auch wenn wir das eigentlich aus eigener Kraft hatten schaffen wollen". Hertha darf nun versuchen, über den Umweg UI-Cup doch noch den internationalen Wettbewerb zu erreichen.

Bayer Leverkusen sicherte sich den letzten verbliebenen Uefa-Cup-Platz mit einem 2:2 (2:1) bei Hannover 96. Das Team von Trainer Michael Skibbe war zunächst durch Nationalspieler Per Mertesacker (14.) in Rückstand geraten, Simon Rolfes (16.) sowie der Bulgare Dimitar Berbatow (39.) drehten das Spiel. Dessen Landsmann Chavdar Yankow sorgte für den Endstand (52.).

Absteiger Duisburg verabschiedete sich mit einem 0:0 gegen Mainz als Tabellenletzter aus der Bundesliga. Negativer Höhepunkt: Abdelaziz Ahanfouf verschoss einen an ihm selbst verursachten Foulelfmeter (66.).

goe

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