Fußball-Bundesliga Wolfsburg und Köln bejubeln Last-Minute-Tore

Mario Mandzukic hat Wolfsburg gegen Frankfurt erlöst. Der VfL war gegen die Eintracht klar überlegen, lag aber bis kurz vor Spielende zurück. Der 1. FC Köln gewann dank eines Treffers von Milivoje Novakovic in letzter Sekunde gegen den 1. FC Nürnberg.

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Hamburg - Einen Punkt gewonnen oder zwei verloren? Diese Frage mussten sich sowohl der VfL Wolfsburg als auch Eintracht Frankfurt stellen. 1:1 (0:0) trennten sich die beiden abstiegsbedrohten Clubs und das Unentschieden bringt beide kaum weiter. Während Wolfsburg mit nun 28 Punkten auf den 16. Rang kletterte, rückte Frankfurt (32 Zähler) auf Platz 13 vor. Allerdings bleibt es im unteren Tabellendrittel weiter eng, beide Clubs müssen nach wie vor um den Klassenerhalt zittern.

Die Wolfsburger waren über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, hatten Chancen, die für zwei Partien gereicht hätten. Doch die mangelnde Verwertung rächte sich in der 59. Minute. Alexander Meier brachte die Gäste nach einem Konter in Führung. Elf Minuten später sah Arne Friedrich die Gelb-Rote Karte. Beide Entscheidungen von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer waren umstritten. Der späte Ausgleich durch Mario Mandzukic (85.) war hochverdient.

"Wir haben ein klares Abseitstor kassiert und einen unberechtigten Platzverweis hinnehmen müssen. Angesichts der Fehlentscheidungen des Schiedsrichters bin ich froh, dass wir noch einen Punkt geholt haben", sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath. Sein Frankfurter Pendant Christoph Daum würdigte die kämpferische Vorstellung seiner Mannschaft: "Wolfsburg hat ein Klassespiel gemacht. Wir haben mit Händen und Füßen versucht, das Ergebnis zu halten. Der eine Punkt ist ein Riesenerfolg."

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Schon vor der Pause hatten die Wolfsburger mehr vom Spiel. Zunächst waren es zweimal Diego (8./14.) und Patrick Helmes, die für Torgefahr sorgten. Frankfurts Schlussmann Ralf Fährmann faustete den Ball direkt zum Wolfsburger Stürmer, dessen Schuss von Meier per Kopf geklärt wurde (25.). Kurz vor der Pause scheiterte Helmes erneut (42.) - diesmal parierte Fährmann stark. Die größte Chance hatten jedoch die Frankfurter, die sich weit in die eigene Hälfte zurückzogen und auf Konter lauerten. Meier wurde steil geschickt, flankte nach links auf Halil Altintop, doch das Abspiel war etwas zu hoch und der Kopfball des Türken blieb harmlos (38.).

In der zweiten Hälfte machte der VfL dort weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Die Gastgeber taten mehr für das Spiel und hatten durch Friedrich in der 48. Minute die nächste Großchance. Nach einer Ecke von Diego konnte der Nationalspieler am Fünfmeterraum direkt abziehen, doch Sebastian Jung klärte am rechten Pfosten in höchster Not. Die Wolfsburger drängten weiter auf die Führung, zwischen der 50. und 56. Minute hätte alleine Helmes drei Mal treffen können. "Wir haben sehr gut nach vorn agiert. Nur die Ausnutzung der Torchancen war schlecht", kritisierte Magath.

Die Nachlässigkeiten des VfL rächten sich. Frankfurt konterte, Altintop schoss aus rund 18 Metern zentraler Position aufs Tor, Diego Benaglio klärte jedoch nach vorne und der Ball prallte von Simon Kjaers Brust direkt vor die Füße von Meier (59.). Der 28-Jährige zögerte nicht lange und traf ins rechte Toreck. Allerdings hatte er bei Altintops Schuss im Abseits gestanden.

Elf Minuten später gab es dann eine weitere umstrittene Entscheidung: Friedrich war am Strafraumrand mit dem Kopf zum Ball gegangen, Marco Russ mit dem Fuß, der jedoch Friedrich voll traf. Anstatt Elfmeter bekam Friedrich nach einem kurzen Gerangel die Gelb-Rote Karte wegen unsportlichem Verhalten. Allerdings hatte der VfL auch Glück, dass eine Tätlichkeit Diegos gegen Patrick Ochs nicht geahndet wurde.

Trotz der Unterzahl waren die Hausherren weiterhin gefährlich. Zunächst konnte Fährmann einen Diego-Freistoß (75.) noch stark zur Ecke abwehren. Zehn Minuten später war er jedoch machtlos als Diego mit einer sehenswerten Flanke Mandzukic in Szene setzte, der über den Torwart hinweg ins Tor köpfte.

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:0)
0:1 Meier (59.)
1:1 Mandzukic (85.)
Wolfsburg: Benaglio - Riether, Kjaer, Arne Friedrich, Marcel Schäfer - Josue - Polak (58. Koo), Cicero - Diego - Helmes (74. Madlung), Grafite (46. Mandzukic)
Frankfurt: Fährmann - Jung, Franz, Russ, Tzavellas - Clark, Rode (77. Marcel Heller) - Ochs (90.+3 Vasoski), Meier, Halil Altintop - Gekas (87. Amanatidis)
Schiedsrichter: Kinhöfer
Zuschauer: 29.125
Gelb-Rote Karte: Arne Friedrich (71., Wolfsburg) wegen unsportlichen Verhaltens
Gelbe Karten: Mandzukic (5) - Ochs (5), Halil Altintop, Rode (3), Franz (11), Tzavellas (9)

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