Leipzig-Sieg gegen Hertha Der Däne und der Diamant

Leipzigs Yussuf Poulsen war beim Kantersieg gegen Hertha BSC der herausragende Spieler. Ein deutsches Stürmerduell blieb torlos - und Pál Dárdai erlebte die größte Niederlage seiner Trainerkarriere.
Ein Däne erobert die Bundesliga: Yussuf Poulsen spielt eine überragende Saison, das musste nun auch Hertha BSC erfahren.

Ein Däne erobert die Bundesliga: Yussuf Poulsen spielt eine überragende Saison, das musste nun auch Hertha BSC erfahren.

Foto: Jan Woitas/DPA

Der Mann des Spiels: In der 62. Minute stoppte RB Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen vor der Fankurve, küsste drei seiner Finger und hielt sie den Zuschauern entgegen. Mit einem wunderschönen Lupfer hatte er unmittelbar zuvor sein drittes Tor erzielt. Eine herausragende Leistung des Dänen.

Das Ergebnis: Zwei weitere Tore für Leipzig schossen Emil Forsberg und Winterzugang Amadou Haidara. Hertha blieb in 90 Minuten ganz ohne Torschuss. Das 5:0 (2:0) können Sie hier im Spielbericht nachlesen.

Danish Dynamite: Mit seinem ersten Treffer gegen Hertha zog er mit Peter Madsen gleich, der als Däne 2003/2004 zuletzt 13 Tore für den VfL Bochum in einer Bundesligasaison erzielen konnte. Nach den Saisontoren 14 und 15 geht es für Poulsen jetzt in Richtung Thomas Christiansen. Der hatte eine Saison vor Madsen ebenfalls für Bochum 21-mal getroffen.

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Heimweh: Hatten die mitgereisten Hertha-Fans vor Beginn der Partie nicht. Die 183 Kilometer vom Olympiastadion zur Leipziger Arena bedeuten die kürzeste Auswärtsfahrt für die Berliner Fans. Dementsprechend laut stimmten sie vor der Partie ihre Hymne "nur nach Hause gehen wir nicht" an. Spätestens nach dem Traumtor von Poulsen zum 4:0 hätten die Zuschauer aber vermutlich zu gern den Heimweg angetreten.

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Leipziger Sieg gegen Hertha: Der dreifache Däne

Foto: Jan Woitas/DPA

Der Angstgegner: Im sechsten Spielen gegen Leipzig gab es für Hertha die fünfte Niederlage bei nur einem Sieg. Dabei kassierte das sonst so defensivstarke Berliner Abwehrkonstrukt insgesamt 22 Gegentore.

Diamant: Leipzig spielte im Mittelfeld mit einer Raute. Kevin Kampl, Tyler Adams, Haidara und Emil Forsberg bildeten den Diamanten hinter der Sturmreihe. Dementsprechend glänzten sie: Allein die Passquote von Forsberg lag in der gegnerischen Hälfte bei mehr als 90 Prozent. Neben seinen spielerischen Leistungen lassen auch die Ergebnisse seinen Wert für das Leipziger Spiel bewusst werden. Nach dem er mit Leistenproblemen den Großteil der Hinrunde verpasste, hat Leipzig in der Rückrunde mit Forsberg noch kein Spiel verloren.

Nicht nur zu schnell für die Kamera, auch für Herthas Defensive: Yussuf Poulsen lief allen davon und zeigte sich vor dem Tor zudem unnachahmlich cool.

Nicht nur zu schnell für die Kamera, auch für Herthas Defensive: Yussuf Poulsen lief allen davon und zeigte sich vor dem Tor zudem unnachahmlich cool.

Foto: Jan Woitas/DPA

Deuts ches Stürmerduell: Timo Werner und Davie Selke gelten als zwei der hoffnungsvollsten Anwärter auf die Nummer eins im DFB-Sturm. Im direkten Aufeinandertreffen traf zwar keiner der beiden, aber vor allem Werner schaffte durch tiefe Läufe immer wieder gefährliche Situationen vor dem Berliner Tor und Räume für seine Mitspieler. Kurz vor Schluss schoss Selke hingegen eine Hereingabe von Marko Grujic frei vor dem leeren Tor drüber. Punktsieg für Werner.

Der Sündenbock: In der ersten Hälfte agierte Herthas Fabian Lustenberger äußerst unglücklich. Beim ersten Tor der Leipziger wurde er als zentrales Glied der Dreierkette durch einen Flugball von Kevin Kampl überspielt, das zweite leitete er durch einen Ballverlust als letzter Mann direkt ein. Nach dem 3:0 durch Poulsen nahm Hertha-Trainer Pál Dárdai seinen Kapitän vom Platz und stellte auf eine Viererkette um. "Das Problem war nicht nur Lustenberger", sagte Dárdais Co-Trainer Rainer Widmayer in der Halbzeit dem Fernsehsender "Sky". Er sollte recht behalten: Stabilität brachte auch Lustenbergers Auswechslung nicht.

Apropos Dárdai: Der an der Seitenlinie sonst so agile Trainer von Hertha BSC saß nach dem vierten Treffer der Leipziger regungslos auf der Bank. Der Coach ist dafür bekannt, von seinem Team auf dem Platz vor allem Disziplin einzufordern. Die ging den Berlinern in der zweiten Hälfte aber vollständig ab. Dementsprechend bedient war Dárdai auch noch nach der Partie: "Es war die größte Niederlage in meiner Trainerkarriere", sagte er. "Wir haben eine schöne Busfahrt vor uns. Ich will gar nichts erklären, das bringt nichts. Das war alles, nur keine Mannschaft."

RB Leipzig - Hertha BSC 5:0 (2:0)
1:0 Forsberg (17. Minute)
2:0 Poulsen (27.)
3:0 Poulsen (56.)
4:0 Poulsen (62.)
5:0 Haidara (64.)
Leipzig: Gulacsi - Mukiele (65. Laimer), Konate, Orban, Halstenberg - Adams - Haidara, Kampl - Forsberg (75. Sabitzer) - Poulsen (70. Cunha), Timo Werner
Berlin: Jarstein - Stark, Lustenberger (59. Klünter), Rekik - Lazaro, Grujic, Mittelstädt - Arne Maier (77. Skjelbred), Duda - Kalou (75. Leckie), Selke
Schiedsrichter: Sören Storks
Zuschauer: 41.939
Gelbe Karten: Mukiele (3) - Stark (4)