Fußball-Bundesliga Zuschauerfrage offen, Alkohol und Gästefans verboten

Die Fußballklubs haben sich auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr der Zuschauer geeinigt: Auswärtsfans dürfen nicht in die Arenen, Stehplätze sind vorerst gesperrt - und Alkohol gibt es keinen.
Aktion in Gladbach: Weil Zuschauer noch nicht ins Stadion durften, beobachteten zuletzt Fanfotos das Spielgeschehen

Aktion in Gladbach: Weil Zuschauer noch nicht ins Stadion durften, beobachteten zuletzt Fanfotos das Spielgeschehen

Foto: Martin Meissner/ AP

Die 36 Profivereine der Deutschen Fußball Liga haben ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr einiger Fans in die Stadien beschlossen. Dieses umfasst ein Alkoholverbot, die vorübergehende Streichung der Kartenkontingente für Auswärtsfans und Stehplätze sowie die Einführung personalisierter Tickets zur Nachverfolgung von Infektionsketten.

Ob tatsächlich bald wieder vor Publikum im Stadion gespielt werden kann, womöglich schon zum geplanten Bundesligastart am 18. September, entscheidet aber die Politik. Die Gesundheitsminister der Länder wollen das Thema auf einer Konferenz am kommenden Montag besprechen.

"Priorität haben in Deutschland im Moment nicht volle Stadien, sondern die Gesundheit der Menschen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert auf einer Pressekonferenz: "Wann wie viele Zuschauer wieder in die Stadien kommen dürfen, ist keine Entscheidung der DFL. Wir erwarten nichts und fordern nichts, sondern bereiten uns darauf vor."

Sorge bei den Fans

Im Frühjahr war ein von DFL und Deutschem Fußball-Bund (DFB) entworfenes Hygiene- und Sicherheitskonzept zur Fortsetzung des Spielbetriebs von der Politik genehmigt worden. Damit die Tribünen bald wieder zumindest teilweise gefüllt werden können, müssen die Klubs bis zum Saisonstart in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden individuelle Konzepte ausarbeiten. Borussia Dortmund plant etwa mit 12.000 bis 15.000 Zuschauern, normalerweise kommen über 81.000 Menschen zu den Heimspielen des BVB.

Die aktuellen Pläne der DFL waren im Vorfeld unter Politikern und Virologen kontrovers diskutiert worden. Auch unterschiedliche Fangruppierungen äußerten Kritik an dem Konzept, da sie langfristige Beschneidungen ihrer Rechte fürchten. Die DFL betonte hingegen schon im Vorfeld, dass die beschlossenen Entscheidungen nur temporär und während der Pandemie gültig sein würden.

Das Fanbündnis "Unsere Kurve" kritisierte den Beschluss der Profiklubs. "Uns verwundert, dass einerseits viele Schritte unternommen werden, um Fans wieder zuzulassen, andererseits aber scheinbar Skepsis hinsichtlich derer Verhalten herrscht, was der vorläufige Ausschluss von Stehplatz- und Gästefans zeigt", sagte Vorstandsmitglied Markus Sotirianos dem Sport-Informations-Dienst: "Hier wünschen wir uns noch mehr Gespräche vor allem auf lokaler Ebene, um zu Lösungen zu kommen, hinter denen alle Beteiligten stehen können."


jan/dpa/sid
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