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04. August 2011, 16:09 Uhr

Fußball

Den nächsten Bundesliga-Star, bitte!

Von und

Sie sollen wackligen Abwehrreihen Halt geben, im Mittelfeld wirbeln oder an der Seitenlinie taktische Glanzleistungen vollbringen: Die Erwartungen an die Zugänge der Bundesligavereine sind immens. SPIEGEL ONLINE stellt die neuen Hoffnungsträger vor.

Er muss festigen, was zuletzt so stabil war wie Zuckerwatte: Für rund 13,5 Millionen Euro wechselte Jérôme Boateng im Juli von Manchester City zum FC Bayern München. Beim Rekordmeister wurde er von Trainer Jupp Heynckes umgehend zum neuen Abwehrchef befördert. In der Innenverteidigung soll er die Kommandos geben und für die Sicherheit sorgen, die in der vergangenen Saison gefehlt hat. Der 22-Jährige dürfte unter allen Zugängen der Bundesligavereine den größten Druck haben.

In der Innenverteidigung hat der Nationalspieler bei seinen bisherigen Clubs Manchester und Hamburger SV nur selten gespielt. In der DFB-Elf unter Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls nicht. Spötter sprechen deshalb vom besten Innenverteidiger der Welt, der noch nie im Zentrum gespielt hat.

Für seinen Club ist es essentiell, dass die Verpflichtung ein Erfolg ist. Sonst droht den Münchnern erneut ein titelloses Jahr. Aber nicht nur der Rekordmeister verspricht sich einiges von seinen Zugängen, zu denen unter anderem auch Nationalkeeper Manuel Neuer zählt.

Bremen hofft auf den nächsten Özil

Bei Werder Bremen hofft man auf den nächsten Mesut Özil. Für rund fünf Millionen Euro verpflichteten sie deshalb Mehmet Ekici, der in der vergangenen Saison vom FC Bayern an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen war. Doch schon in der Vorbereitung hatte der türkische Nationalspieler mit Verletzungsproblemen zu kämpfen.

Auch der Deutsche Meister, Borussia Dortmund, sicherte sich einen früheren Nürnberger. Ilkay Gündogan soll den zu Real Madrid abgewanderten Nuri Sahin ersetzen. Sahin war der Kopf der Meistermannschaft, es ist ein großes Loch, das Gündogan füllen soll.

Natürlich können auch Trainer Hoffnungsträger sein. So setzt 1899 Hoffenheim auf Holger Stanislawski, der zuvor den FC St. Pauli betreut hatte. Der 41-Jährige soll die Mannschaft wieder auf Kurs bringen, nachdem der Club unter Ralf Rangnick und Marco Pezzaiuoli nicht mehr an die Erfolge und vor allem die Spielweise aus der ersten Bundesligasaison 2008/2009 anknüpfen konnte.

Kölns neuer Trainer macht sich gleich unbeliebt

Stets groß ist die Erwartungshaltung beim 1. FC Köln. Der neue Trainer Ståle Solbakken hat sich allerdings erst einmal unbeliebt bei den Fans gemacht. Ausgerechnet Publikumsliebling Lukas Podolski degradierte er, indem er ihm die Kapitänsbinde wegnahm und stattdessen Pedro Geromel zum Spielführer ernannte.

Trotzdem glaubt nicht nur Sportdirektor Volker Finke, in dem Norweger einen Coach gefunden zu haben, der den stets leicht chaotisch wirkenden Club stabilisieren und den Abstiegskampf künftig vermeiden kann. Solbakken kommt immerhin mit der Empfehlung von einigen Champions-League-Spielen vom FC Kopenhagen.

Internationale Wettbewerbe sieht der Hamburger SV seit zwei Jahren nur im Fernsehen. Nun hat Michael Oenning den ehemals überteuerten und in die Jahre gekommenen Kader umgekrempelt. Jung sind Jeffrey Bruma (19 Jahre) oder Michael Mancienne (23) oder Gökhan Töre (19). Zweifel an ihrer Qualität sind allerdings angebracht. Selbst der 45-Jährige ist nicht sicher, wozu sein Team fähig ist.

Immerhin hat der HSV keinen Transfer getätigt, der die Fans wieder von der Champions League träumen lässt. Druck hat der Club in der Saison 2011/2012 nicht. Auch das ist neu in Hamburg.

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