4:0 gegen Ungarn Deutsche U21 qualifiziert sich für EM – Ärger um Spielansetzung

Deutschlands U21 kann 2023 in Georgien und Rumänien den EM-Titel seiner Vorgänger verteidigen. Für die Qualifikation reichte eine effiziente Vorstellung gegen Ungarn – Sorgen machten jedoch mehrere Verletzungen.
Sturmtalent Youssoufa Moukoko

Sturmtalent Youssoufa Moukoko

Foto: Lars Baron / Getty Images

Antonio Di Salvo umarmte kurz seine Co-Trainer und dann seine Familie auf der Tribüne, seine U21-Fußballer holten sich derweil den verdienten Applaus der Fans ab. Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat mit einem ungefährdeten Heimsieg das erste große Etappenziel auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung erreicht und das Ticket für die Endrunde der Fußball-EM 2023 gelöst.

Die Mannschaft von Trainer Di Salvo setzte sich am Freitag vor 5609 Zuschauern in Osnabrück auch dank mehrerer Fehler des Gegners und einer effizienten Vorstellung mit 4:0 (2:0) gegen Ungarn durch. »Wir wollten uns unbedingt zu Hause qualifizieren und das haben wir überzeugend hinbekommen«, sagte Di Salvo.

Moukoko nach schwieriger Saison in Dortmund eindrucksvoll

Sturmtalent Youssoufa Moukoko (17. Minute), Jonathan Burkardt per Foulelfmeter (31.), Tom Krauß (76.) und Lazar Samardzic (90.+3) trafen an der ausverkauften Bremer Brücke für den Nachwuchs des Deutschen Fußball-Bundes. Die Auswahl steht damit schon vor dem abschließenden Qualifikationsspiel in Polen am kommenden Dienstag als Gruppensieger fest und kann beim Turnier in Georgien und Rumänien den Titel der Vorgängergeneration verteidigen. Es ist die sechste EM-Teilnahme in Serie für Deutschlands U21-Nationalteam.

Getrübt wurde die Freude über das EM-Ticket durch mehrere Verletzungen: Union Berlins Neuzugang Jamie Leweling und Mittelfeldspieler Angelo Stiller mussten verletzt raus. Abwehrspieler Malick Thiaw wurde nach einem Cut am Auge auf dem Spielfeld genäht, konnte aber weiterspielen.

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Der 17 Jahre alte Moukoko meldete sich nach einer schwierigen Saison mit geringen Einsatzzeiten bei Borussia Dortmund in der U21 eindrucksvoll zurück. Bei seinem ersten Einsatz seit September erzielte er im dritten Spiel sein viertes Tor im U21-Trikot.

Auch von dem frühen Rückschlag durch die Verletzung von Leweling ließ sich der DFB-Nachwuchs bei bestem Sommerwetter nicht beeindrucken. Defensiv leistete sich das Team aber nicht nur in der Anfangsphase immer wieder Unkonzentriertheiten und leichte Ballverluste.

Diese fielen aber auch dank der schwachen Defensivleistung der Gäste nicht groß ins Gewicht. Ein missglückter Rückpass führte zu Moukokos 1:0, auch beim 2:0 durch Burkardt halfen die Ungarn mit einem Foul am Mainzer im Strafraum maßgeblich mit. Ebenfalls nach einem Fehler der Ungarn im Spielaufbau traf Kapitän Burkardt noch den Pfosten (41.).

Di Salvo: »Viele Jungs waren schon im Urlaub«

Mit der Offensivpower von Moukoko, Burkardt und dem Frankfurter Europa-League-Sieger Ansgar Knauff, der allerdings einen schwächeren Tag erwischte, drängte die Elf von Di Salvo auf das dritte Tor. In der Drangphase musste das Team aber die nächste Verletzung verkraften, der Hoffenheimer Stiller humpelte verletzt vom Platz.

Kurz darauf musste Thiaw länger behandelt werden, doch auch diesen Rückschlag steckte das Team weg. Der zuletzt an den 1. FC Nürnberg ausgeliehene Krauß beseitigte mit seinem Treffer die letzten Zweifel an der EM-Qualifikation.

Nach Abpfiff kritisierte Trainer Di Salvo mit gleich drei verletzten Spielern die ungewohnte Ansetzung. »Der Termin ist natürlich ungünstig. Viele Jungs waren schon im Urlaub, da ist es nicht einfach, wieder in den Rhythmus reinzufinden.«

Die Ansetzung der Partien fast drei Wochen nach dem Ende der regulären Saison ist für viele seiner Spieler aus Sicht des 42-Jährigen nicht ideal. »Das ist dem geschuldet, dass die WM in Katar ist, deswegen ist der Rhythmus gestört«, sagte der Coach.

»Normalerweise haben wir in diesem Zeitraum keine Spiele, aber da müssen wir durch.« Durch die WM in Katar vom 21. November bis 18. Dezember sind im Herbst weniger Länderspielfenster für die U21 als sonst üblich angesetzt.

ara/dpa
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