Umstrittener Sunderland-Trainer Di Canio distanziert sich von "faschistischer Ideologie"

Die Empörung über die Verpflichtung Paolo Di Canios als Trainer des FC Sunderland ebbt nicht ab. Nun hat sich der als bekennender Faschist geltende Italiener zu Wort gemeldet. Er sei keine politische Person und "respektiere jeden".

Paolo Di Canio: "Ich respektiere jeden"
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Paolo Di Canio: "Ich respektiere jeden"


Hamburg - Am 1. April hatte der FC Sunderland die Verpflichtung von des Italieners Paolo Di Canio als neuem Trainer bekanntgegeben - seitdem beschäftigt die Personalie die Fußball-Welt und die Politik.

Der 44-Jährige gilt als bekennender Faschist, 2005 hatte Di Canio der italienischen Nachrichtenagentur ANSA gesagt, er sei "Faschist, aber kein Rassist". Als Spieler von Lazio Rom war er mehrfach negativ aufgefallen, unter anderem, als er einen Sieg gegen den Lokalrivalen AS Rom mit dem römischen Gruß feierte, einer Geste ähnlich dem Hitlergruß.

Sichtlich genervt von der Diskussion um ihn hatte Di Canio bei seiner offiziellen Vorstellung als Sunderland-Coach gesagt: "Ich bin keine politische Person, dies werden die letzten Worte sein, die ich über die Situation verliere." (siehe Video)

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Faschismus im Stadion: Paolo Di Canios umstrittener Jubel
Nun aber hat Di Canio seine Meinung geändert - und das gleich in doppelter Hinsicht.

Zum einen sprach er doch noch einmal über seine politische Haltung. Zum anderen distanzierte er sich in einem Statement auf der Vereinshomepage von der ihm vorgeworfenen politischen Gesinnung: "Ich bin nicht politisch, ich gehöre keiner Organisation an, ich bin kein Rassist und ich unterstütze nicht die faschistische Ideologie. Ich respektiere jeden."

Er denke, dass er sich nicht ständig rechtfertigen müsse gegenüber Leuten, die es nicht verstehen würden, so Di Canio: "Ich bin nicht der Mensch, wie ihn einige Leute gern darstellen."

Di Canios Verpflichtung beim abstiegsbedrohten Tabellen-16. der Premier League hatte heftige Reaktionen ausgelöst. Die Vorbereitung auf das Meisterschaftsspiel an diesem Sonntag beim FC Chelsea geriet bisher völlig in den Hintergrund. Ex-Außenminister David Miliband war sogar als Vorstandsmitglied zurückgetreten. Auch von den Fans hagelte es Kritik.

luk/dpa/sid



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