Argentinische Fußball-Idole Maradona rät Messi zu Rücktritt aus Nationalmannschaft

"Es ist Zeit, ihn in Ruhe zu lassen": Diego Maradona hat Lionel Messi nach dem peinlichen WM-Aus der argentinischen Nationalmannschaft verteidigt - und ihm geraten, nicht mehr für die Albiceleste zu spielen.

Diego Maradona umarmt Lionel Messi (Archivbild)
AFP

Diego Maradona umarmt Lionel Messi (Archivbild)


Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona hat Lionel Messi den Rücktritt aus der Nationalmannschaft nahe gelegt. Der 31-Jährige werde in seiner Heimat unfair bewertet, sagte Maradona der argentinischen Tageszeitung "Clarin", das habe sich auch nach dem WM-Aus in Russland gezeigt. "Ich würde ihm empfehlen: Geh nicht mehr hin", so der 57-Jährige: "Er trägt nicht die Schuld daran, dass wir nicht Weltmeister sind."

Im argentinischen Fußball sei aber "alles immer Messis Schuld, selbst wenn die U15-Auswahl ein Spiel verliert", sagte Maradona: "Es ist Zeit, ihn in Ruhe zu lassen und zu sehen, ob die Mannschaft damit umgehen kann." Messi hat nach Argentiniens Achtelfinal-Aus bei der WM in Absprache mit Interimstrainer Lionel Scaloni noch nicht wieder für sein Heimatland gespielt, dies soll bis zum Ende des Jahres so bleiben.

Auch mit der Personalie Scaloni ist Maradona nicht einverstanden. "Bei allem Respekt", sagte er, "Scaloni ist ein guter Junge, aber er kann mit dem Druck nicht umgehen. Wie können wir die Nationalmannschaft Scaloni geben?" Von 2008 bis 2010 trug Maradona selbst die Verantwortung für die Albiceleste und scheiterte bei der WM 2010 im Viertelfinale an Deutschland.

Maradona habe "Leidenschaft für diese Auswahl verloren"

Maradona, der während der WM 2018 in Russland weilte und auf den Tribünen ein teilweise skurriles Bild abgab, berichtete zudem von einem zerbrochenen Verhältnis zur Nationalmannschaft. Er habe "die Leidenschaft für diese Auswahl verloren. Die Mannschaft inspiriert mich nicht mehr, so geht es doch allen", sagte Maradona. Argentinien spüle das hart erarbeitete "Prestige die Toilette herunter."

Der Weltmeister von 1986, mittlerweile Trainer beim mexikanischen Zweitligisten Dorados de Sinaloa und gleichzeitig Präsident von Dynamo Brest in Weißrussland, hatte die Endrunde im vergangenen Sommer auf Einladung des Weltverbandes Fifa besucht. Beim 2:1-Sieg Argentiniens in der Vorrunde gegen Nigeria sorgte er für Aufsehen, als er teils apathisch, teils hyperaktiv das Spiel verfolgte. Beim Siegtreffer durch Marcos Rojo zeigte er im Jubel den Mittelfinger in die Menge und musste später sichtlich geschwächt abtransportiert werden.

bam/sid



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