Sieben EM-Fakten über Außenseiter Triumph der Nachrücker und das Brüderduell in Lens

Albanien, Island, Nordirland, die Slowakei und Wales - fünf Neulinge spielen in Frankreich die EM. Bei früheren Turnieren wurden einige vermeintlich kleine Nationen zur großen Überraschungen.

Dänemarks Brian Laudrup bei EM-Feier 1992
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Dänemarks Brian Laudrup bei EM-Feier 1992


1.) Für die größte Sensation der EM-Geschichte dürfte Dänemark gesorgt haben. Die Mannschaft um Peter Schmeichel, Flemming Poulsen und Brian Laudrup gewann 1992 in Schweden den Titel, obwohl sie sich eigentlich gar nicht qualifiziert hatte. Erst zehn Tage vor Turnierbeginn wurde Dänemark nachnominiert - für Jugoslawien, das wegen des Balkankrieges ausgeschlossen worden war. Im Finale gewann die vermeintliche Burger-Truppe 2:0 gegen den großen Favoriten Deutschland.

2.) Kaum weniger überraschend war der Triumph Griechenlands bei der EM 2004 in Portugal. Die Griechen waren nach 1980 erst zum zweiten Mal für eine EM qualifiziert. Doch Trainer Otto Rehhagel führte seine Mannschaft mit einer extrem defensiven Spielweise - zeitweise agierte noch ein Libero hinter der Viererkette in der Abwehr - zum Titel. Das reichte in der K.-o.-Runde zu drei 1:0-Siegen über Frankreich, Tschechien und Portugal.

3.) 1988 hatte sich Irland erstmals für ein großes Turnier qualifiziert. Das Team startete dementsprechend als krasser Außenseiter ins erste EM-Spiel - und gewann im Stuttgarter Neckarstadion überraschend 1:0 gegen den großen Rivalen England. Das entscheidende Tor erzielte Mittelfeldspieler Ray Houghton bereits in der sechsten Minute. Für beide Teams war allerdings nach der Vorrunde Schluss.

4.) Es dauerte 24 Jahre, ehe Irland erneut bei einer EM mitspielen durfte. Doch 2012 wurde das von Giovanni Trapattoni trainierte Team seiner Außenseiterrolle gerecht. Drei klare Niederlagen in der Vorrunde bedeuteten das Aus. Trotzdem sorgten die irischen Fans für den Gänsehautmoment des Turniers, als sie beim 0:4 gegen Spanien ihre Version der Folk-Ballade "The Fields of Athenry" anstimmten - und damit sogar ARD-Kommentator Tom Bartels zum Schweigen brachten.

5.) Sloweniens Qualifikation für die EM 2000 war eine Überraschung. Nie zuvor hatte eine Nation mit weniger Einwohnern (etwa zwei Millionen) an einer Endrunde teilgenommen. Mit Srecko Katanec, 36, stellten die Slowenen übrigens auch den jüngsten Trainer, der je ein Team bei einer Europameisterschaft betreute.

6.) 2016 wird die EM-Endrunde erstmals mit 24 Mannschaften ausgespielt. Gleich fünf Nationen sind zum ersten Mal bei einer Europameisterschaft dabei: Albanien, Island, Nordirland, die Slowakei und Wales gelten in Frankreich als Außenseiter.

7.) Als erster der fünf Neulinge greift Albanien ins Geschehen ein (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), im Spiel gegen die Schweiz. Dabei kommt es zu einem Bruderduell: Granit Xhaka spielt für die Schweizer Nati, sein älterer Bruder Taulant läuft für Albanien auf. Das Beispiel zeigt gut, wie eng die beiden Nationen im Fußball verbunden sind. Im Schweizer Kader stehen einige Profis mit albanischen Wurzeln. Im Aufgebot Albaniens sind zwölf Spieler zu finden, die einen Bezug zur Schweiz haben - sieben von ihnen spielten sogar für Schweizer Junioren-Nationalmannschaften.

Gesammelt von Jens Witte

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