Fans vor dem Halbfinale Wales will mehr

Zehntausende wollen zum Public Viewing nach Cardiff oder Swansea, manche sind auf einem abenteuerlichen Weg nach Lyon: Wales fiebert dem Abend mit dem EM-Halbfinale gegen Portugal entgegen.

Wales-Fans beim Public Viewing
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Wales-Fans beim Public Viewing


Das Motto des Tages gab Gareth Bale vor. "Keine Angst zu träumen", twitterte der Superstar der Waliser vor dem Halbfinalspiel gegen Portugal (21 Uhr, High-Liveticker bei SPIEGEL ONLINE; TV: ARD).

Doch der Stürmer von Real Madrid versetzte seinen Walisern einen Schrecken, als er am Dienstag beim Training fehlte. Über eine ernsthafte Verletzung ist aber nichts bekannt, Bale wird sich das Spiel gegen seinen Teamkollegen Cristiano Ronaldo sicherlich nicht entgehen lassen.

Rund drei Millionen Einwohner hat Wales, und die allermeisten von ihnen werden am Abend verfolgen, ob ihrem Team in Lyon gegen die Portugiesen das nächste Wunder bei der EM in Frankreich gelingt. "Es gab die Märchen von Dänemark und Griechenland. Das kann uns auch gelingen", erinnert Bale an frühere Überraschungs-Turniersieger.

Weil es das wichtigste Fußballspiel in der Geschichte von Wales ist, wollen auch mehr Waliser als je zuvor beim Public Viewing dabei sein. Die meisten Fans werden im riesigen Millennium-Stadium in Cardiff erwartet, das 74.500 Plätze hat. Für das Spiel gegen Portugal dürfen jetzt 30.000 Menschen in die Arena. Die ersten 20.000 Gratistickets waren innerhalb von 90 Minuten vergeben, jetzt wurden noch einmal zusätzlich Plätze freigegeben.

Wer eine Eintrittskarte für das Match in Lyon hat, darf trotzdem nicht sicher sein, in das neue Stade des Lumieres zu kommen. Denn die französischen Fluglotsen streiken, mehr als 200 Flüge wurden annulliert. Eine Alternative bei der Anreise wäre der Eurotunnel, aber schon beim Viertelfinale gegen Belgien saßen dort viele Wales-Fans wegen technischer Probleme fest.

Wer nicht nach Lyon kommt und nicht zum Public Viewing will, weil es ihm dort zu voll ist, zeigt seine Sympathie mit Bale und Co. dann eben auf andere Weise. Besitzer von Hunden kleideten ihre Lieblinge in den Nationalfarben ein. Jeder, wie er mag eben.

Die Zeitung "Western Mail" stimmt die Waliser seit Tagen auf das Spiel in Lyon ein und versorgt ihre Leser mit allen möglichen Infos, zum Beispiel, warum die Waliser diesmal nicht in Rot, sondern in Grau spielen werden. Grund: Die Portugiesen haben nach dem Spieltableau formell Heimrecht und dürfen die Trikotfarbe bestimmen.

Der Bierbrauer Budweiser versucht von der Euphorie um das Team zu profitieren. Jedem Waliser ab 18 Jahren wurde ein Freibier versprochen, die genauen Modalitäten würden noch bekannt gegeben, hieß es.

Gegen die Portugiesen muss Trainer Chris Coleman zwar mit Regisseur Aaron Ramsey und Verteidiger Ben Davies auf zwei wichtige Spieler verzichten. "Um die Jungs, die reinkommen werden, mache ich mir keine Sorgen", gab der Coach sich aber dennoch zuversichtlich.

Video: Ronaldo gegen Bale im EM-Halbfinale - das Duell der Ausnahmekönner

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