Zehn Fakten über EM-Schiedsrichter Und tschüss!

Ein schwedischer Rekordmann, ein überforderter Torrichter und ein Referee, der gleich zwei Trainer auf die Tribüne schickte: Das sollten Sie über Schiedsrichter bei Europameisterschaften wissen.

Manuel Mejuto Gonzalez, Joachim Löw und Josef Hickersberger (v.l.)
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Manuel Mejuto Gonzalez, Joachim Löw und Josef Hickersberger (v.l.)


1.) Anders Frisk hält gleich mehrere Rekorde: Der Schwede leitete insgesamt acht Spiele bei EM-Turnieren, so viele wie kein anderer Schiedsrichter. Er ist zudem der einzige Referee, der bei einer Europameisterschaft viermal zum Einsatz kam, 2004 in Portugal. Und Frisk ist neben dem Dänen Kim Milton Nielsen der einzige Schiedsrichter, der an drei EM-Endrunden teilnahm - 1996, 2000 und 2004.

2.) Platz zwei in der Liste der Schiedsrichter mit den meisten EM-Einsätzen teilen sich Pierluigi Collina aus Italien, der Slowake Lubos Michel und Markus Merk aus Deutschland. Sie pfiffen jeweils sechs Partien.

3.) José María Ortiz de Mendibil hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Der Spanier ist der erste Schiedsrichter, der bei einer EM die Rote Karte zeigte. Im Halbfinale 1968 zwischen Jugoslawien und England stellte er Alan Mullery in der 87. Minute nach einer Tätlichkeit vom Platz, eine Minute nach dem Führungstreffer der Jugoslawen. Die Rote Karte des spanischen Schiedsrichters war auch der erste Platzverweis überhaupt für einen Engländer in einem Länderspiel.

4.) Die erste gelb-rote Karte in einem EM-Spiel zeigte ebenfalls ein spanischer Schiedsrichter: Antonio Jesus Lopez Nieto verwies den Italiener Luigi Apolloni 1996 im Gruppenspiel gegen Tschechien des Feldes - und das schon in der 28. Minute.

5.) Auch für eine dritte Premiere war ein spanischer Referee verantwortlich: Manuel Mejuto Gonzalez schickte als erster Schiedsrichter einen Trainer bei einem EM-Spiel auf die Tribüne - genaugenommen sogar gleich zwei Coaches auf einmal. Joachim Löw und sein österreichischer Kollege Josef Hickersberger waren 2008 im Gruppenspiel mit dem sogenannten Vierten Offiziellen Damir Skomina aus Slowenien aneinandergeraten.

6.) 2012 setzte die Uefa erstmals Torrichter bei einer EM ein, eine krasse Fehlentscheidung konnte das jedoch nicht verhindern. Im Gruppenspiel Ukraine gegen England gab der Unparteiische Viktor Kassai aus Ungarn ein klares Tor nicht. Marko Devic hatte über Englands Keeper Joe Hart hinweg gezielt, der Ball prallte von Harts Händen in Richtung Tor und war deutlich hinter der Linie, als ihn John Terry artistisch zurück ins Feld schlug. Der Torrichter stand direkt daneben, erkannte die Situation aber nicht richtig.

7.) Gamal al Ghandour ist der einzige Schiedsrichter eines anderen Kontinentalverbandes, der bei einer Europameisterschaft zum Einsatz kam. Der Ägypter pfiff zwei Spiele bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden: das 1:0 von Norwegen gegen Spanien und das 2:0 von Tschechien gegen Dänemark.

8.) Die meisten Platzverweise in einem EM-Spiel verteilte der Waliser Clive Thomas. Im Halbfinale 1976 zwischen der Tschechoslowakei und den Niederlanden (3:1 nach Verlängerung) zog er dreimal die Rote Karte.

9.) Gottfried Dienst und Sergio Gonella durften als einzige Schiedsrichter bislang sowohl ein EM-Finale als auch ein WM-Endspiel leiten. Der Schweizer Dienst 1966 (WM) und 1968, der Italiener Gonella 1976 und 1978 (WM).

10.) Der Portugiese Pedro Proença wurde 2012 sowohl für das Champions-League-Finale als auch für das EM-Endspiel nominiert. Das hatte zuvor noch kein Schiedsrichter geschafft.

Gesammelt von Jens Witte

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