Fußball-EM 2020 Warum manche Gegner der deutschen Elf schon vor der Auslosung feststehen

Die deutsche Nationalmannschaft trifft bei der EM 2020 vermutlich auf die Ukraine und Ungarn. Warum das schon vor der Auslosung feststeht? Möglich macht es der komplizierte Modus mit zwölf Gastgebern.
Das DFB-Team vor dem Qualifikationsspiel in Estland

Das DFB-Team vor dem Qualifikationsspiel in Estland

Foto: Federico Gambarini/ DPA

Am 30. November werden in Bukarest die Gruppen zur Fußballeuropameisterschaft 2020 ausgelost. Allerdings stehen dann erst 20 EM-Teilnehmer fest, die restlichen vier Nationen werden im März 2020 hinzukommen, wenn die 16 bestplatzierten und noch nicht qualifizierten Teams der Nations League in einem Playoff-Turnier gegeneinander antreten. Dann könnte es im April zu einer zweiten Auslosung kommen, falls sich beispielsweise Irland, Rumänien oder Aserbaidschan als Gastgeberländer der EM 2020 qualifizieren oder wenn politisch sensible Partien drohen.

Für die deutsche Nationalmannschaft könnte die erste Auslosung in Bukarest auch aus einem anderen Grund zur Farce werden - sofern sich die DFB-Elf qualifiziert, was angesichts von drei Punkten Vorsprung auf Nordirland wahrscheinlich ist. Unter bestimmten Umständen stehen mit der Ukraine und Ungarn bereits zwei Gegner für die Gruppenphase fest. Möglich macht dies der komplizierte Modus des Pan-Europa-Turniers mit zwölf Gastgebern.

Zwei Qualifikationsspieltage vor Schluss hat sich die Ukraine bereits als Erster der Gruppe B qualifiziert und benötigt aus dem letzten Spiel gegen Serbien nur noch einen Punkt, um als eines der sechs besten Quali-Teams im ersten Topf der Auslosung gesetzt zu sein (hier finden Sie die Übersicht zu allen Qualifikationsgruppen).

Deutschland spielt sicher in München

Weitere aussichtsreiche Kandidaten für diesen Topf sind aufgrund ihrer Punktstände England, die Niederlande, Spanien, Italien und Belgien. Fängt Deutschland die Niederlande nicht doch noch von Platz eins der Gruppe C ab, landet das DFB-Team sehr wahrscheinlich als vermutlich Bester der zehn Gruppenzweiten in Topf 2 und geht von dort automatisch in die EM-Gruppe F mit München als Heimspielort.

England, die Niederlande, Spanien und Italien würden in diesem Szenario als EM-Co-Gastgeber ihren jeweilige Heimgruppen in London, Amsterdam, Bilbao und Rom zugeordnet werden. Blieben aus Topf 1 noch Belgien und die Ukraine für die noch freien Gruppen B und F mit den Spielorten St. Petersburg/Kopenhagen und München/Budapest. Da die Ukraine laut Uefa-Beschluss aus politischen Gründen nicht Russland zugelost werden darf, wäre sie automatisch in der deutschen Gruppe.

Etwas anders ist der Fall bei den Ungarn gelagert: Qualifiziert sich die Mannschaft des italienischen Trainers Marco Rossi direkt für die EM, würde auch sie als Co-Gastgeber mit dem Spielort Budapest schon vor der Auslosung als deutscher Vorrundengegner in der Gruppe F feststehen. Ungarn liegt in der Gruppe E auf dem zweiten Platz, zwei Punkte vor der Slowakei, die allerdings ein Spiel weniger absolviert hat. Die Slowakei spielt am 16. November bei Tabellenführer Kroatien, die endgültige Entscheidung fällt am 19. November, wenn Ungarn in Wales antritt und die Slowakei auf Aserbaidschan trifft.

krä/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel