Kleines EM-Wissen zum Mitreden Das Wichtigste zum Viertelfinale Belgien gegen Italien

Das EM-Viertelfinale startet – und Sie sind noch nicht gut informiert? Kein Problem: Belgien macht aus wenig Schüssen viele Tore. Spanien knackte einen Torrekord. Die Teams im Schnellcheck.
Gruppenspiel gegen Russland: Belgiens Romelu Lukaku (links) feiert mit Thomas Meunier

Gruppenspiel gegen Russland: Belgiens Romelu Lukaku (links) feiert mit Thomas Meunier

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ANTON VAGANOV / AFP

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Sie wollen zum Viertelfinale der Fußball-EM Ihr Wissen zu den besten acht Mannschaften auffrischen? Das Wichtigste zum Spiel Belgien gegen Italien am Freitag (21 Uhr, TV: ZDF, Stream: MagentaTV, Liveticker: SPIEGEL.de) lesen Sie hier.

Wie stehen die Chancen der Belgier?

Respekt für diese Bilanz: Belgien ist die letzte im Turnier verbliebene Nation, die jedes ihrer EM-Spiele innerhalb von 90 Minuten gewinnen konnte. Um den Mitfavoritenstatus auf den Titel kommt das Team so nicht herum. Allerdings: Das 1:0 im Achtelfinale gegen Portugal hatte ein niedrigeres spielerisches Niveau als im Vorfeld erwartet, in der Schlussphase ließ das belgische Starensemble sich arg in die Defensive drängen und durfte sich auch bei Torwart Thibaut Courtois bedanken. Gewinnen steht für die »Roten Teufel« bislang über Begeistern.

Kevin De Bruyne könnte gegen Italien die Fitness fehlen

Kevin De Bruyne könnte gegen Italien die Fitness fehlen

Foto: Marcelo Del Pozo - Pool / Getty Images

Welcher Spieler wird wichtig?

Der belgische Kader quillt nahezu über vor (alterndem) Talent. Nur muss sich die Mannschaft von Roberto Martínez den Vorwurf gefallen lassen, dass sie sich bis dato ein wenig sehr auf die individuelle Klasse verlassen hat. Das kann gefährlich werden, besonders wenn Spielmacher Kevin De Bruyne nach einer Knöchelverletzung die Fitness fehlen sollte. Dann bliebe nur noch ein Weltstar in Form – allerdings einer, der die Italiener bestens kennt: Romelu Lukaku war vergangene Saison Top-Torjäger von Inter Mailand und gewann den Titel in der Serie A. Der spielintelligente Koloss steht schon bei drei Turniertreffern und kann auch dann etwas bewegen, wenn mannschaftlich nicht alle Räder ineinandergreifen.

Was gibt es sonst noch zu wissen?

Acht Tore haben die Belgier bei der Europameisterschaft bislang erzielt, es waren einige sehenswerte dabei. Vor allem aber brauchte die belgische Mannschaft dafür nur 38 Schüsse. Die Italiener hingegen trafen neunmal, also einmal mehr als die Belgier – brauchten aber insgesamt 78 Schüsse dafür. Das kann man als belgische Kaltschnäuzigkeit auslegen, wahrscheinlicher spricht es dafür, dass bei Treffern wie dem Flatterball von Thorgan Hazard gegen Portugal auch eine gesunde Portion Abschlussglück dabei war, das sich bald aufgebraucht haben könnte.

Wenig Einsatzzeit, aber wichtig: Italiens Marco Verratti am Ball

Wenig Einsatzzeit, aber wichtig: Italiens Marco Verratti am Ball

Foto: Justin Tallis / POOL / EPA

Wie stehen die Chancen der Italiener?

Auf das mühelose und glanzvolle Weiterkommen in der Gruppe ließ die Mannschaft von Roberto Mancini einen mühevollen, glanzlosen Sieg in der Verlängerung gegen Österreich folgen. Vor dem Viertelfinale ist der Nimbus der Unverwundbarkeit also erst einmal dahin – der Favoritenstatus aber bleibt: Auch die Drucksituation im ersten K.o.-Spiel konnten die Italiener mit ihrer gewohnten Spielidee beantworten, als eine Mannschaft, die auch bei den letztlich treffsicheren Einwechselspielern große Qualität mitbringt. Gegen Belgien ist ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten, und auch ein kleines Stellvertreterduell zwischen einem kollektiven und einem auf individuelle Klasse fokussierten fußballerischen Ansatz.

Welcher Spieler wird wichtig?

Marco Verratti ist als Stammspieler bei Paris Saint-Germain vermutlich der größte Star im italienischen Fußball. Zur Mannschaft, die sich zu Turnierbeginn in die Herzen der Fans gespielt hat, gehörte der 1,65 Meter große Mittelfeldstratege allerdings nicht – nach einer Knieverletzung war Verratti erst in eine B-Elf gegen Wales zurückgekehrt, wurde dann im Achtelfinale mitsamt seiner Teamkollegen beinahe von Österreich niedergerungen. Macht der Starspieler die Italiener wirklich besser? Und ob: Trotz seiner geringen Einsatzzeit hat Verratti jetzt schon acht Torschussvorlagen aus dem Spiel heraus gegeben. Niemand im Turnier verwandelt bislang so gut Spielzüge in Torchancen wie Verratti.

Was gibt es sonst noch zu wissen?

Schon bei der EM 2016 trafen Belgien und Italien aufeinander, damals als Gegner in der Gruppenphase. Acht von elf Belgiern aus der damaligen Startformation stehen auch 2021 noch im EM-Kader, bei den Italienern haben sich nur zwei gehalten: Innenverteidiger Leonardo Bonucci und sein Nebenmann Giorgio Chiellini. Nachdem Chiellini im Achtelfinale verletzt passen musste, ist der Routinier gegen Belgien wieder fit für die Startelf. Das Spiel damals gewannen die Italiener übrigens mit 2:0.

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