Kleines EM-Wissen zum Mitreden Das Wichtigste zum Achtelfinale England gegen Deutschland

EM-Achtelfinale – und Sie sind noch nicht gut informiert? Kein Problem: England ist der minimalistischste Gruppensieger der EM-Geschichte. Serge Gnabry trifft nirgends so gern wie in London. Der Schnellcheck.
Serge Gnabry wird in London ein »kleines Heimspiel« erleben

Serge Gnabry wird in London ein »kleines Heimspiel« erleben

Foto: KAI PFAFFENBACH / Pool via REUTERS

Sie wollen zum Achtelfinale der Fußball-EM Ihr Wissen zu den besten 16 Mannschaften auffrischen? Das Wichtigste zum Spiel England gegen Deutschland am Dienstag (18 Uhr, TV: ARD, Stream: MagentaTV, Liveticker: SPIEGEL.de) finden Sie hier.

Wie stehen die Chancen der Engländer?

Sieben Punkte, 2:0 Tore: So minimalistisch wie die Mannschaft von Gareth Southgate hat noch nie ein Team seine EM-Gruppe gewonnen. Angesichts dessen, dass im Vorfeld des Turniers die Offensive als großes Prunkstück der Engländer galt, wurde auf der Insel zuletzt sogar erste Kritik laut – auch, weil im Prestigeduell mit Schottland nur ein biederes 0:0 rausgesprungen war. Die englische Mannschaft wird der deutschen als Team aus dem erweiterten Favoritenkreis auf Augenhöhe begegnen, hat im Wembley-Stadion allerdings den Heimvorteil auf ihrer Seite.

Welcher Spieler wird wichtig?

Jordan Pickford ist gewiss kein schlechter Torhüter, doch sucht man nach einer Sollbruchstelle im stabilen englischen Kollektiv, dann wird man am ehesten beim Mann vom FC Everton fündig. Pickford hat starke Reflexe, ist ein mitspielender, moderner Torwart – aber längst nicht so komplett wie die Besten seiner Zunft: Bei der Strafraumbeherrschung hatte Pickford in der Vergangenheit Probleme, hat dazu den Ruf weg, beim Zugreifen immer mal wieder Unsicherheiten zu zeigen. Bislang ist Pickford ohne Gegentor, musste aber auch erst vier Bälle halten – drei davon Fernschüsse. Die DFB-Elf sollte ihn stärker beschäftigen.

Torwart Pickford – eine Schwachstelle?

Torwart Pickford – eine Schwachstelle?

Foto: Matt Dunham / POOL / EPA

Was gibt es sonst noch zu wissen?

Bislang spielten die Engländer bei dieser EM in einem 4-2-3-1-System – die Three Lions beherrschen allerdings auch das Verteidigen in der Fünferkette. Das könnte gegen die DFB-Elf, die sich gegen Ungarn enorm schwer gegen die fünf Verteidiger in der letzten Reihe tat, erstmals ein Thema werden. In jedem Fall wird die am härtesten umkämpfte Position im englischen Team die des Rechtsaußens sein: Phil Foden ist hier gesetzt, Vertreter Bukayo Saka wurde gegen Tschechien allerdings zum Spieler des Spiels gekürt. Und dann gibt es noch Jadon Sancho, den vielleicht talentiertesten Engländer, der bisher nur sechs Minuten zum Einsatz kam.

Wie stehen die Chancen der DFB-Elf?

Einmal von Ernüchterung zur Begeisterung und wieder zurück, ging es für die deutsche Nationalmannschaft in der Gruppenphase. Ängstlich gegen Frankreich, furios gegen Portugal, überfordert gegen Ungarn: Joachim Löws Mannschaft kann in der aktuellen Verfassung wohl jeden schlagen, aber auch von jedem geschlagen werden. Die Rückkehr von Thomas Müller zur Startelf-Fitness und die Engländer als mitspielender, aber nicht übermächtiger Gegner dürften dem DFB-Team in die Karten spielen. Auf dem Weg ins Finale könnten die Engländer in Wembley bereits der schwerste Gegner sein.

Welcher Spieler wird wichtig?

London ist für Serge Gnabry ein besonderes Pflaster. Beim FC Arsenal unternahm der Stürmer einst seine ersten Schritte im Profifußball, bei den letzten Gastspielen mit dem FC Bayern in der englischen Hauptstadt traf Gnabry viermal gegen Tottenham Hotspur und zweimal gegen den FC Chelsea. Bislang spielte der 25-Jährige, der mit 16 Toren in 25 Einsätzen eine herausragende Quote im DFB-Trikot aufweist, eine unauffällige EM – gut möglich, dass sich das bei Gnabrys »kleinem Heimspiel« ändert.

Was gibt es noch zu wissen:

Mindestens ein England-Legionär droht, aus der Startelf zu rutschen: İlkay Gündoğan konnte am Sonntag nach einer gegen Ungarn erlittenen Schädelprellung nicht mit der Mannschaft trainieren, für den Spieler von Manchester City drängt Leon Goretzka ins Team. Auch Antonio Rüdiger ist nach einer Erkältung fraglich, der links in der Dreierkette gesetzte Chelsea-Profi könnte von Niklas Süle oder Marcel Halstenberg vertreten werden.

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