Niederlande erreichen EM-Achtelfinale Alaba verursacht Elfmeter und leitet Österreichs Niederlage ein

Nach dem ersten EM-Sieg der Verbandsgeschichte tat sich gegen die Niederlande selbst Österreichs Starspieler David Alaba schwer. Während die Elftal bereits für das Achtelfinale planen kann, muss Österreich nun gewinnen.
David Alabas Foul gegen Denzel Dumfries, das zur Führung für die Niederlande führte

David Alabas Foul gegen Denzel Dumfries, das zur Führung für die Niederlande führte

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Koen van Weel / AP

Die Niederlande stehen im Achtelfinale der Fußball-EM. Durch das 2:0 (1:0) am zweiten Gruppenspieltag gegen Österreich sind die Niederländer in der Gruppe C aufgrund des direkten Vergleichs nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Memphis Depay erzielte die Führung für Elftal per Elfmeter (11. Minute), Denzel Dumfries die Vorentscheidung.

Die Niederlande waren bereits bei ihrem EM-Auftakt gegen die Ukraine furios in die Partie gestartet, hatten jedoch zahlreiche Chancen liegen lassen. Gegen Österreich drückte das Team von Trainer Frank de Boer ebenfalls von Beginn an und sorgte damit für Probleme im österreichischen Aufbau.

Nach neun Minuten trat der scheidende Bayern-Star David Alaba seinem Gegenspieler Denzel Dumfries nach einem Ballverlust auf den Fuß, die Pfeife von Schiedsrichter Orel Grinfeld blieb zunächst stumm. Nach Absprache mit dem Videoassistenten und dem Gang in die Review Area entschied Grinfeld jedoch auf Elfmeter. Memphis verwandelte sicher – keine Selbstverständlichkeit bei dieser Europameisterschaft: Von zuvor fünf Strafstößen war nur einer im Tor gewesen.

In der Folge verpasste Niederlande eine höhere Führung: Memphis traf mit einem Schuss aus rund 20 Metern erst das rechte Außennetz (25.). Die Zuschauer in der Amsterdamer Johann-Cruyff-Arena hatten da ebenso den Torschrei auf den Lippen wie eine Viertelstunde später, als Memphis nach Vorarbeit von Wout Weghorst aus kurzer Distanz über das fast leere Tor schoss (40.).

Österreich wird kaum einmal gefährlich

Von den Österreichern kam nach dem ersten EM-Sieg ihrer Geschichte gegen Nordmazedonien kaum etwas. Nicht einmal nach Wiederanpfiff, als sich die Niederlande zurückzogen und dem Gegner den Ball überließ. Gegen das starke Abwehrkonstrukt der Niederländer um den nach einer Leistenverletzung zurückgekehrten Matthijs de Ligt kam Österreich nicht an.

Nachdem die stürmenden Innenverteidiger Stefan de Vrij und de Ligt bei einer Ecke gleich doppelt verpassten (61.) sorgte der eingewechselte Donyell Malen für die Entscheidung. Der schnelle Flügelstürmer wurde gegen aufgerückte Österreicher tief in die gegnerische Hälfte geschickt und legte vor Torhüter Daniel Bachmann zur Seite, Dumfries traf mit seinem zweiten Turniertor zur Vorentscheidung (67.).

Österreich muss nun um das Achtelfinale zittern, wenn es auch noch selbst alles in der Hand hat. Am letzten Gruppenspieltag trifft das Team von Trainer Franco Foda am Montag (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL.de) auf die punktgleiche Ukraine. Die Ukraine hat bei einem Torverhältnis von 4:4, Österreich steht bei 3:3, einen Treffer mehr erzielt. Weil bei einem Remis diese Statistik herangezogen werden würde, müssen die Österreicher gewinnen. EM-Debütant Nordmazedonien steht in der Gruppe hingegen bereits als Letzter fest und ist ausgeschieden.

hba
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