Deutschland gegen Ungarn DFB unterstützt Verteilen von Regenbogenfahnen

Die Uefa untersagt eine Beleuchtung der Arena in München am Mittwochabend in Regenbogenfarben. DFB-Interimspräsident Rainer Koch verteidigt die Entscheidung – setzt aber auf eine andere Aktion.
Regenbogenfahne (Symbolbild)

Regenbogenfahne (Symbolbild)

Foto: Wolfgang Kumm/ DPA

Der Deutsche Fußball-Bund wird die Verteilung von 10.000 Regenbogenfahnen am Münchner EM-Stadion am Mittwochabend unterstützen. Das kündigte DFB-Interimspräsident Rainer Koch an.

Nach dem Verbot der Uefa, die Arena beim abschließenden EM-Gruppenspiel des deutschen Teams gegen Ungarn in Regenbogenfarben zu beleuchten, sei es »umso wichtiger, dass wir jetzt sehr klarmachen, dass wir in Deutschland deutlich sichtbare Zeichen setzen wollen«, wird Koch in einer Mitteilung des DFB  zitiert. »Dazu ist morgen beim Spiel gegen Ungarn für alle Zuschauer die erste Gelegenheit. Und das können wir alle gemeinsam beeinflussen.«

Die Uefa hatte zuvor entschieden, dass das Stadion in München beim Spiel der DFB-Auswahl gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen darf.

Regenbogenfahnen vor dem Stadion

Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und vergangene Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Die Menschrechtsorganisation Amnesty International hatte angekündigt, in Zusammenarbeit mit Christopher Street Day Deutschland am Mittwoch vor dem Stadion Fahnen in diesen Farben zu verteilen.

»Der DFB setzt sich entschieden für Vielfalt und Diversität ein – symbolisiert durch unseren Kapitän Manuel Neuer mit dem Tragen der Regenbogen-Kapitänsbinde. Und das nicht erst seit heute«, sagte Koch. »Die deutsche Sicht ist anders als die Perspektive der Uefa«, so das Mitglied der Uefa-Exekutive weiter.

»Sie hat neben der klaren Haltung gegen jede Form von Diskriminierung im Rahmen eines europaweiten Turniers auch zu berücksichtigen, dass ein politisches Statement gegen eine Parlamentsentscheidung eines Teilnehmerlandes abgegeben werden soll«, sagte Koch. »Aus unserer nationalen deutschen Sicht ist unsere Haltung klar: Die Entscheidung des ungarischen Parlaments entspricht in keiner Weise unseren Überzeugungen und unserer Haltung, sie ist aus unserer Sicht ein absolutes No-Go.«

Zuvor hatte Koch die Entscheidung der Uefa verteidigt. »Da die Beleuchtung vom Münchner Stadtrat als eine gezielte Aktion gegen die Entscheidung des ungarischen Parlaments begründet worden ist, handelt es sich nicht mehr um ein bloßes Statement im gemeinsamen Kampf gegen jede Form von Diskriminierung, sondern um eine politische Aktion«, schrieb Koch bei Facebook .

svs/dpa