Reaktionen auf das EM-Finale »Fußball ist manchmal ein grausames, grausames Spiel«

Ein Elfmeterschießen beendete die englischen Träume vom heimischen EM-Triumph. Die Italiener feiern hingegen den ersten EM-Titel seit 1968. Kapitän Chiellini sagte: »Wir haben Geschichte geschrieben, genießen wir es.«
Englands Nationaltrainer Gareth Southgate tröstet Bukayo Saka, der den entscheidenden Strafstoß vergab

Englands Nationaltrainer Gareth Southgate tröstet Bukayo Saka, der den entscheidenden Strafstoß vergab

Foto: Andy Rain / AP

Nach dem italienischen Triumph bei der Fußball-EM hat Premierminister Mario Draghi dem Team gratuliert. »Die Azzurri, angeführt von Trainer Roberto Mancini, haben einen außergewöhnlichen Teamgeist gezeigt und mit großer Persönlichkeit gespielt. Die Trophäe kehrt nach mehr als 50 Jahren nach Italien zurück«, sagte Draghi. Der Premierminister wird das Team und die Betreuer am Montag im Regierungssitz empfangen, um ihnen im Namen der gesamten Regierung zu danken.

Die Italiener hatten zuvor das EM-Finale im Londoner Wembley-Stadion im Elfmeterschießen gewonnen, das zweite Mal nach 1968. »Wir haben gespürt, dass etwas Magisches in der Luft lag. Wir haben es verdient, ganz Italien hat es verdient«, sagte Kapitän Giorgio Chiellini. »Wir haben Geschichte geschrieben, genießen wir es.«

Die Engländer trauerten hingegen um die verpasste Chance, zu Hause erstmals Europameister zu werden. »Es ist das schlimmste Gefühl, wenn man verliert. Es war ein fantastisches Turnier von uns. Wir müssen den Kopf oben behalten. Aber natürlich tut es weh, es tut sehr weh«, sagte Englands Kapitän Harry Kane bei der BBC. »Es wird wahrscheinlich für den Rest unserer Karriere schmerzen, aber so ist Fußball.«

Southgate nimmt die Schuld auf sich

»Wir sind unglaublich enttäuscht. Die Spieler haben alles gegeben, was sie hatten«, sagte Englands Nationaltrainer Gareth Southgate. »Aber im Moment tut es einfach sehr weh.« Er übernehme die Verantwortung, sagte Southgate, er habe die Elfmeterschützen aufgrund ihrer Leistungen im Training ausgewählt. »Es war meine Entscheidung, das lag ganz allein bei mir.«

Southgate hatte im EM-Halbfinale 1996 gegen Deutschland den entscheidenden Elfmeter verschossen. Gegen Italien wechselte er kurz vor Schluss Marcus Rashford und Jadon Sancho ein, die als sichere Elfmeterschützen gelten. Beide vergaben vom Punkt.

Der englische Premier Boris Johnson gratulierte der Mannschaft dennoch. »Das war ein herzzerreißendes Ergebnis am Ende der EM«, twitterte Johnson. Sie hätten dennoch »wie Helden gespielt«, schrieb der konservative Regierungschef und lobte. »Sie haben die Nation stolz gemacht und verdienen große Anerkennung.«

»Uns eine Freude bereitet«

»Fußball ist manchmal ein grausames, grausames Spiel. Diese Jungs haben einen Monat lang heroische Leistungen gezeigt, es ist eine Schande, dass es zu einer solchen Situation kommen muss«, sagte der ehemalige englische Stürmer und heutige Experte Alan Shearer in der BBC. »Sie haben uns eine Freude bereitet, die meine Generation und darunter definitiv noch nie beim Zuschauen einer englischen Mannschaft empfunden hat«, sagte der frühere Verteidiger Rio Ferdinand.

Auch Prinz William meldete sich zu Wort und twitterte: »Herzzerreißend. Gratulation Azzurri zu einem großartigen Sieg. England, ihr seid alle so weit gekommen, aber leider war diesmal nicht unser Tag. Ihr könnt Eure Köpfe erhoben halten und so stolz auf Euch sein. Ich weiß, da kommt noch mehr.« Englands Fußball-Legende Gary Lineker schrieb: »Das ist nicht das Ende für dieses junge englische Team, es ist erst der Anfang.«

hba/dpa/Reuters
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