Englands Stürmer Marcus Rashford »Mein Elfmeter war nicht gut genug, ... aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin«

Er war eine der tragischen Figuren beim EM-Krimi von Wembley: Englands Marcus Rashford hat für seinen vergebenen Elfmeter gegen Italien um Verzeihung gebeten – aber auch eine klare Botschaft gesendet.
Stürmer Rashford nach dem verschossenen Elfmeter

Stürmer Rashford nach dem verschossenen Elfmeter

Foto: Andy Rain / POOL / EPA

Es waren Sekunden, die Marcus Rashford wohl nie vergessen wird. Im Elfmeterschießen gegen Italien lief der Stürmer der englischen Nationalmannschaft an, verzögerte den Anlauf – und setzte den Ball an den Pfosten. Für den vergebenen Elfmeter hat Rashford nun in einem langen Twitter-Post öffentlich um Verzeihung gebeten. Zugleich nahm er aber auch zu den rassistischen Attacken gegen ihn selbst und Mitspieler Stellung.

»Mein Elfmeter war nicht gut genug, der Ball hätte reingehen müssen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und woher ich komme«, schrieb Rashford. Er habe nie mehr Stolz empfunden, als mit dem englischen Wappen der drei Löwen auf der Brust und der eigenen Familie inmitten von Zehntausenden Zuschauern.

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Er sei kaum zu trösten ob der vergebenen Gelegenheit, so Rashford: »Ich fühlte mich, als hätte ich meine Freunde enttäuscht. Ich fühlte mich, als hätte ich alle enttäuscht.« Der Spieler von Manchester United war einer von drei Engländern, die Elfmeter vergaben und so Italien zum EM-Titel verhalfen. »55 Jahre. 1 Elfmeter. Geschichte. Ich kann nur sagen, dass es mir leidtut. Ich wünschte, es wäre anders gelaufen.«

Die Schützen Rashford, Jadon Sancho and Bukayo Saka waren in sozialen Medien teils übelsten rassistischen Anfeindungen ausgesetzt gewesen, Polizeiermittlungen laufen in zahlreichen Fällen. In Rashfords Heimatort Withington war unter anderem ein Wandgemälde mit dem Bild des Spielers überschmiert worden. Englands Trainer Gareth Southgate nannte die rassistischen Übergriffe »unverzeihlich«.

In seinem Twitter-Post schreibt Rashford: »Ich bin in einen Sport hineingewachsen, in dem ich erwarte, dass Dinge über mich geschrieben werden. Sei es die Farbe meiner Haut, wo ich aufgewachsen bin oder wie ich meine Zeit abseits des Platzes verbringe.« Entschuldigen werde er sich für diese Dinge aber nicht.

Kurz vor Ende des Eintrags folgt noch diese eindrückliche Passage: »Ich bin Marcus Rashford, 23 Jahre alt, ein schwarzer Mann aus Withington und Wythenshawe, Süd-Manchester. Wenn ich nichts anderes mehr habe, bleibt mir das.«

jok