Englands Spielerinnen in der Einzelkritik Kelly lässt die Briten mit ihrem Siegtor jubeln

England feiert seine zwei Jokertore durch Chloe Kelly und Ella Toone. Und: Keira Walshs Vorlage zum 1:0 verdient einen Platz in der National Gallery am Trafalgar Square.
Aus London berichtet Hendrik Buchheister
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Mary Earps, Tor: Wurde bei der EM kaum gefordert, doch wenn, dann war sie zur Stelle. Dieses Muster setze sich im Finale fort. Konnte in der ersten Hälfte die meiste Zeit die Stimmung in Wembley genießen. Verhinderte dann in der 25. Minute zusammen mit ihren Verteidigerinnen Deutschlands Führung. Vor allem mit Flanken geprüft und dabei immer sicher. Lenkte einen Schuss von Lina Magull in der 66. Minute mit den Fingerspitzen an den Pfosten – ihre beste Aktion. Beim Ausgleich chancenlos.

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Lucy Bronze, Abwehr: Brachte das deutsche Tor früh in Gefahr mit einer Mischung aus Flanke und Schuss. Rückte auf ihrer rechten Seite oft weit mit auf, war aber auch hinten souverän. Klärte mehrmals stark per Kopf. Am Boden mit vielen wichtigen gewonnenen Zweikämpfen. War mit ihrer Erfahrung und Abgeklärtheit wichtig für das Finale vor fast 90.000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

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Millie Bright, Abwehr: Stand in der englischen Innenverteidigung so unverrückbar wie St. Paul’s Cathedral im Zentrum Londons. Köpfte den Ball mehrmals stark aus der Gefahrenzone. Mit Wacklern, wenn die Deutschen das Spiel am Boden schnell machte. Kam gegen Lina Magull beim deutschen Ausgleich zu spät.

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Leah Williamson, Abwehr: Half in der 25. Minute bei Deutschlands größter Chance in der ersten Hälfte, den Ball am Überqueren der Linie zu hindern. Der Videoschiedsrichter prüfte die Szene und stellte fest: alles regelkonform. Hinten sicher und im Aufbauspiel wichtig mit vielen guten Pässen. Sah allerdings vor Lina Magulls Ausgleich zweimal schlecht aus.

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Rachel Daly, Abwehr (bis 88. Minute): Galt als mögliche Schwachstelle im englischen Team und war weniger offensiv orientiert als Bronze auf der anderen Abwehrseite. Zeigte immer wieder Befreiungsschläge und war dank ihrer Körperlichkeit oft im Mittelpunkt des Geschehens, wenn die Partie rauer wurde.

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Alex Greenwood, Abwehr (ab 88. Minute): Mit einer souveränen Leistung auf der linken Abwehrseite.

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Georgia Stanway, Mittelfeld (bis 88. Minute): Die offensivere Hälfte der englischen Doppelsechs. Ihr Querschläger nach einer Ecke brachte Deutschlands Torhüterin Merle Frohms in Bedrängnis, nach einer knappen halben Stunde reklamierte England nach einem Stanway-Schuss Handelfmeter. Sah in der ersten Hälfte die Gelbe Karte und reagierte mit einem so empörten Gesichtsausdruck, als wäre ihr gerade die Londoner Tube vor der Nase weggefahren. Der FC Bayern kann sich auf eine Kämpferin freuen.

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Jill Scott, Mittelfeld (ab 88. Minute): War schon dabei, als England 2009 im EM-Finale 2:6 gegen Deutschland verlor und ist im Team wichtig für die Stimmung. In der Verlängerung mit mehreren guten Aktionen als Bremsklotz gegen die deutschen Angriffe vor und im eigenen Strafraum.

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Keira Walsh, Mittelfeld: Ist die defensivere Hälfte der englischen Doppelsechs und die unbesungene Heldin im Team. Verrichtete vor der Abwehr souverän ihre Arbeit und spielte immer wieder sehenswerte Pässe, um das Spiel ihres Teams schnell zu machen. Beste Aktion war die Vorlage zum 1:0. Ihr Pass aus der eigenen Hälfte auf Ella Toone verdient einen Platz in der National Gallery am Trafalgar Square. Darf nach dem Finale keine unbesungene Heldin mehr sein.

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Beth Mead, Mittelfeld (bis 64. Minute): Tauschte immer wieder mit Lauren Hemp die Seiten, um die deutsche Abwehr zu verwirren. Rieb sich auf, versuchte viel, unter anderem einen schönen Hackentrick kurz vor der Pause, war aber glücklos. Konnte nicht an ihre herausragende Turnierleistung anschließen. Ist trotzdem Englands Spielerin der EM mit sechs Treffern. Teilt sich mit Alexandra Popp die Torjägerkrone.

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Chloe Kelly, Mittelfeld (ab 64. Minute): Wurde zur Nationalheldin mit ihrem Siegtor in der 110. Minute, als sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und den Ball über die Linie drückte. Später fast sogar noch mit dem 3:1.

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Fran Kirby, Mittelfeld (bis 55. Minute): Bereitete stark Englands erste Chance durch Ellen White vor. Mit guten Laufwegen auf der Zehnerposition und immer wieder mit guten Bällen auf die Außenpositionen. Die genialen Momente fehlten ihr aber.

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Ella Toone, Mittelfeld (ab 55. Minute): Hatte England mit ihrem Jokertor im Viertelfinale gegen Spanien im Turnier gehalten und ließ die Nation mit ihrem Treffer zum 1:0 zum ersten Mal vom Titel träumen. Behielt die Ruhe vor dem Tor, überlupfte Frohms – und wurde mit donnernden »Tooooooooone!«-Rufen gefeiert. Probierte es in der Verlängerung mit einem Fernschuss, den Frohms mit dem Fuß abwehrte.

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Lauren Hemp, Mittelfeld (bis 119. Minute): Spielte teilweise so offensiv, dass sie fast zweite Spitze neben Ellen White war. Trieb das Spiel unermüdlich über die Flügel an und trug den Ball auch in der Schlussphase noch mit viel Elan nach vorn. Vorbereiterin des Siegtreffers per Ecke. Hatte nicht das brillante Turnier, das viele Beobachter ihr zugetraut hatten, war aber entscheidend am Finalsieg beteiligt.

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Nikita Parris (Mittelfeld, ab 119. Minute): Ihre Einwechselung brachte wertvolle Sekunden, um den Sieg zu retten.

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Ellen White, Angriff (bis 55. Minute): Englands Rekordtorschützin hatte die besten Chancen ihres Teams in der ersten Hälfte mit ihrem frühen Kopfball aus spitzem Winkel und ihrem Schuss aus dem Rückraum kurz vor der Pause. Ist mehr als eine Mittelstürmerin, wich immer wieder auf die Seiten aus oder ließ sich fallen. Machte damit die deutsche Abwehr mürbe und verabschiedete sich schon früh in den Feierabend. Liegt weiter einen Treffer hinter Wayne Rooney, dem besten Männer-Torschützen Englands.

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Alessia Russo, Angriff (ab 55. Minute): Russo für White nach rund einer Stunde, das gehörte bei der EM genau so zum englischen Spiel wie der bewölkte Himmel zu London. Sie ist eine Nationalheldin seit ihrem Hackentor im Halbfinale gegen Schweden und wurde bei ihrer Einwechselung mit donnerndem Applaus empfangen. Brachte die deutsche Abwehr mehrmals in Bedrängnis mit ihrer Physis, überließ den Titel als Superjoker diesmal aber anderen, nämlich Ella Toone und Chloe Kelly.

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