England verliert Finale der Fußball-EM Rassistische Beleidigungen gegen Elfer-Fehlschützen – Polizei ermittelt

Bukayo Saka, Marcus Rashford und Jadon Sancho vergaben ihre Elfmeter im Endspiel der Fußball-EM. Danach waren in den sozialen Medien rassistische Beleidigungen gegen die Nationalspieler zu lesen. Der Verband reagiert.
Marcus Rashford beim Elfmeter

Marcus Rashford beim Elfmeter

Foto: Laurence Griffiths / POOL / EPA

Die englischen Fußballnationalspieler Bukayo Saka, Marcus Rashford und Jadon Sancho sind nach ihren verschossenen Elfmetern im Finale der Fußball-Europameisterschaft offenbar rassistisch beleidigt worden. Die Londoner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

»Wir sind uns einer Reihe von beleidigenden und rassistischen Social-Media-Kommentaren bewusst, die nach dem EM-Finale an Fußballer gerichtet wurden«, teilte die Polizei mit: »Diese Beschimpfungen sind völlig inakzeptabel, sie werden nicht toleriert und werden untersucht.«

Beispielsweise unter dem jüngsten Instagrampost des 19 Jahre alten Saka waren kurz nach dem Endspiel Dutzende Kommentare zu lesen, die übelste Beleidigungen und Verwünschungen enthielten.

FA verurteilt Rassismus

Der englische Fußballverband (FA) wehrt sich gegen die Beleidigungen. »Die FA verurteilt alle Formen von Diskriminierung und ist erschüttert über den Rassismus online, der in den sozialen Netzwerken auf einige unserer England-Spieler zielt«, hieß es in einer in der Nacht zu Montag verbreiteten Stellungnahme.

»Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist. Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen, und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist«, schrieb die FA.

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Der europäische Fußballverband (Uefa) schloss sich der FA an. »Die Uefa verurteilt aufs Schärfste die widerlichen rassistischen Beschimpfungen, die nach dem EM-Finale in den sozialen Medien gegen mehrere englische Spieler gerichtet wurden und die weder im Fußball noch in der Gesellschaft einen Platz haben«, hieß es bei Twitter. Die Uefa stehe »an der Seite der Spieler« und unterstütze die Forderung des englischen Verbandes »nach den schärfsten möglichen Strafen«.

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Der britische Premierminister Boris Johnson mahnte zu mehr Respekt. »Dieses England-Team verdient es, als Helden verehrt und nicht rassistisch beschimpft zu werden«, twitterte der Regierungschef. »Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen.«

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Sakas Klub FC Arsenal verurteilte die rassistischen Beleidigungen. »Das kann so nicht weitergehen, und die Social-Media-Plattformen und Behörden müssen handeln, um sicherzustellen, dass diese widerlichen Beleidigungen, denen unsere Spieler täglich ausgesetzt sind, jetzt aufhören«, hieß es in einem Statement. Im Klub sei man sehr stolz auf Saka.

Ein Sprecher von Twitter teilte derweil mit, die Plattform habe im Zusammenhang mit den rassistischen Beleidigungen gegen die englischen Spieler mehr als 1000 Tweets entfernt und mehrere Accounts gesperrt.

Saka hatte gegen Italien den letzten Elfmeter vergeben. Zuvor hatten bereits der 23 Jahre alte Rashford von Manchester United und der 21 Jahre alte Sancho verschossen. Nur die beiden ersten Schützen Englands trafen ihre Versuche. Italien gewann das Elfmeterschießen 3:2.

Sancho und Rashford waren von Trainer Gareth Southgate erst kurz vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt worden.

Die Nationalmannschaft Englands war vor jedem Spiel bei der EM auf ein Knie gegangen, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu protestieren.

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Online waren allerdings auch aufbauende Nachrichten zu finden. Bei Instagram schrieb ein User an Saka gerichtet: »Kopf hoch, Kumpel, du bist so jung, niemand macht dir einen Vorwurf. Du bist ein Riesentalent«, und setzte ein Herz dahinter.

ptz/dpa/sid/Reuters
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