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09. Mai 2008, 13:53 Uhr

Fußball-EM

Masernimpfung für Ballack und Co.

Die anhaltende Masern-Epidemie in den EM-Ländern Schweiz und Österreich hat nun sogar Auswirkungen auf die deutsche Fußball-Nationalelf. Die DFB-Mediziner wollen alle Spieler und Betreuer kontrollieren und wenn nötig behandeln.

Hamburg – "Wer keinen Schutz mitbringt", sagte Teamarzt Tim Meyer dem SPIEGEL, "wird sofort geimpft." Es müsse ja nur ein Spieler erkranken, dann wäre nicht nur für ihn, "sondern womöglich gleich für das gesamte Team die EM gelaufen".

DFB-Kapitän Ballack (l. oben) und Teamkollegen: Virus als gefährlicher Gegner
DPA

DFB-Kapitän Ballack (l. oben) und Teamkollegen: Virus als gefährlicher Gegner

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft sich am Montag, den 19. Mai, zum Trainingscamp auf Mallorca. Seit eineinhalb Jahren versuchen die Gastgeberländer der Europameisterschaft eine schwere Epidemie der hoch ansteckenden und mitunter lebensgefährlichen Viruserkrankung in den Griff zu bekommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den anreisenden Fans, ihren Impfschutz zu überprüfen. Experten befürchten, dass die Masern-Welle zur Europameisterschaft im Juni auch auf Deutschland überschwappen könnte.

Wer ungeimpft mit Kranken in Kontakt komme, so eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin, habe "eine hundertprozentige Chance auf Ansteckung".

Deutsche Ministerien und Institute wünschten sich daher Maßnahmen wie beispielsweise Impfmobile vor den Fußballstadien, in denen sich Fans noch vor dem Spiel zumindest eine Einmal-Dosis spritzen lassen könnten.

Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher des Schweizer Bundesamts für Gesundheit, solche Impfmobile seien schlecht fürs Image eines fröhlichen Fußballfestes: "Das würde doch nur ein abschreckendes Bild geben."

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