Druck der Uefa wegen Quarantäneregeln London droht Verlust des EM-Endspiels in Wembley

Kurz vor den K.-o.-Spielen im Wembley-Stadion macht die Uefa Druck auf die englischen Behörden: Sie sollen die Quarantäneregeln lockern, damit mehr Sponsorenvertreter einreisen können. Sonst, so die Drohung, würde das Endspiel nach Ungarn verlegt.
Wembley-Stadion: Hier soll das EM-Endspiel ausgetragen werden. Die Uefa setzt Großbritannien nun wegen strenger Quarantäneregeln unter Druck

Wembley-Stadion: Hier soll das EM-Endspiel ausgetragen werden. Die Uefa setzt Großbritannien nun wegen strenger Quarantäneregeln unter Druck

Foto: Tom Shaw / Getty Images

Der europäische Fußballverband Uefa erwägt offenbar, das Finale der Fußball-EM an einen anderen Austragungsort zu verlegen, falls die britische Regierung bestimmten Bedingungen nicht zustimmt. Sollte die in Großbritannien eigentlich geltende zehntägige Quarantäne für ausländische Fans nicht gekippt werden, könnte das Londoner Wembley-Stadion das Endspiel verlieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Sie beruft sich dabei auf ein Uefa-Statement. Dort heißt es, man könne den Druck nachvollziehen, unter dem die britische Regierung stehe, hoffe aber, dass die Diskussion zu einer »zufriedenstellenden Lösung« führe.

Zuvor hatte die »Times« berichtet,  die britische Regierung wolle die Quarantäneregeln für 2500 VIPs, darunter Fifa- und Uefa-Offizielle, Politiker, Sponsoren und Mitarbeiter von Fernsehsendern, lockern, um zu verhindern, dass die Finalspiele in einem anderen Land ausgetragen werden. Nach Informationen der Zeitung habe die Uefa damit gedroht, die Spiele sonst nach Ungarn zu verlegen.

Bei der EM ist die Arena in Budapest die einzige mit voller Auslastung.

In Wembley sind ab der kommenden Woche zwei Achtelfinals (26. und 29. Juni) angesetzt, ehe dort am 6. und 7. Juli beide Halbfinalspiele und am 11. Juli das Endspiel steigen sollen (hier finden Sie den gesamten Spielplan). Für die K.-o.-Runde sollen bis zu 45.000 Zuschauer zugelassen werden, was 50 Prozent der Gesamtkapazität des Stadions entspricht – trotz der Ausbreitung der Delta-Variante.

Premierminister Boris Johnson hatte zuletzt den geplanten »Tag der Freiheit« aufgrund der Mutation kassieren müssen. Am 21. Juni sollten zuvor die Kontaktbeschränkungen in England aufgehoben werden.

Delta-Variante treibt Neuinfektionen in die Höhe

In Großbritannien breitet sich derzeit die in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus rapide aus und treibt trotz hoher Impfquote die Zahl der Neuinfektionen deutlich in die Höhe. Bei der Einreise aus fast allen Ländern ist eine Quarantäne Pflicht. Kanzleramtschef Helge Braun hat deutsche Fußballfans am Freitag dazu aufgefordert, von einer Reise nach London abzusehen, die Bundesregierung hatte Großbritannien im Mai als Virusvariantengebiet eingestuft.

»Im Moment sind wir in Gesprächen mit den lokalen Behörden, um zu versuchen, den Fans der teilnehmenden Mannschaften die Teilnahme an den Spielen zu ermöglichen«, teilte die Uefa mit und schrieb von »strikten« Test- und Coronablasen-Konzepten. »Es gibt immer einen Notfallplan, aber wir sind zuversichtlich, dass die Finalwoche in London ausgerichtet wird.«

Die britische Regierung wollte die Berichte auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht kommentieren.

ngo/Reuters/dpa
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