Greenpeace-Aktion in der Champions League Schalke-Gegner Basel droht Strafe

Uefa-Präsident Michel Platini saß kopfschüttelnd auf der Tribüne, Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco musste die Partie zwischen Basel und Schalke unterbrechen: Die Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten könnte den Gastgeber teuer zu stehen kommen, die Uefa ermittelt.

Greenpeace-Plakat in Basel: Spiel wurde fünf Minuten unterbrochen
AFP

Greenpeace-Plakat in Basel: Spiel wurde fünf Minuten unterbrochen


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Dem FC Basel droht wegen der Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten im Champions-League-Spiel gegen Schalke 04 am Dienstagabend eine empfindliche Strafe durch die Europäische Fußball-Union (Uefa). Der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco fertigte wegen der fünfminütigen Spielunterbrechung, die die Aktion verursacht hatte, einen Sonderbericht an. Diesen werde man in aller Ruhe analysieren, teilte ein Uefa-Sprecher im St.-Jakob-Park mit.

Am späten Nachmittag eröffnete die Uefa ein Disziplinarverfahren gegen die Baseler. Die Kontroll- und Disziplinarkammer soll die Vorgänge vom Dienstagabend im St.-Jakob-Park am 17. Oktober behandeln.

Schalkes Manager Horst Heldt wollte nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft die Aktion nicht verurteilen, obwohl sie sich gegen den S04-Hauptsponsor Gazprom richtete. Worum es bei dem Protest konkret ging, habe er allerdings zunächst nicht erkennen können: "Ich habe erst gedacht, das ist irgendeine Aktion der Uefa gegen Rassismus oder so etwas. Das hab ich auch noch nicht erlebt. Naja, das hat zehn Minuten gedauert, und dann waren sie auch schon wieder weg."

Vier Greenpeace-Aktivisten hatten vom Stadiondach des St.-Jakob-Park ein gelbes Transparent ausgerollt, mit dem gegen Öl-Bohrungen in der Arktis von Schalke- und Uefa-Sponsor Gazprom protestiert wurde. Vor dem Spiel hatten sie die Aktion unbehelligt von Sicherheitskräften vorbereiten können. Nachdem sie fünf Minuten lang das Plakat präsentiert hatten, kletterten sie wieder auf das Dach, und der Schiedsrichter setzte das Spiel fort. Der französische Uefa-Präsident Michel Platini, der neben dem Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld saß, hatte die Aktion kopfschüttelnd von der Ehrentribüne verfolgt.

In der Arktis waren vor einigen Tagen Greenpeace-Proteste gegen eine Ölplattform gewaltsam gestoppt worden, wobei russische Grenzschützer ein Greenpeace-Schiff gestürmt hatten. 30 Aktivisten befindet sich noch immer in russischer Haft. Sie sollen wegen Piraterie angeklagt werden und müssen Gefängnisstrafen fürchten.

luk/sid



insgesamt 14 Beiträge
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ExigeCup260 02.10.2013
1. Nicht verstanden
Greenpeace schafft es nicht mehr, seine Aussagen gezielt zu adressieren. Bereits in der AKtion beim diesjährigen Formel 1-Grand Prix in Spa-Franchorchamps dachte das Publikum an einen Show-Act des Veranstalters, bzw, dann an eine Werbekampagne von Shell (Save the Arctis). Hier das Gleiche: Man denkt an eine PR-Aktion von Gazprom, nach dem Motto: "Wir setzen uns für den Schutz der Arktis ein und handeln bei unseren Explorationen verantwortungsvoll". Vielleicht sollte Greenpeace mal die Gestaltung seiner Plakate überdenken.
derpif 02.10.2013
2. An sich gute Aktion
Und auch die Adresse ist eigentlich die richtige. Freunde werden sie sich damit allerdings keine gemacht haben, im Stadion herrscht doch eher Bildzeitungsniveau vor. Hätten sie noch eine nackte Frau mit aufs Plakat gepackt, oder eine in Thor Steinar Klamotten. Das hätte dann vermutlich gepasst, und niemand hätte den Kopf geschüttelt.
tobelerone 02.10.2013
3. Wer hat es nicht verstanden?
Die 40.000 im Stadion (und sicher gehört nicht jeder dort dazu) oder die Millionen Menschen, die durch die Medien darüber informiert wurden? Ganz ehrlich? Die Aktion ist aufmerksamkeitswirksam durchgeführt und verstanden wurden, man sollte seine Bedenken nur hin und wieder mal zu Ende denken... ;-)
christian.disler 02.10.2013
4. Mutig und richtig
Ich unterstütze die Aktion von Greenpeace und frage mich, was wohl durch die Köpfe der Schalker Spieler gegangen ist (die inzwischen hoffentlich realisiert haben, welch dubiosen Sponsor sich ihr Club an Land gezogen hat). Da ist mir Barcelona mit Unicef doch deutlich lieber. Jedenfalls geht unsere Erde vor unser aller Augen langsam aber sicher zu Grunde. Wenigstens gibt's noch ein paar engagierte Aktivisten, die öffentlich den Finger auf die wunden Punkte legen (dies wird im konkreten Fall wohl nicht viel nützen, befürchte ich).
Butenkieler 02.10.2013
5. Wer so'n Mist macht, soll auch dafür zahlen!
Basel sollte Greenpeace verklagen auf Schadensersatz. Das war definitiv der falsche Ansatz. Greenpace hätte doch im Schalker Stadion das Ganze machen können. Dafür waren sie wohl zu feige.
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