Rekordstürmerin Kerr zum FC Chelsea Dieser Wechsel zeigt, dass England die Nummer eins sein will

Auf das Rekordländerspiel im Wembley-Stadion folgt ein spektakulärer Wechsel: Sam Kerr schließt sich dem FC Chelsea an. Für den Klub dürfte das viele Tore bedeuten - aber auch hohe Ausgaben.
Sam Kerr bei einem Länderspiel mit Australien gegen Chile

Sam Kerr bei einem Länderspiel mit Australien gegen Chile

Foto: AAP/ imago images

Der englische Tabellenführer FC Chelsea hat sich mit der Stürmerin Sam Kerr verstärkt. Das gab der Klub aus der Women's Soccer League bekannt. Die 26-Jährige soll erstmals ab 2020 für den Verein auflaufen und erhält einen Vertrag über zweieinhalb Jahre.

Kerrs Verpflichtung ist spektakulär, die Australierin hat in ihrer Karriere bereits einige Torrekorde aufgestellt: Die ewige Torschützenliste der US-Liga NWSL führt sie mit 69 Treffern in 109 Spielen an, auch in der australischen Liga erzielte keine andere Spielerin mehr Tore als Kerr (70 Treffer). Zuletzt spielte Kerr für die Chicago Red Stars in den USA und für Perth Glory aus Australien.

Mit ihrem Heimatland war Kerr im Sommer ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft eingezogen, ihr gelangen beim Turnier in Frankreich fünf Treffer.

Der FC Chelsea hat sich mit der erfolgreichen Stürmerin auch eine der am besten verdienenden Spielerinnen gesichert. 2018 ernannte die australische Liga Kerr als erste Frau zum "Marquee Player", dies ist eine Auszeichnung für besonders begabte Athleten in Australien. Mit der Ehre einher geht auch eine vertragliche Zahlung von etwa 400.000 Dollar - damit hatte der Ligaverband versucht, die extrem populäre Kerr von einem dauerhaften Wechsel ins Ausland abzubringen .

Englische Liga verkauft TV-Rechte nach Australien

Wie viel Kerr in der englischen Liga verdienen wird, ist unklar. Der Verein gab keine Zahlen bekannt. Im Sommer hieß es in australischen Medien aber, der Vertrag beim FC Chelsea könne ihr bis zu einer Million Dollar einbringen. Fest steht: Wer Kerr verpflichtet, muss investieren. Der FC Chelsea war nun bereit, genau das tun.

Für den englischen Verband (FA) und den nationalen Fußball der Frauen ist der Transfer der Stürmerin ein weiterer Meilenstein. Seit einigen Jahren versucht die FA, die Liga zu professionalisieren - auch auf Nationalmannschaftsebene gibt es Projekte, um die Fußballerinnen des Landes zu fördern. Dazu gehören auch Events: Am vergangenen Wochenende hatte es ein Länderspiel im Wembley-Stadium gegen Deutschland (1:2) gegeben - 77.768 Zuschauer kamen. Nie zuvor hatten mehr Menschen ein Länderspiel der englischen Fußballerinnen im Stadion verfolgt.

"Die beste Liga in Europa"

Am Montag war zudem bekannt geworden, dass sich der australische TV-Sender Optus Sport Rechte an der englischen Liga gesichert hat. Er will in den kommenden drei Jahren jährlich 50 Spiele pro Saison übertragen. Bereits am Montag hieß es auf der Website von Optus Sport, der Wechsel von Kerr stehe kurz bevor.

Kerr sagte in einem ersten Interview mit den Klub-Medien des FC Chelsea, sie habe sich aufgrund der sportlichen Perspektive für England entschieden: "Die WSL ist die beste Liga in Europa." Noch hat aber kein englisches Team die seit 2009 bestehende Champions League gewinnen können; auch in dieser Saison gehören die WSL-Teams nicht zu den Topfavoriten. Weltweit gilt die Liga der USA mit den Weltmeisterinnen um Megan Rapinoe als stärkste nationale Liga.

Kerr sagte auch: "Ich habe das Gefühl, dass Chelsea im Laufe der Jahre etwas Besonderes gebaut hat und ich möchte ein Teil davon sein - ich will Titel gewinnen." Aktuell führt der Klub die englische Meisterschaft an und hofft auf seinen dritten Titel.

jan
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